Wölfe bejubeln 20. Pokaltitel

Der VfL Wolfsburg hat zum 20. Mal die niedersächsische Pokalmeisterschaft der A-Junioren (U 19) gewonnen.
Im einem vor allem in der ersten Hälfte sehr unterhaltsamen und sehenswerten Finale bezwangen die Schützlinge von Trainer Daniel Bauer gestern Abend im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion den JFV Ahlerstedt/O/B/H/H mit 5:2 (3:2). Der Jugendförderverein aus den Landkreisen Stade und Rotenburg kann sich damit trösten, in der kommenden Saison ebenfalls im DFB-Pokal zu stehen, da sich die Wölfe dieses Ticket bereits über die U 19-DFB-Nachwuchliga gesichert hatten.
„Wir haben verloren, weil wir heute die ersten 25 Minuten nicht auf dem Platz waren“, resümierte JFV-Trainer Olaf Lakämper. Seine Elf hätte in dieser Phase zu wenig Zweikämpfe und zu wenige zweite Bälle gewonnen.
Dabei hatte die Partie aus Sicht des Regionalliga-Meisters vielversprechend begonnen. Denn die erste Großchance bot sich A/O. Nach einem langen Pass von Verteidiger Lasse Schumacher durch die Mitte tauchte Ruwen Albrecht frei vor dem Wolfsburger Gehäuse auf. Doch VfL-Keeper Benedikt Börner hatte aufgepasst und konnte in letzter Sekunde vor der Strafraumlinie retten (3.).
Sieben Minute später führte die zweite Wolfsburger Ecke, die auf der rechten Seite kurz ausgeführt wurde, zum Führungstreffer. Bruno Katz flankte mit links in den Strafraum, wo sein Kapitän Jonathan Akaegbobi das Leder per Kopf ins lange Eck wuchtete.
Ebenfalls über die rechte Seite entstand in der 19. Minute der zweite VfL-Treffer. Eine leicht abgefälschte Flanke des starken Jan Bürger nahm Nilas Yacobi im Strafraum mit dem Knie herunter und vollstreckte dann mittig aus gut sieben Metern. Neun Minute später hätte es sogar 3:0 stehen müssen. A/O-Schlussmann Laurin Peschlow spielte beim Aufbauversuch Wolfsburgs Darwin Soylu den Ball in die Füße, doch dieser zielte mit links von der Strafraumgrenze knapp am rechten Pfosten vorbei.
Kurz darauf (180 Sekunden) war es dann aber so weit. Till Neininger setzte auf rechts Jan Bürger in Szene, dessen gut getimte Hereingabe Akaegbobi einschob (30.). Erinnerungen wurden wach an das Vorjahresfinale, in dem Wolfsburg den SV Meppen mit 5:0 bezwungen hatte. Auch damals traf Akaegbobi zweimal.
Dass es diesmal nicht so kam, lag sicherlich auch daran, dass A/O nahezu postwendend ebenfalls erfolgreich war. Erneut zischte ein langer Ball von hinten durch die Wolfsburger Reihen, wo der kurz vorm Strafraum aufnehmende Ruwen Albrecht sich nicht lange bitten ließ, und die Kugel unbedrängt ins linke untere Eck schoss (32.). „Wir wussten wie gefährlich Ruwen ist, der uns mit einem super Tiefenlauf erwischt hat“, lobte VfL-Coach Daniel Bauer den Torschützen und konstatierte: „Das 1:3 fiel zum falschen Zeitpunkt. Hätte das 3:0 länger Bestand gehabt, wären wir souveräner geblieben. Fußball ist nun einmal auch Kopfsache. Die Jungs kamen ins Überlegen, weil sie auf einmal etwas zu verlieren hatten.“
Bauers Team zeigte sich anschließend ungeordnet und hatte zunächst noch Glück, als Kevin Müller allein aufs VfL-Tor zulief, im letzten Moment aber noch von Elia Dittrich gestoppt werden konnte. A/O schnupperte am Anschlusstreffer, der dann in der 39. Minute mit Unterstützung von VfL-Keeper Börner fallen sollte. Ein (wieder einmal!) langer Ball von Motzkus landete an der Strafraumgrenze auf dem Kopf von Müller, der das Leder über den weit aus seinem Kasten herausgeeilten und zu spät kommenden Börner ins Netz beförderte.
