Pokalviertelfinale: Elfmeter-Wahnsinn in Egestorf und Lohne

Das Halbfinale im Krombacher Niedersachsenpokal der Amateure ist komplett – und die vier Viertelfinalpartien am vergangenen Wochenende hatten es in sich.

Den Auftakt machten Bezirksligist STK Eilvese und der SV Wilhelmshaven am Samstagnachmittag. Beim Pokaldebüt von Ex-Bundesligaprofi und SVW-Spielertrainer Sebastian Polter avancierte der ehemalige Emden-Stürmer Tido Steffens mit einem sehenswerten Dreierpack zum Matchwinner für die Jadestädter (30., 51. und 77. Minute). Der STK, der im Achtelfinale Oberligist SV Vorwärts Nordhorn mit 3:2 aus dem Pokalrennen geworfen hatte, war nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch den ehemaligen Havelse-Verteidiger Besfort Kolgeci (48.) auch dem 2:2 ganz nah, musste sich aber nach dem dritten Streich von Steffens endgültig geschlagen geben.

Der SC Spelle-Venhaus steht im Halbfinale des Krombacher Niedersachsenpokals. Foto: Leon Tonhäuser

Wenige Stunden später folgte der SC Spelle-Venhaus dem Ligakonkurrenten in die Vorschlussrunde - der aktuelle Tabellenfünfte der Oberliga beendete die Pokalträume vom Titelverteidiger Lüneburger SK Hansa durch einen deutlichen 4:1-Erfolg vor heimischer Kulisse. Das Speller 1:0 durch Tom Winnemöller (27.) glich der LSK durch ein Eigentor von Janik Jesgarzewski zwar nur sieben Zeigerumdrehungen später aus, doch der SCSV ging durch einen abgefälschten Freistoß von Moritz Pauli noch vor dem Pausentee erneut in Führung (38.). Im zweiten Durchgang verhinderte LSK-Torwart Arne Exner mit tollen Paraden zunächst einen höheren Rückstand, bevor es die eingewechselten Jan-Luca Ahillen (82.) und Adrian Lenz (85.) dann doch deutlich machten.

Deutlich enger wurde es am Sonntag in Egestorf und Lohne – jubeln durften am Ende jedoch jeweils die Gäste. Sowohl der TuS Bersenbrück als auch der BSV Rehden komplettierten nach einem packenden Elfmeterschießen das Halbfinale.

Der TuS setzte sich mit 9:8 gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder durch - zuvor stand es nach einem wilden Schlagabtausch über 90 Minuten 3:3. Dass der letztjährige Pokalfinalist vom Punkt antreten durfte, hatte er dabei insbesondere Markus Lührmann zu verdanken. Der TuS-Stürmer brachte die Elf von Cheftrainer Hanjo Vocks in der ersten Hälfte zwei Mal in Führung (26., 59.) und rettete sein Team mit seinem dritten Treffer ins Elfmeterschießen, nachdem Germania in der Schlussphase in Person von Hasan Özdemir (83.) und Pino Ballerstedt (85.) das Spiel zwischenzeitlich gedreht hatte. Vom Punkt sorgte schließlich Mannschaftskollege Jeremiah Winter für den viel umjubelten Halbfinaleinzug und das – Achtung Wortspiel – Überwintern im Pokal.

Luis Montero (rechts) erzielte die zwischenzeitliche 2:1-Führung für den BSV Rehden. Foto: Cord Krüger

Noch dramatischer ging es in Lohne zu, wo die gastgebenden Blau-Weißen vor 802 Zuschauern gegen Rehden in der 95. Minute durch Nico Thoben zunächst den viel umjubelten Ausgleich zum 2:2 schafften - um dann aus elf Metern doch den Kürzeren ziehen zu müssen. Zuvor hatte Takang-Ngufor Anubodem den BSV bereits nach 47 Sekunden in Führung gebracht, die durch einen schönen Schlenzer von Lohnes Rilind Neziri noch in der Anfangsviertelstunde egalisiert wurde (13.). Im zweiten Durchgang sorgte Rehden-Stürmer Luis Felipe Monteiro nach einer feinen Einzelleistung für erneuten Jubel bei seinen Farben, eher der vermeintliche Lucky Punch von Thoben folgte.

Im direkt anschließenden Elfmeterschießen schlug schließlich wieder einmal die Stunde von „Hexer“ Daniel Banfalvi: Nachdem zuvor alle neun Schützen verwandelt hatten, kratzte der BSV-Keeper wie schon im Achtelfinale den entscheidenden Elfer aus dem Eck und sorgte so für ein gelungenes Debüt von seinem neuen Cheftrainer Jan Stromberg.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Heim Gast Ergebnis
STK Eilvese SV Wilhelmshaven 1:3
SC Spelle-Venhaus Lüneburger SK Hansa 4:1
1. FC Germania Egestorf-Langreder TuS Bersenbrück 8:9 n.E.
BW Lohne BSV Rehden 6:7 n.E.

Autor: nj