Geballt gegen Diskriminierung & Gewalt
GESAMTSTRATEGIE
Mit der 2015 gestarteten Gesamtstrategie zu Fair Play, Prävention und Vielfalt intensiviert der Verband seine bisherigen Anstrengungen und entwickelt sie kontinuierlich weiter.
In Zuge dessen haben wir verschiedene Ansätze gewählt, um sowohl präventiv als auch interventiv agieren zu können und damit ein faires, respektvolles und gewaltfreies Miteinander im Fußball noch stärker fördern zu können. Unterstützt wird der NFV dabei insbesondere vom Landessportbund Niedersachsen. Im Rahmen des Projekts "Sport mit Courage" kooperieren die beiden niedersächsischen Sportorganisationen, um die gemeinsame Arbeit in diesem Bereich zu vertiefen und die bisherigen Initiativen weiter voranzutreiben.
Eine zentrale Maßnahme hierbei ist die Einrichtung und Bekanntmachung der Anlaufstellen | NFV für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle. Dort können alle Akteure (Spieler*innen, Trainer*innen, Vereinsvertreter*innen, Schiedsrichter*innen, Zuschauer*innen, Eltern) Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle aus dem niedersächsischen Fußball vertraulich melden, damit im Anschluss entsprechend adäquate Beratungs- und Unterstützungsangebote gemacht werden können. Darüber hinaus bildet der NFV regionale NFV-Konfliktlots*innen aus, die bei konkreten Beratungsanlässen (Prävention und Intervention) Gespräche mit den Beteiligten vor Ort aufnehmen, um möglichst niedrigschwellig intervenieren und Möglichkeiten der Konfliktlösung aufzeigen zu können.
KONZEPT
Auf Basis der Präventionskonzepte des DFB hat der NFV ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt, um Gewalt und Diskriminierung in all ihren Formen ganzheitlich auf und neben dem Spielfeld zu begegnen und Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenwirken zu können. Wesentliche Grundlage hierfür ist die verbindliche Verankerung dieser Themen in den Verbandsstrukturen sowie die Implementierung und kontinuierliche Weiterentwicklung entsprechender Maßnahmen in den Bereichen Spielbetrieb, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit. Die folgende Präsentation bietet einen Überblick über die bisher vom NFV umgesetzten Maßnahmen sowie über bestehende Unterstützungsangebote für Vereine zur Förderung demokratischer Werte und eines fairen Miteinanders im Fußball.
Alle Maßnahmen werden in einem ganzheitlichen Konzept gebündelt: Mit den Leitgedanken - "WIR MÜSSEN AUFSTEHEN" - ABER NICHT NUR, UM TORE ZU BEJUBELN!
MEILENSTEINE
- Seit 1992 – VGH-Fairness-Cup. Gesucht wurde erstmals die fairste Herrenmannschaft Niedersachsen.
- Seit 2008 – Erfolgte die Gründung NFV-Kommission Integration, seit 2014 von „Integration“ in „Vielfalt“ umbenannt.
- Seit 2012 – Beteiligung am bundesweiten Projekt der DFB-Stiftung Sepp Herberger zur Resozialisierung von jungen Strafgefangenen.
- Seit 2013 – Zentrale Halbzeittagung in Barsinghausen, Diskussion Thema Fair Play mit den unfairsten Teams der Bezirksebene.
- Seit 2014 – Elektronischen Schiedsrichter Spielbericht zur Dokumentation von Vorkommnissen.
- Seit 2015 – Seit 2016 – Einführung Fair-Play-Tage und Ehrung fairste Geste des Monats auf Amateurfußballplätzen.
- Seit 2016 – Fair Play Liga (FPL) in allen Kreisen in Niedersachsen bei der G- und F-Jugend.
- Seit 2016 – Kooperation der „Die Waage Hannover“, die sich im Feld der sozialen Arbeit, der Mediation und der Methode des Täter-Opfer-Ausgleichs.
