Martina Müller führt Barmke in die Regionalliga Nord

Sie war Welt- und Europameisterin, Deutsche Meisterin sowie Pokalsiegerin und reckte zweimal die Champions League-Trophäe in die Höhe. Seit dem heutigen Pfingstsonntag ist Martina Müller zudem Niedersachsenmeisterin. Mit einem Tor und zwei Vorlagen führte die inzwischen 42-Jährige den TSV Barmke im Duell der beiden Staffelsieger der Niedersachsenligen West und Ost zum Titel und damit zum Aufstieg in die Regionalliga Nord. Ein Erfolg, der ihr in ihrer grandiosen Karriere bisher fehlte. „Ich bin noch nie in die Regionalliga aufgestiegen. Als ich damals mit dem TV Jahn Calden noch in der Oberliga gespielt habe, sind wir in der Qualifikation immer gescheitert. Insofern ist dieser Aufstieg schon was Besonderes für mich“, erklärte Müller nach dem Abpfiff im Gespräch mit dem Fußball-Journal Niedersachsen.

Vom TV Jahn Calden war sie 1998 als 18-Jährige zum FSV Frankfurt gewechselt. Über den SC 07 Bad Neuenahr kam sie 2005 zum VfL Wolfsburg, wo sie zu einer der erfolgreichsten deutschen Spielerinnen aller Zeiten aufstieg. Nach dem Ende ihrer Karriere und einer zweijährigen Pause kickte sie ab 2017 beim STV Holzland in der Landesliga Braunschweig, ehe sie sich zu dieser Saison dem TSV Barmke anschloss. Dort erzielte sie sowohl in der Staffel B der Niedersachsenliga Ost (19 Treffer in 14 Spielen) als auch in der anschließenden Staffelsiegrunde (9 Treffer in sechs Spielen) die meisten Tore für den Klub aus dem NFV-Kreis Helmstedt, den sie auch am Pfingstsonntag gegen die SG TiMoNo aufs Siegergleis stellte.

Nach fünf Minuten verwandelte Müller einen Handelfmeter souverän zur frühen Führung. Der Gegner, bei dem es sich um einen Zusammenschluss im Frauen- und Mädchenfußball der Vereine SuS Timmel (Landkreis Aurich) sowie SV Warsingsfehn und SV Nortmoor (beide Landkreis Leer) handelt, mühte sich zwar nach Kräften, hatte der Barmker Dominanz aber nicht wirklich etwas entgegen zu setzen. Spiel- und Zweikampfstark im Mittelfeld und sicher in der Abwehr, ließen die Blau-Gelben in den gesamten 90 Minuten nur zwei Schüsse aufs eigene Tor zu. Gleich in der ersten Minute scheiterte Lea Siemens dabei ebenso wie kurz vor Schluss Alina Murra an TSV-Keeperin Jana Burmeister.

400 Zuschauer im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion sahen nach 26 Minuten eine Art Vorentscheidung, als Martina Müller im Strafraum mit viel Übersicht quer zu Ramona Reichpietsch passte und diese SV-Torhüterin Anna-Maria Tews keine Chance ließ. Die aufgerückte Innenverteidigerin Lina Peth markierte in der 40. Minute das 3:0, ehe die Kombi Müller/Reichpietsch, diesmal setzte die zweifache Weltmeisterin (2003, 2007) ihre Teamkameradin per Kopf in Szene, in der 75. Minute zum Endstand führte. Gefragt, ob sie in einem ihrer vielen (gewonnenen) Finalspiele schon einmal eine vergleichbare Ausbeute erzielt hat, antwortete Martina Müller: „Daran messe ich mich nicht. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft funktionieren.“ In der kommenden Saison will sie auch in der Regionalliga für den TSV Barmke auf Torjagd gehen.

Seit 1972 wird der „Niedersachsenmeister der Frauen“ ermittelt. Die Titel wird in einem Finale ausgespielt: Jeweils zum Saisonende bestreiten die Meister der Niedersachsenliga-Staffeln Ost und West ein Endspiel um die begehrte Trophäe sowie den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Nord. In den Jahren 2020 und 2021 fand aufgrund der pandemischen Lage (Corona) kein Finale statt. Rekord-Titelträger sind der VfL Wildeshausen und Sparta Göttingen, die je sechs Landesmeisterschaften erringen konnten.

Das 49. Endspiel um die niedersächsische Meisterschaft der Frauen in der Statistik

TSV Barmke: Jana Burmeister – Nora Berger (82. Jana Kafka), Lina Peth, Lea Wohlfahrt, Thalia Reckewell (85. Karolin Schulze) - Rebecca Spelly (66. Anna-Lena Müller), Katharina Runge - Ramona Reichpietsch, Leonie Stenzel (78. Janninka Pribyl), Johanna Bartel – Martina Müller. Trainer: Marcel Kirchhoff.

SG TiMoNo: Anna-Maria Tews – Jana Pastorek (46. Katharina Balssen), Marlit Eden, Sandra Hamphoff, Stella Krull (64. Larissa Jetses) – Kea Winkelmann, Lisa Schlegel (46. Michelle Van-Göns), Alina Murra, Fenna Borde - Lea Siemens, Anneke Kuper (77. Sina Gatena). Trainer: Jan-Henrik Koppelkamm.

Tore: 1:0 Martina Müller (5., Handelfmeter), 2:0 Reichpietsch (26., Vorarbeit Martina Müller), 3:0 Peth (40.), 4:0 Reichpietsch (75., Martina Müller). Gelbe Karten: Borde (39.), Winkelmann (84.). Zuschauer: 400.

Schiedsrichterin: Iman Mona Youssef (JSG Lausenhagen); Assistentinnen: Celina Dettmering (Autertaler SC), Svenja Schwörer (TSV Kirchdorf).

Sieger NFV-Frauenmeisterschaft:

1972 Sparta Göttingen

1973 Sparta Göttingen

1974 Sparta Göttingen

1975 Jahn Delmenhorst

1976 Sparta Göttingen

1977 VfL Wildeshausen

1978 Rotenburger SV

1979 Jahn Delmenhorst

1980 VfL Wildeshausen

1981 VfL Wildeshausen

1982 VfR Eintracht Wolfsburg

1983 VfL Wildeshausen

1984 VfR Eintracht Wolfsburg

1985 VfL Wildeshausen

1986 VfL Wildeshausen

1987 Rotenburger SV

1988 SV Hage

1989 SV Wilhelmshaven

1990 VfL Westercelle

1991 TSG Burg Gretesch

1992 SG Erbstorf/Ilmenau

1993 Victoria Gersten

1994 TuS Westerholz

1995 Wolfenbütteler SV

1996 SV Stöckheim

1997 SV Fortuna Salzgitter

1998 SV Hastenbeck

1999 SV Hastenbeck

2000 FSV Westerstede

2001 SuS Timmel

2002 SV Hastenbeck

2003 Sparta Göttingen

2004 FSG Twist

2005 MTV Mellendorf

2006 VfL Oythe

2007 SV Höltinghausen

2008 TSV Havelse

2009 TSG Ahlten

2010 TSV Eintracht Immenbeck

2011 SF Wüsting-Altmoorhausen

2012 VfL Wolfsburg II

2013 ESV Fortuna Celle

2014 TSV Limmer

2015 TV Jahn Delmenhorst

2016 Union Meppen

2017 SV Meppen II

2018 TuS Büppel

2019 Hannover 96

2020 nicht ausgetragen

2021 nicht ausgetragen

2022 TSV Barmke

 

 


Autor: maf