Zur Halbzeit: Enzen führt Fairness-Wertung an

Der Bezirksligist TuS Schwarz Weiß Enzen thront zur Winterpause an der Spitze des VGH Fairness-Cup. Bei den Kreisen gibt es derweil ein neues Schlusslicht.

Es ist eine kleine Überraschung bei der Halbzeitwertung des VGH Fairness-Cup, denn mit dem TuS Schwarz Weiß Enzen führt ein Bezirksligist das Ranking der fairsten Mannschaften in Niedersachsen an. Insgesamt vier Mannschaften von insgesamt 938 aufgeführten Teams weisen beim Quotienten eine Null vor dem Komma auf, drei von ihnen spielen in der Kreisliga. Mit nur zehn Gelben Karten in 15 Spielen führt Enzen aus dem NFV-Kreis Schaumburg die Wertung an, gefolgt vom SV Dalum (NFV-Kreis Emsland), dem SV Groß Oesingen (NFV-Kreis Gifhorn) und dem SV Olympia Braunschweig (NFV-Kreis Braunschweig). Die „Herbstmeisterschaft“ kommt auch für Enzens Co-Trainer Dirk Sölter ein wenig überraschend: „Ich habe gesehen, dass wir in unserer Liga vorne sind und auch insgesamt einen guten Quotienten haben, hätte aber nicht damit gerechnet, dass wir ganz vorne liegen. Das freut mich sehr.“

Der 65-Jährige übernahm in der Hinrunde aufgrund einer Erkrankung des Chefcoaches Fabian Stapel die Rolle des Trainers. Nach 15 Spielen belegt der Turn- und Sportverein den sechsten Rang in der Staffel 3 der Bezirksliga Hannover. Dass es nicht nur sportlich für Enzen ganz ordentlich läuft, sondern auch in der Fairplay-Wertung, ist für Sölter ein Resultat des eigenen Spielstils. „Wir wollen Fußball spielen, dafür brauchen wir den Ball. Und wenn man den Ball hat, dann kann man nicht foulen. Wir sind eine Mannschaft, die einfach Bock hat, zu kicken und nicht auf übertriebene Härte setzt“, erklärt der Co-Trainer, der seit zwei Jahren bei Schwarz Weiß aktiv ist. „Natürlich gehören Zweikämpfe zum Sport dazu und damit auch Fouls. Wir behandeln unsere Gegner aber immer fair und führen uns entsprechend auf. Als Trainer muss man dieses Verhalten vorleben, dazu gehören simple Dinge wie die Begrüßung des Gegners und der Austausch mit dem Trainer. Das nimmt schon vor Anpfiff die Schärfe raus.“

Mit nur zehn Gelben Karten ist die Mannschaft aus Enzen zur Winterpause das fairste Team in Niedersachsen.

Unter den ersten zehn Mannschaften im Gesamtranking des VGH Fairness-Cups befindet sich neben Enzen noch ein weiterer Bezirksligist. Der TSV Elstorf aus dem NFV-Kreis Harburg führt nicht nur sportlich die Tabelle an, sondern belegt mit 17 Gelben Karten in 17 Partien auch den ersten Platz aller Mannschaften aus dem Bezirk Lüneburg und rangiert in der Gesamtwertung auf dem fünften Rang. Als fairste Profimannschaft darf sich Zweitligist Hannover 96 bezeichnen, der zur Halbzeit mit einem Quotienten von knapp über zwei auf Platz 188 liegt. „Je höher die Spielklasse, desto schneller und athletischer wird das Spiel. Da sind die Zweikämpfe automatisch härter, wodurch es eher mal eine Gelbe Karte gibt. Deshalb ist es aus meiner Sicht schwierig, in den oberen Ligen in der Fairplay-Wertung ganz vorne zu stehen“, so Sölter, der mit seiner Mannschaft in der Rückrunde den Spitzenplatz natürlich gerne verteidigen möchte.

Während Schwarz Weiß Enzen am oberen Ende der Tabelle liegt, rangiert der Oberligist SV Wilhelmshaven auf dem letzten Platz. Im Vergleich aller 31 Kreise belegt Oldenburg-Land/Delmenhorst den unrühmlichen letzten Platz und löst damit – zumindest zur Halbzeitwertung – den NFV-Kreis Celle ab, der sich im Vergleich zur Abschlusswertung der vergangenen Saison auf den siebten Platz vorgearbeitet hat. Ganz oben thront erneut der NFV-Kreis Emsland, gefolgt von Schaumburg und Bentheim.

Auf Bezirksebene darf sich Weser-Ems über die „Herbstmeisterschaft“ freuen. Mit einem Quotienten von 2,66 führt der Westen vor dem Bezirk Lüneburg (Quotient von 2,69). Die Bezirke Braunschweig (Quotient von 2,78) und Hannover (Quotient von 2,78) liegen gleichauf dahinter.


Autor: Sebastian Koelman | Fotos: TuS Schwarz Weiß Enzen