- Seit 2016 – Start Pilotprojekt „NFV SocceR(EFUGEE) Coach“.
- Seit 2020 – Gründung Anlaufstelle in Kooperation LSB in Rahmen Projekt "Sport mit Courage" zur Etablierung langfristige Beratungssystem bei Diskriminierung und Gewalt im Amateurfußball.
- Seit 2021 – Zertifikats-Ausbildung und Schaffung eines landesweiten Netzes regionaler NFV-Konfliktmanager.
- Seit 2022 – Kooperation DFB und NFV für das Projekt "Fußball verein(t) gegen Rassismus" zur Stärkung von Netzwerkarbeit, Prävention/Bildungsarbeit und Beschwerdemanagement.
- Seit 2023 – Gründung AG Gewalt Prävention zur Überprüfung und erarbeiten von Konzepten zur Gewaltprävention.
- Seit 2025 – Einführung Psychologisches Betreuungsangebot für Schiedsrichter*innen des NFV
Maßnahmen
Verankerung in die Satzung und Ordnung
§ 3 Satzung: Zweck und Aufgabe
- Der NFV ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt verfassungsfeindlichen Bestrebungen sowie jeder Form von diskriminierenden oder menschenverachtenden Einstellungen und Verhaltensweisen entschieden entgegen. Dies gilt ebenso für jede Form von Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher oder seelischer Art ist. Der NFV verpflichtet sich im besonderen Maße dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.
§ 22 (2) Spielordnung: Pflichten des Platzvereines Sicherheitskonzept für Vereine - Ordnerstellung
- Der Platzverein ist für Ordnung und Ruhe auf dem Platz vor, während und nach dem Spiel verantwortlich. Er hat eine ausreichende, durch Ordnerwesten als solche kenntlich gemachte Anzahl von Platzordnern zu stellen.
Sportgerichtsbarkeit
Sportgerichte können folgende Strafbestimmungen in Bezug auf Gewalt sowie diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten aussprechen:
§ 42 gegen Vereine:
-(2) Vernachlässigung der Platzdisziplin, mangelhafter Schutz des Schiedsrichters, der Schiedsrichterassistenten, der Gegner und Verbandspersonen In schweren Fällen oder bei Wiederholungen - bis 1.000,- Euro Platzsperre, Sperre bis zu 6 Monaten oder Punkt- und Torabzug
-(30) Diskriminierendes, menschenverachtendes oder verfassungsfeindliches Verhalten von Anhängern eines Vereins - bis 5000€
§ 43 gegen Spieler:
-(2) Beleidigung - 1 Woche bis 6 Monate Sperre
-(3) Bedrohung - 2 Wochen bis 6 Monate Sperre
-(7) Tätlichkeiten jeder Art - 3 Wochen bis 12 Monate Sperre evtl. Antrag auf Ausschluss aus dem Verband
-(13) Diskriminierendes, menschenverachtendes oder verfassungsfeindliches Verhalten - bis zu 1 Jahr Sperre eventuell Antrag auf Ausschluss aus dem Verband
§ 44 gegen Schiedsrichter:
-(2) Beleidigung - bis 50,- Euro / In schweren Fällen bis zu einem Jahr Sperre
-(7) Diskriminierendes, menschenverachtendes oder verfassungsfeindliches Verhalten - bis 5.000,- Euro / In schweren Fällen bis zu einem Jahr Sperre
-§ 45 gegen Team-Offizielle (Trainer, Betreuer, etc.) und Funktionäre:
-(3) Beleidigung bis 500,- Euro und/oder 1 Woche bis 6 Monate Sperre
-(4) Bedrohung - bis 500,- Euro und/oder zwei Wochen bis sechs Monate Sperre
-(6) Tätlichkeiten - bis 1000,- Euro und/oder 3 Wochen bis 12 Monate Sperre evtl. Antrag auf Ausschluss aus dem Verband
-(8) Diskriminierendes, menschenverachtendes oder verfassungsfeindliches Verhalten - bis 5.000, - Euro und/oder bis zu 1 Jahr Sperre eventuell Antrag auf Ausschluss aus dem Verband
§ 46 RuVO Sperren gegen Mitglieder von bis zu 12 Monaten können für den über 8 Wochen (Junioren 4 Wochen) hinausgehenden Zeitraum, in dem tatsächlicher Spielbetrieb stattfindet, zur Bewährung ausgesetzt werden.
