Pokalfinale der Frauen: Später Sieg für 96

In einem über weite Strecken umkämpften und chancenarmen Pokalfinale der Frauen setzte sich Hannover 96 dank eines späten Siegtreffers verdient durch und feierte damit den Titel.
Im 51. Endspiel um den AOK Niedersachsenpokal standen sich der Regionalligist Hannover 96 und der Oberligist SV TiMoNo (Timmel/Moormerlang/Nortmoor) gegenüber. Rund 800 Zuschauer im August-Wenzel-Stadion sahen zunächst eine dominante Anfangsphase von Hannover und den ersten nennenswerten Abschluss der Favoritinnen nach etwa 10 Minuten. Paula Meyer zirkelte einen Freistoß von der halbrechten Seite aus rund 25 Metern einfach mal auf das Tor, doch Anna-Maria Tews im Kasten von TiMoNo war zur Stelle. Nur zwei Minuten später hatten die Ostfriesinnen dann Glück, als sie den Ball nach einer Ecke gerade noch auf der Linie klären konnten. Auf der anderen Seite war es Kapitänin Lea Siemens, die nach etwas mehr als einer Viertelstunde bedrängt von zwei Verteidigerinnen vor Leah Bungeroth auftauchte, doch die 96-Torhüterin parierte den Abschluss aus kurzer Distanz glänzend.
In der Folge fand der Oberligist besser ins Spiel und konnte die Partie gegen die Roten ausgeglichener gestalten. So entwickelte sich in der ersten Hälfte ein umkämpftes Finale mit nur noch wenigen Abschlüssen, stattdessen sahen die Zuschauer viele intensive Zweikämpfe zwischen den beiden Strafräumen. Der Regionalligist aus Hannover hatte zwar leichte Feldvorteile, doch die Ostfriesinnen warfen sich leidenschaftlich in jedes Duell und wurden dabei lautstark von den zahlreich mitgereisten Anhängern unterstützt. Folgerichtig ging es ohne Treffer in die Kabine.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich das Bild zunächst nicht. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend und agierten aus einer kompakten Defensive heraus. In der 64. Minute tauchte dann plötzlich Julia Dose im Strafraum des SV TiMoNo auf und umkurvte Torhüterin Tews, wurde dabei jedoch zu weit nach außen gedrängt und verpasste aus spitzem Winkel eine bessere Einschussmöglichkeit. Hannover war nun das aktivere Team und kam zehn Minuten vor dem Ende durch Leticia Cordes zum nächsten Abschluss, doch ihr Freistoß aus etwa 20 Metern rauschte knapp am Tor vorbei. Bis in die Nachspielzeit hinein warf 96 alles nach vorne und wurde mit dem letzten Angriff belohnt. Einen langen Ball von Lena Rathmann erlief Dose auf der linken Außenbahn, dribbelte in den Strafraum hinein und vollendete etwas glücklich ins kurze Eck zum vielumjubelten 1:0-Siegtreffer (90.+4).
„Grundsätzlich ist der Sieg verdient. Wir hätten schon früher das Tor machen müssen, haben unsere Chancen aber nicht genutzt. Dass der Siegtreffer dann in der Nachspielzeit fällt, ist dann natürlich etwas glücklich für uns. Ein großes Kompliment an TiMoNo, die es defensiv super gemacht und sehr leidenschaftlich verteidigt haben. Der Sieg tut der Mannschaft, aber auch dem gesamten Verein extrem gut und freut mich deshalb umso mehr“, fasste Trainer Kevin Martin die Gefühlslage nach dem Abpfiff zusammen.
Für den tapfer kämpfenden SV TiMoNo war es eine äußerst bittere Niederlage im ersten Pokalfinale der noch jungen Vereinsgeschichte. Dagegen durfte sich Hannover über den zweiten Triumph im Niedersachsenpokal nach 2018 freuen. Zusätzlich zum Pokal erhielten die Siegerinnen von Isabell Hartmann, der Vorsitzenden des Spielausschusses, ein Preisgeld der AOK in Höhe von 500 Euro. Außerdem qualifizierte sich 96 mit dem Sieg auch für die erste Runde des DFB-Pokals in der neuen Saison.
Das Spiel in der Statistik:
Hannover 96 – SV TiMoNo 1:0 (0:0)
Hannover 96: Leah Bungeroth – Erisa Popaj, Mathea König, Svea Rittmeier, Leticia Cordes - Alexia Mikrouli (86. Olivia Lee) – Julia Catharina Dose, Junia Marie Sass (69. Mia Seliger), Lena Rathmann, Paula Johanna Meyer – Nele Obara (41. Lara Theobald). Trainer: Kevin Martin.
SV TiMoNo: Anna-Maria Tews – Larissa Jetses (84. Hannah Soons), Fabia Feeken, Marlit Eden, Lisa Schlegel – Anneke Kampen, Alina Murra, Tomke Hasnik, Fenna Borde (90.+2 Franziska Simon) – Lina Wallbaum, Lea Siemens (82. Marike Hebig). Trainer: Jan-Henrik Koppelkamm.
Tor: 1:0 Julia Catharina Dose (90.+4).
Schiedsrichter: Julia Franziska Lühring (TV Gut Heil Axstedt). Assistenten: Martin Janusz Meyerholz (SV Blau-Weiß Bornreihe), Malte Brau (SV Grün-Weiß Beckendorf).
Siegertafel
| Jahr | Sieger | Jahr | Sieger |
|---|---|---|---|
| 1974 | SV Nüttermoor | 2000 | SV Victoria Gersten |
| 1975 | Sparta Göttingen | 2001 | SV Victoria Gersten |
| 1976 | Sparta Göttingen | 2002 | FSV Westerstede |
| 1977 | SV Arminia Hannover | 2003 | SV Victoria Gersten |
| 1978 | Rotenburger SV | 2004 | TV Jahn Delmenhorst |
| 1979 | VfL Wildeshausen | 2005 | SuS Timmel |
| 1980 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2006 | VfL Oythe |
| 1981 | VfL Wildeshausen | 2007 | Mellendorfer TV |
| 1982 | VfL Wildeshausen | 2008 | VfL Oythe |
| 1983 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2009 | VfL Wolfsburg II |
| 1984 | VfL Wildeshausen | 2010 | BV Cloppenburg |
| 1985 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2011 | TSG Burg Gretesch |
| 1986 | VfL Wildeshausen | 2012 | VfL Wolfsburg II |
| 1987 | TSV Fortuna Sachsenross Hannover | 2013 | VfL Wolfsburg II |
| 1988 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2014 | SV Union Meppen |
| 1989 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2015 | SV Union Meppen |
| 1990 | VfR Eintracht Wolfsburg | 2016 | SV Union Meppen |
| 1991 | VfL Wildeshausen | 2017 | TV Jahn Delmenhorst |
| 1992 | Jahn Delmenhorst | 2018 | Hannover 96 |
| 1993 | SV Victoria Gersten | 2019 | BTSV Eintracht Braunschweig |
| 1994 | Wolfenbütteler SV | 2020 | TV Jahn Delmenhorst |
| 1995 | VfL Wildeshausen | 2021 | FC Pfeil Broistedt |
| 1996 | Jahn Delmenhorst | 2022 | VfL Jesteburg |
| 1997 | Jahn Delmenhorst | 2023 | TSV Barmke |
| 1998 | WSV Wendschott | 2024 | ESV RW Göttingen |
| 1999 | FSV Westerstede | 2025 | Hannover 96 |