DFB veröffentlicht Lagebild zum Amateurfußball

Die Anzahl an Spielabbrüchen ist bundesweit leicht gestiegen. Auch in Niedersachsen gab es in der vergangenen Saison mehr gemeldete Vorfälle.

Die Lage auf Deutschlands Amateurfußballplätzen hat sich in der Saison 2025/2026 insgesamt auf dem Niveau des vorherigen Jahres bewegt. Das geht aus dem Lagebild Amateurfußball hervor, das der Deutsche Fußball-Bund seit zwölf Jahren in jeder Spielzeit erhebt.  

Bei insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossenen Spielberichten zeigten sich nur leichte Veränderungen. Während die Zahl der Partien mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen zum dritten Mal in Folge zurückging (auf 5450), wurden geringfügig mehr Spiele abgebrochen (842 nach 825 im Jahr zuvor). Damit wurde bei 0,42 Prozent aller Spiele mit abgeschlossenen Spielbericht ein Vorkommnis gemeldet und 0,066 Prozent abgebrochen.  

Bei 3.386 Spielen wurde über die elektronischen Spielberichte mindestens ein Gewaltvorfall gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 0,26 Prozent an allen Partien mit abgeschlossenem Spielbericht (Vorsaison: 0,27 Prozent). Auch die Zahl der Begegnungen mit mindestens einem gemeldeten Diskriminierungsvorfall ging minimal zurück von insgesamt 2.398 (Anteil Vorsaison: 0,19 Prozent) auf 2.315 (0,18 Prozent). Die Bandbreite der gemeldeten Vorfälle reicht von Bedrohungen bis hin zu körperlichen Übergriffen. 

In Niedersachsen fanden im vergangenen Jahr insgesamt 138.635 Spiele mit einem elektronischen Spielbericht statt, von denen 84 aufgrund eines gewalttätigen oder diskriminierenden Vorfalles abgebrochen werden mussten. Das sind im Vergleich zum Vorjahr bei 142.554 Spielen sechs Vorfälle weniger. Dagegen ist die Anzahl der Spiele mit mindestens einem Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall leicht gestiegen – von 532 auf 547 (plus 0,3 Prozent).

Bei 348 Spielen wurden Spielerinnen oder Spieler als Geschädigte gemeldet, in 185 Partien betrafen Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle den Unparteiischen. Bei den Schiris konnte im Vergleich zur Vorsaison ein leichter Rückgang verzeichnet werden (2024/25: 215 Spiele), während die Zahl der Spiele mit geschädigten Spielern zugenommen hat (2024/25: 308 Spiele).

Insgesamt gab es 333 Spiele mit einem gemeldeten Gewaltvorfall und damit 0,2 Prozent mehr als in der vorherigen Spielzeit (315 Partien). Einen minimalen Rückgang gab es dagegen bei diskriminierenden Vorfällen. Hier wurden in der vergangenen Saison 236 Begegnungen mit mindestens einem solchen Vergehen gemeldet und damit ein weniger als im Jahr zuvor (237 Spiele).

„Es ist erfreulich, dass wir erneut einen Rückgang der Zahl von Spielabbrüchen verzeichnen können. Nachdenklich muss uns jedoch stimmen, dass wir gleichzeitig relativ gesehen einen leichten Anstieg von Meldungen über Gewaltvorfälle und Diskriminierungen zu verzeichnen haben. Ein fairer und respektvoller Umgang auf und abseits des Rasens ist nach wie vor unerlässlich und sollte bei allem sportlichen Ehrgeiz an erster Stelle stehen. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und entsprechenden Maßnahmen weiter dafür arbeiten, dass wir die Zahl der Vorfälle minimieren und unsere Werte konsequent umsetzen“, so Frank Schmidt, NFV-Vizepräsident und Vorsitzender des Ausschusses für nachhaltige Verbandsentwicklung.

Seit der Saison 2014/15 lässt der DFB jährlich auf Grundlage der Spielberichte der Unparteiischen ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist. In die Statistik fließen dabei alle Spiele ein, bei denen die Schiedsrichter entsprechende Vermerke im elektronischen Spielbericht vornehmen. Vorfälle können rund um ein Spiel beim Schiri oder im Anschluss bei der jeweiligen Anlaufstelle für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle des zuständigen Landesverbandes gemeldet werden. Spielabbrüche sind ohnehin zu erfassen, um anschließend sportgerichtlich aufgearbeitet zu werden.


Autor: sk | Foto: Imago