-(2) Das Gericht hat im Falle der Aussetzung zur Bewährung Auflagen zu erteilen, deren Erfüllung der Betroffene binnen einer vom Gericht festzusetzenden angemessenen Frist unaufgefordert nachzuweisen hat: Als Auflagen kommen unter anderem Präventionsmaßnahmen in Betracht.
Gremien
NFV-Präsidium:
Bei massiven oder wiederholten Gewalttaten wird in der Regel ein Verbandsausschlussverfahren eingeleitet – insbesondere dann, wenn Mitglieder durch ihr Verhalten schwerwiegende Verletzungen verursacht haben oder sich in gravierenden Fällen diskriminierend, menschenverachtend oder verfassungsfeindlich geäußert bzw. verhalten haben. Die Entscheidung über einen Ausschluss trifft das NFV-Präsidium. In der Regel betrifft dies Einzelpersonen und führt häufig zu mehrjährigen Sperren. Eine Wiederaufnahme in den Spielbetrieb ist üblicherweise an strenge Auflagen geknüpft.
Die AG „Gewaltprävention“:
Bestehet aus Mitgliedern des Präsidiums sowie Hauptamtliche Mitarbeiter. Die Arbeitsgruppe befasst sich mit aktuellen Themen der Gewaltprävention und Antidiskriminierung, beraten zu Satzungsfragen und Verbandsänderungen und initiieren Maßnahmen gegen Gewalt und Diskriminierung.
Aktuelle AG Mitglieder:
- Jan Baßler (Direktor Geschäftsführer)
- Steffen Heyerhorst (Direktor Justiziar)
- Frank Schmidt (Vorsitzender Ausschuss für nachhaltige Verbandsentwicklung)
- Burkhard Walden (Vorsitzender Verbandsspielausschuss)
- Jens Grützmacher (Vorsitzender Bezirk Hannover)
- Marcus Olm (Beauftragter für Qualifizierung)
- Ahmet Elagöz (Beauftragter für Vielfalt und Teilhabe)
- Isabell Hartmann (Beauftragterin für Bereich der Nachhaltigkeit)
- Sebastian Ratzsch (Teamleiter Gesellschaftliche Verantwortung)
- Alain Nkem (Leiter Zentrale Anlaufstelle)
Zentrale Anlaufstelle - Gewalt-/Diskriminierungsvorfällen
Die zentrale Anlaufstelle ist für alle da, die einen Diskriminierungs- oder Gewaltvorfall auf und neben dem Fußballplatz erlebt bzw. melden wollen. Das Aufgabenprofil der zentralen Anlaufstelle umfasst:
- Die systematische Meldungserfassung
- Emotionale Unterstützung
- Kontaktherstellung zu den Konfliktbeteiligten sowie Kreis- und Bezirk verantwortlichen
- Vermittlung und Koordination geeignete Unterstützung und Qualifizierungsangebote
- Ggfls. Beratung des Sportgerichts im Hinblick auf Bewährungsauflagen
- Dokumentation und Nachbereitung
Für jegliche Beratungen gelten selbstverständlich die Prinzipien der Vertraulichkeit und des Schutzes persönlicher Daten. Mehr Infos
NFV-Konfliktlots*innen
Die KonfliktlotsInnen des NFV stehen fußballbegeisterten Menschen in Niedersachsen als regionale Anlaufstelle zur Verfügung, wenn es zu Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen kommt. Sie begleiten und bearbeiten solche Fälle in enger Zusammenarbeit mit den NFV-Kreis- und Bezirksvertreter*innen sowie der zentralen Anlaufstelle. Dabei übernehmen sie folgende Aufgaben:
- Erstberatung und emotionale Unterstützung
- Neutrale Konfliktmoderation
- Durchführung von Schulungsmaßnahmen
- Bedarfsorientierte Vermittlung von Qualifizierungsangebote im Themenbereich
- Begleitung risikobehafteter Spiele
Für jegliche Beratungen gelten die Prinzipien der Vertraulichkeit und des Schutzes persönlicher Daten. Mehr Infos
Anlaufstelle - Schutz vor sexualisierter Gewalt
Die Anlaufstelle zum Schutz vor sexualisierter Gewalt kann für den Fall des Auftretens eines sexuellen Übergriffs im Verein, oder auch des entsprechenden Verdachtes, kontaktiert werden. Durch ihre personelle Besetzung bietet die Anlaufstelle im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise professionelle, in erster Linie rechtliche, Beratung an.
