Empfehlungen zum Hitzeschutz im Fußball

Die hochsommerlichen Temperaturen stellen für Menschen allen Alters eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere beim Sport sind Vorsichtsmaßnahmen empfehlenswert.

Die Kommission Medizin & Gesundheit des Deutschen Fußball-Bundes hat für alle Spielerinnen und Spieler eine Empfehlung herausgegeben, um bei den aktuell vorherrschenden Temperaturen den Trainings- und Spielbetrieb entsprechend zu anzupassen respektive Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Angesichts des klimatischen Veränderungen muss mit häufig auftretenden hohen Temperaturen gerechnet werden. 

Für die gesundheitliche Belastung sind nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit und Wind entscheidend. Im Profifußball wird daher häufig die sogenannte Wet Bulb Globe Temperature (WBGT) genutzt, die diese Faktoren kombiniert. Im Amateurfußball reicht die Orientierung an der Lufttemperatur meist aus.

Gesundheitliche Gefahren

Hohe Temperaturen können zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Neben "oberflächlichen" Einflüssen auf die Haut, die zum Sonnenbrand und langfristig zu einer erhöhten Gefährdung für Krebserkrankungen der Haut führen können, sind auch weitergehende Gefährdungen zu bedenken: Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps (Blutdruckabfall), Sonnenstich und Hitzschlag. Deshalb werden verschiedene Maßnahmen empfohlen, um diese Gefahren zu minimieren.

  • Sonnenschutz, sprich Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, auch bei bewölktem Himmel
  • Lange Ärmel schützen vor Sonnenbrand
  • Torhüter sollten eine Sonnenschutzkappe tragen
  • Trainings und Spiele möglichst außerhalb der Mittags-/Nachmittagsstunden durchführen
  • Besprechungen in gekühlten Räumen oder im Schatten abhalten
  • Wasserversorgung anbieten
  • Besonders auf ältere und vorerkrankte Personen achten
  • Kühlungsmaßnahmen wie (Eis-)Bäder, Kühlwesten, nasse Handtücher, Ventilatoren oder ähnliches anbieten
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • Trinkpausen während der Trainings und Spiele 
     

Aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen ist ein einheitliches Vorgehen von Seiten des Verbandes vorerst nicht geplant. Jeder Verein sollte auf die Einhaltung der empfohlenen Maßnahmen achten. Die Kommission empfiehlt, Spiele, bei denen eine Temperatur von über 40 Grad Celsius herrschen, nicht auszutragen. Zudem sollte über eine Verlegung der jeweiligen Partie nachgedacht werden, wenn die Temperatur über 35 Grad Celsius liegt. Eine finale Entscheidung bleibt bei den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, welche die genannten Einflussfaktoren zu überprüfen und zu berücksichtigen haben.

Umgang mit hitzebedingten Erkrankungen

Der Umgang mit hitzebedingten Erkrankungen folgt einem einfachen Schema: Patienten zügig in den Schatten bringen, Flüssigkeitszufuhr, möglichst intensive Kühlungsmaßnahmen einleiten. Dazu sollten bereits bei Erwartung einer hohen Hitzebelastung Vorbereitungen getroffen werden, so dass bestenfalls ein Kaltwasserbecken/-tonne oder zumindest ausreichend gekühltes Wasser bzw. Eis vorhanden sind, um solche Erkrankungen bestmöglich zu behandeln. Bei allen Formen von Hitzekollaps und Hitzschlag, die mit Kreislaufproblemen und/oder Bewusstseinstrübungen einhergehen, ist umgehend ein (Not-)Arzt zu rufen.

Das Risiko für derartige Ereignisse ist höher 

  • zu Beginn der warmen Jahreszeit und bei Auslandsreisen in wärmere Klimazonen (fehlende Akklimatisierung)
  • zu Beginn der Vorbereitung (geringere Fitness der Spieler*innen)
  • nach vorausgegangener Infektion (vor allem mit Flüssigkeitsverlust bei MagenDarm-Infekten) oder anderweitiger Trainings-/Spielpause
  • bei Kindern (schlechtere Selbsteinschätzung und ungünstigeres Verhältnis Körperoberfläche/Gewicht)
  • älteren Personen und Vorerkrankungen
  • bei Übergewicht
     

Bei einem Sonnenstich handelt es sich um eine Reizung der Hirnhäute, die u. a. mit starken Kopf-, Nackenschmerzen und Übelkeit verbunden sein kann und in der Regel durch eine zu lange, zu intensive direkte Sonneneinstrahlung hervorgerufen wird. Menschen mit geringer Kopfbehaarung sind besonders betroffen. Der Hitzschlag hingegen ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die auf eine zu hohe Körperkerntemperatur zurückzuführen ist (in der Regel >40°C). Die betroffenen Personen sind im Extremfall bewusstlos und die Schweißsekretion stoppt. Neben dem Sonnenstich und dem Hitzschlag kann es insbesondere bei hohen Lufttemperaturen und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit („Schwüle“) auch zu einer Hitzeerschöpfung kommen. Dabei handelt es sich um eine Funktionseinschränkung des Herz-Kreislauf-Systems, die ebenfalls zur Bewusstlosigkeit des Patienten führen kann. In diesen Fällen ist der Notruf zu wählen.


Autor: sk/dfb | Foto: Imago