Delmenhorst, Einum oder Flegessen/Hasperde?

Es wird heiß beim NFV-Nachhaltigkeitspreis: Nach dem Ende der Bewerbungsfrist kam die elfköpfige Jury nun in einer digitalen Sitzung zusammen, um per Punktevergabe die drei besten Projekte zu ermitteln. Durchgesetzt haben sich der TV Jahn Delmenhorst (NFV-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst), SV Einum (Hildesheim-Holzminden) und FC Flegessen/Hasperde (Hameln-Pyrmont).
Bis zum 31. Januar waren insgesamt 55 Bewerbungen eingegangen, von denen 50 die Ausschreibungskriterien erfüllten. Die Auszeichnung der drei Vereine erfolgt im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung am 5. Juni im Dänischen Pavillon auf dem EXPO-Gelände in Hannover, bei der dann auch die genauen Platzierungen der drei Projekte bekannt gegeben werden. In Aussicht stehen zweckgebundene Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 15.000 Euro, die mit Unterstützung der Partner Volkswagen, den Sparkassen in Niedersachsen und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung an die drei Siegervereine ausgeschüttet werden.

Der TV Jahn Delmenhorst konnte die Jury mit seinem Projekt „#StehaufgegendenHass“ überzeugen. Nach einer Reihe hasserfüllter Kommentare unter ihren Beiträgen auf den sozialen Plattformen TikTok und Instagram hat die 2. Frauenmannschaft des TV Jahn entschieden: „Wir möchten nicht länger schweigen. Wir wollen zeigen, dass digitale Angriffe reale Menschen treffen – und dass wir Hass im Netz nicht akzeptieren.“ Für sein Projekt hat das Team einige der schlimmsten Kommentare ausgewählt und es auf weißen Blättern zitiert. Fünf Spielerinnen hielten einen dieser Zettel in die Kamera. Dann erhoben sie sich nacheinander und zerrissen die Blätter – ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie diese Form der Abwertung nicht hinnehmen. Im Anschluss traten weitere Spielerinnen ins Bild und setzten ein klares, positives Statement: „Für Respekt. Gegen Hass. Für Fußball.“ Ziel sei es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass digitale Hetze Konsequenzen hat, und Respekt, Fairness und Zusammenhalt zu stärken – im Sport und im Netz. Die Aktion hat bereits überregional Aufmerksamkeit bekommen und wurde unter anderem im Weser-Kurier sowie in der Sport BILD aufgegriffen.

Der SV Einum punktete mit dem „Sonnentaler Hallenmasters“. Das Masters ist ein jährlich stattfindendes Non‑Profit‑Hallenfußballturnier, getragen von einem nachhaltigen Netzwerk regionaler Unterstützer. Im Jahr 2025 zog die Veranstaltung über 5.300 Gäste an und erzielte eine hohe mediale Reichweite mit mehr als einer Million Aufrufen auf Instagram. Das Turnier verbindet sportlichen Wettbewerb konsequent mit ökologischer Nachhaltigkeit. Dazu zählen unter anderem ein CO₂-neutrales Bandensystem, Tore aus recyceltem Aluminium sowie eine konsequent regionale Produktion, die Transportwege minimiert. Verbleibende Emissionen werden vollständig kompensiert. Darüber hinaus verfolgt das Hallenmasters einen umfassenden Zero-Waste-Ansatz und setzt auf soziale Verantwortung. Mehrwegkonzepte, konsequente Mülltrennung und regionales Catering sind feste Bestandteile des Events. Ergänzt wird dies durch Spenden an wohltätige Zwecke, Inklusions- und Schülerspiele sowie die kostenlose Teilnahme für benachteiligte Kinder und stark vergünstigte Eintrittspreise. Ziel des Sonnentaler Hallenmasters ist es, sich als nachhaltigstes Hallensportevent Deutschlands zu etablieren und zugleich als skalierbares Vorbild für umweltbewusste Sportveranstaltungen in Niedersachsen und darüber hinaus zu dienen.


„Anstoß Zukunft“ lautet der Projektname des FC Flegessen/Hasperde: Aufbauend auf einer seit über zehn Jahren gewachsenen Vereinsarbeit wird diese gezielt zu einem langfristigen und ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept für die Jugendarbeit weiterentwickelt. Das Konzept umfasst dabei sechs zentrale Gestaltungsfelder: eine werteorientierte Jugendarbeit, nachhaltige Mobilität, die Förderung von Integration und Diversität, einen bewussten Umgang mit Material und Sportkleidung, Maßnahmen rund um Gesundheit und Ernährung sowie den verantwortungsvollen Einsatz von Energie, Wasser und die Reduzierung von Müll. Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Dazu zählen unter anderem klare Verhaltensleitlinien, eine bewusst reduzierte Ergebnisorientierung im Jugendbereich, gezielte Aus- und Weiterbildungen für Trainer und Schiedsrichter, die Förderung von Fahrgemeinschaften, die Weitergabe von Materialien sowie vielfältige integrative Angebote. Im Mittelpunkt steht dabei das übergeordnete Ziel, Verantwortung für Kinder und Jugendliche zu übernehmen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen – und dies im Rahmen eines kontinuierlichen, langfristig angelegten Entwicklungsprozesses.
Text und Fotos: Niclas Jakobs