Für jegliche Beratungen gelten die Prinzipien der Vertraulichkeit und des Schutzes persönlicher Daten. Mehr Infos
Vertrauensperson - Geschlechtsangleichung (Transition)
Zum Zweck der Inklusion von Personen, die sich in der Phase einer Geschlechtsangleichung (Transitionsphase) befinden, hat der NFV spezifische Regelungen zur Spielberechtigung in § 5 seiner Spielordnung formuliert. Ebenso enthalten diese Ausführungen Informationen zum verbandsseitig bereitgestellten Angebot, den Gesamtprozess explizit im Hinblick auf die Spielberechtigung der betreffenden Personen durch eine Vertrauensperson zu begleiten.
Die Vertrauensperson ist insbesondere zuständig:
- Als erste und zentrale Ansprechperson während der gesamten Transitionsphase (Beginn der Geschlechtsangleichung bis zur finalen Erteilung der Spielberechtigung).
- Gemeinsame Antragstellung und Entgegennahme von Anträgen.
- Beschaffung und Prüfung notwendiger Nachweise (z. B. dgti-Ergänzungsausweis, medizinische Dokumente).
- Koordination der Rücksprachen mit der Verbandspassstelle.
- Erfassung der eingenommenen Medikamente.
- Festlegung des Transitionszeitpunkts in Absprache mit der betroffenen Person
Für jegliche Beratungen gelten die Prinzipien der Vertraulichkeit und des Schutzes persönlicher Daten. Mehr Infos
Fair bleiben, liebe Eltern
Mit dieser Initiative wollen der DFB und NFV ein Zeichen für einen positiven Umgang der Eltern mit den Talenten, Trainern und Schiedsrichtern bei Jugendspielen setzen. Dabei verteilten die Kinder unmittelbar vor Spiel-/Turnierbeginn grüne Karten an Ihre Eltern, die auf elementares Verhalten während des Spieles hinweisen. Diese Aktion wird im Rahmen des Fair-Play-Tage jede Saison wiederholt. Das Faltblatt und Plakat »Fair bleiben, liebe Eltern!« ist direkt über den Deutschen Fußball-Bund erhältlich. Mehr Infos
Fair Play-Tage
Einmal im Jahr richtet der Deutsche Fußball-Bund gemeinsam mit seinen Landesverbänden bundesweit die Fair Play-Tage aus. Hierfür gilt es, stets auch die Mitgliedsvereine zur Beteiligung an dieser Maßnahme zu bewegen.
- Die Fair Play-Tage werden in den Kreisen im Zeitraum September bis Oktober durchgeführt, die Vorsitzenden der Kreisjugendausschüsse wurden dafür mit dem Fair-Play Material ausgerüstet. Der DFB und der NFV rufen alle Bambini, F-Junior*innen dazu auf, an einem der beiden Spieltage anlässlich der Fair Play-Tage den eigenen Eltern (bzw. Großeltern, Verwandten oder Bekannten) vor dem Spiel die Fair Play-Karte zu zeigen. Mehr Infos
FairplayLiga im Kinderfußball
Bei den Bambini & F-Jugendlichen werden keine Meisterschaftsrunden ausgetragen. Stattdessen finden bei den U7- bis U9-Jährigen Kinderspieltage statt. Die drei Ziele: Spielfreude entfachen, Selbstvertrauen geben und Spielkompetenz entwickeln. Der zentrale Gedanke hinter den Kinderspieltagen ist der, dass alle Kinder dieselbe Spielzeit bekommen, sich auf Augenhöhe gegen Gleichstarke austoben und die individuelle Entwicklung in den Mittelpunkt gestellt wird. Das Markenzeichen der FairplayLiga sind drei einfache Regeln (Schiedsrichterregel, Trainerregel, Fanregel), die die geltenden Fußballregeln ergänzen . Mehr Infos
NFV Fairplay-Pokale
VGH-Fairness-Cup
- Dieser Pokal wurde 1992 vom NFV und dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband als Hermann-Neuberger-Cup ins Leben gerufen. Gesucht wurde erstmals die fairste Mannschaft Niedersachsens. Im ersten Jahr beschränkte sich der Wettbewerb auf Herrenmannschaften von der damaligen Bezirksklasse bis zu den niedersächsischen Teams auf DFB-Ebene. Inzwischen wurde die Fairness-Wertung bis auf sämtliche Kreisligen ausgedehnt, so dass heute rund 1000 Mannschaften beteiligt sind. Neuer Wettbewerbssponsor ist seit dem Jahr 2000 die VGH-Versicherung. Mehr Infos
AOK Fair-Play Cup
- Der Fair Play-Cup Niedersachsen wurde 1987 zum ersten Mal ausgeschrieben und wird seit vielen Jahrzehnten von unserem Partner der "AOK- Die Gesundheitskasse" unterstützt. Bei diesem NFV-Wettbewerb für C- und B-Junioren, die auf Bezirksebene spielen, geht es einmal nicht um Tore und Punkte. Untadeliger Sportsgeist und Zivilcourage sind gefordert, um die Fair Play-Botschaft transportieren zu können und beim Fair-Play-Cup Niedersachsen bestehen zu können. Mehr Infos
Fairplay-Auszeichnungen (Monats-/ Jahressieger*in)
NFV zeichnet seit 2016 einmal im Monat die fairste Geste aus, die sich auf und neben unseren Amateurfußballplätzen abspielen. Unter allen gemeldeten Fair Play-Gesten ermitteln die einzelnen DFB-Landesverbände darüber hinaus am Ende einer jeden Saison ihren jeweiligen Jahressieger und stellen mit ihm gleichzeitig ihren Nominierten für den Wettbewerb auf der Bundesebene. Der Bundessieger wird im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung bekannt gegeben und mit der „Fair Play-Medaille und Urkunde“ ausgezeichnet.
Über den folgenden Link zum Online-Formular können Sie vorbildliches faires Verhalten von Spielern, Trainer:innen, Betreuer:innen oder anderen Vereinsbeteiligten melden. Mehr Infos
Handshake-Ritual
Das Handshake-Ritual im NFV, ist ein Fairplay-Element, bei dem sich alle auf dem Feld befindliche Personen vor und nach jedem Spiel einmal abklatschen. Dieses Ritual soll den Respekt und die Fairness zwischen den Teams fördern.
Individuelle Zeitstrafe (im Jugendbereich)
Zeigen Junior*innen ein aggressives oder unsportliches Verhalten, kann die Spielleitung eine individuelle Zeitstrafe verhängen. Diese Zeitstrafe beträgt fünf Minuten (gemäß § 23 der Jugendordnung) und kann auch ohne vorherige Verwarnung ausgesprochen werden. Eine Eintragung im Spielbericht ist nicht erforderlich – es sei denn, es folgt anschließend eine dauerhafte Feldverweisung.
Spielunterbrechungen
STOPP – Fünf Minuten Pause!
Seit der Spielzeit 2023/24 dürfen NFV-Schiedsrichter*innen bei wiederholt aggressivem Verhalten einer oder mehrerer Personen auf dem Sportgelände eine (fünfminütige) STOPP-Spielpause einsetzen (siehe Bild), um die Gemüter zu beruhigen. Legen dieselben oder auch andere Personen nach Wiederaufnahme des Spiels erneut aggressives Verhalten an den Tag, kann eine zweite Spielpause und zeitgleich „letzte Warnung“ durch die Spielleitung ausgerufen werden. Sollten sich die Gemüter nach wie vor nicht beruhigen und es kommt zu anhaltend aggressivem Verhalten, darf die Spielleitung die Partie abbrechen. Mehr Infos
Captains only
- Der Schiedsrichter*in kann das Protokoll jederzeit anwenden, insbesondere nach wichtigen Entscheidungen oder zur Vermeidung von Konfrontationen.
- Er signalisiert dies durch ein Handzeichen (Arme überkreuzt über dem Kopf, dann nach vorne ausgestreckt).
- Ein 4-Meter-Bereich um den Schiedsrichter ist ausschließlich dem Kapitän vorbehalten. Nur dieser darf diesen Bereich betreten und mit dem Schiedsrichter sprechen.
- Verstöße durch andere Spieler werden geahndet.
- Der Kapitän muss sich respektvoll verhalten
- Der Schiedsrichter kann die Spielfortsetzung verzögern, damit der Kapitän die Entscheidung an sein Team weitergibt. Mehr Infos
Vorsperre
Ein Spieler, der des Feldes verwiesen wurde, ist bis zur Entscheidung der spielleitenden Stelle (nach §16 Abs. 1 SpO) innerhalb von drei Wochen automatisch vorgesperrt. Auch ohne Feldverweis kann bei unsportlichem Verhalten eine Vorsperre ausgesprochen werden.
Fair-Play Fortbildung
Teilnehmenden erhalten praxisorientiertes, leicht umsetzbare Handlungsempfehlungen für den Umgang mit kritischen Situationen. Darüber hinaus werden sie für zentrale gesellschaftliche Themen sensibilisiert und darin gestärkt, grundlegende Werte wie Respekt, Fairness und Toleranz im sportlichen Umfeld zu vermitteln und nachhaltig zu verankern.
Hinweise
- Die Fortbildung ist Kostenfrei
- Anerkannt C-Lizenz Verlängerung
- Dauer 5 LE
- Zielgruppe: Spieler*innen, Trainer*innen, Funktionär
- Veranstaltungsort: Zentral und Dezentral vor Ort
Empowerment-Workshop
Dieser Workshop richtet sich an betroffene von Rassismus und bietet einen geschützten Raum für persönliche und gemeinschaftliche Weiterentwicklung. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden zu stärken, die eigene Identität zu reflektieren, persönliche Stärken zu entdecken und Strategien zu entwickeln, um sich von äußeren Erwartungen und Vorurteilen zu lösen
Hinweis
- Workshop ist Kostenfrei
- Veranstaltungsort: Dezentral vor Ort
Psychologische Betreuung der Schiedsrichter*innen
Das Angebot richtet sich an SchiedsrichterInnen des NFV, die von Gewalt und Diskriminierung betroffen sind. Es bietet eine vertrauliche, individuell zugeschnittene Unterstützung die je nach Bedarf persönlich, telefonisch oder digital erfolgen kann. Die Beratung ersetzt keine Psychotherapie, kann jedoch in belastenden Phasen helfen, die Entstehung klinisch relevanter Symptome zu vermeiden. Mehr Infos
Ergänzend dazu bietet der NFV im Rahmen der Schiedsrichter-Lehrabende eine Präsenzschulung zum Thema „Mentale Gesundheit“ an.
Gewaltprävention „Coolnesstraining“
Dieser Workshop stärkt die Teilnehmenden darin, Gewaltsituationen früh zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Durch praxisnahe Methoden werden diese Fähigkeiten gemeinsam erarbeitet. Im Fokus stehen die Förderung eines wertschätzenden Umgangs sowie die Entwicklung und Festigung verbindlicher Verhaltensstandards im Vereinsalltag.
Hinweise
- Workshop ist Kostenfrei
- Zielgruppe: Spieler*innen, Trainer*innen
- Veranstaltungsort: Dezentral vor Ort
Pädagogisches Training: Gewappnet gegen Diskriminierung
Die Fortbildung in Kooperation mit Zusammen1 stärkt die Trainer*innen darin, Diskriminierungen im Fußball zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Mit dem Vermittlungsformat „Pädagogisches Training“ lernen sie eine innovative Methode kennen, mit der sie das Thema Antidiskriminierung spielerisch in ihren Vereinsalltag integrieren und ihre eigenen Spieler*innen im Umgang mit Diskriminierungen sensibilisieren und stärken können.
Hinweise
- Die Fortbildung ist Kostenfrei
- Zielgruppe: Spieler*innen, Trainer*innen, Funktionär
- Veranstaltungsort: Dezentral vor Ort und zentral in Barsinghausen
Projekt „Fußball verein(t) gegen Rassismus“ (FVGR)
Der Aufbau eines kompetenten Netzwerks gegen Rassismus und Diskriminierung stellt den ständigen Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den Akteur*innen aus Sport und Zivilgesellschaft sicher und kann positive Veränderungen in der Zivilgesellschaft bewirken - genau darauf Ziel das Projekt "Verein(t) gegen Rassismus" ab. Mehr Infos
Ziele:
- Netzwerkaufbauaus aus Akteur*innen der Antidiskriminierungsarbeit
- Prävention & Bildung Angebote aufbauen
- Beschwerdemanagement optimieren
Projekt „Sport mit Courage“ (Smc) Geballt gegen Diskriminierung und Gewalt
Das Projekt „Sport mit Courage“ (Smc) in Kooperation mit dem Landessportbund Niedersachsen ist Teil des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (Z:T) und wird durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat seit 2020 gefördert. Sport mit Courage fördert und unterstützt gezielt die Mitgliedsvereine und Sportbünde des Landessportbundes in ihrem Engagement für Toleranz, Vielfalt und Demokratie. Mehr Infos
Ziele:
- Demokratische Prozesse im Verein stärken
- Vorbildrolle des Sports und der Vereine fördern
- Vereine und Verbände im Umgang mit antidemokratischen und extremistischen Einstellungen unterstützen
- Präventions- & Interventionsarbeit leisten
Aktion: „Helden mit Pfeifen“
Mit dieser Initiative wollten wir Schiedsrichter würdigen und Danke sagen – für ihren Einsatz, ihre Leidenschaft und ihre Geschichten. Gleichzeitig haben wir auch kritische Themen wie Respektlosigkeit gegenüber Unparteiischen und Unfairness thematisiert, die im Sport und auf dem Sportplatz keinen Platz haben. Mit „Helden mit Pfeife“ haben wir Aufmerksamkeit geschaffen und uns für mehr Respekt und Fairplay auf und neben dem Spielfeld eingesetzt.
Zusätzlich hatten Vereine in Niedersachsen und Bremen die Möglichkeit, ein Banner mit der Botschaft „Helden mit Pfeife: Ohne Schiri wär‘ hier gar nix los“ für ihren Sportplatz zu bestellen und so ein sichtbares Zeichen zu setzen.Mehr Infos
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