Wolfsburg antwortete, scheiterte aber gleich zwei Mal an Peschlow. Zunächst lenkte der JFV-Keeper einen direkten Freistoß von Soylu um den Pfosten, dann entschärfte er nach der anschließenden Ecke einen Schuss von Mandity. Diese beiden guten Gelegenheiten zum Ende des ersten Abschnitts änderten aber nichts an der Stimmung der Wolfsburger. „In der Kabine hat man nicht gespürt, dass wir führen. Sondern es gab hängende Köpfe“, berichtete Bauer, der mit Wiederanpfiff zwei Änderungen vornahm. Für Soylu und Mandity kamen Pharell Hensel und der frühere U 16-Nationalspieler Trevor Benedict.
Und Benedict war es, der für den ersten Höhepunkt nach Wiederanpfiff sorgte. In der 49. Minute leitete er einen Konter ein, den er nach Doppelpass mit Katz auch erfolgreich abgeschlossen hätte, wenn nicht Peschlow überragend mit dem linken Fuß gehalten hätte. Anschließend beruhigte sich die Szenerie, Wolfsburg agierte jetzt wieder deutlich souveräner und stabiler.
Der zahlreich nach Barsinghausen angereiste A/O-Anhang versuchte immer wieder mit rhythmischen Klatschen das eigene Team aufzumuntern. Doch gefährlich kam es bis zur 72. Minute nicht vors VfL-Tor. Bis Albrecht den Ball auf die linke Seite zu Lasse Schumacher spielte, der mit einem beherzten Schuss beinahe den Ausgleich erzielt hätte. Doch Börner zeigte einen großartigen Reflex, mit dem er das Leder über die Latte lenkte.
Sieben Minuten später fiel auf der Gegenseite die Entscheidung. Akaegbobi verlängerte eine Rechtsflanke von Bürger per Kopf zu Benedict, der ebenfalls per Kopf über Peschlow hinweg zum 4:2 traf. Damit war die Luft endgültig raus der Partie, die in der 90. Minute noch einen Elfmeter zu bieten hatte, nachdem Brugner Benedict unstrittig im Strafraum zu Fall brachte und der Gefoulte sicher ins rechte untere Eck verwandelte.
Viel fehlte nicht, und der VfL hätte sogar noch einmal zugeschlagen. Doch da Peschlow zwei Mal hintereinander gegen Simic die Oberhand behielt, blieb es aus Wolfsburger Sicht beim 5:2. Ein sechster Treffer wäre des Guten aber auch zu viel gewesen.
„Ein ganz, ganz großes Lob an den JFV. Sie haben ein unfassbar gutes Spiel gemacht und uns defensiv immer wieder an Grenzen gebracht“, sparte Daniel Bauer bei seiner Spielanalyse nicht mit Lob für den unterklassigen Gegner. Sein Kollege Olaf Lakämper attestierte seinem Team „insgesamt ein großartiges Spiel, obwohl wir an einem richtig guten Tag noch mehr Paroli hätten bieten können.“ Er bedauerte das verletzungsbedingte Fehlen seines Top-Stürmers Tjark Dörr und fasste zusammen: „Einige Spieler können das sicherlich noch besser. Das ist nicht nur Trainermeinung, sondern die Spieler sind mit sich selbst auch unzufrieden.“
Übrigens: Bereits vor zwei Jahren hatten sich beide Teams im Finale in Barsinghausen gegenübergestanden. Auch damals ging der VfL Wolfsburg als Sieger vom Platz (3:1).
Das Spiel in der Statistik
JFV Ahlerstedt/O/B/H/H: Laurin Peschlow – Ben Brugner, Tjade Motzkus, Lasse Schumacher – Jason Marahrens, Jonas Lüdemann – Laurens Otten, Kevin Müller – Noah Kirsch, Ruwen Albrecht, Lenn Pauly. Trainer: Olaf Lakämper.
Eingewechselt: 32. Philip Wilkens für Kirsch und Lino Starre für Pauly, 63. Kirsch für Wilkens und Thees Borstelmann für Müller, 77. Pauly für Starre, 84. Jaron Kaiser für Marahrens. Ersatzbank: Tim Tempel (TW), Clemens Bordewieck, Anton Beer.
VfL Wolfsburg: Benedikt Börner – Jan Bürger, Till Neininger, Amar Ibrisimovic, Elia Dittrich – Leonard Köhler, Marko Mandity – Jonathan Akaegbobi, Darwin Soylu, Bruno Katz – Nilas Yacobi. Trainer: Daniel Bauer.
Eingewechselt: 46. Trevor Benedict für Soylu und Pharell Hensel für Mandity, 68. Karlo Simic für Yacobi, 82. Elijas Aslanidis für Katz. Ersatzbank: Spyridon Souliotis (TW), Yasin Chebil, Ole Brammer.
Tore: 0:1 Akaegbobi (10., Vorarbeit Katz), 0:2 Yacobi (19., Bürger), 0:3 Akaegbobi (30., Bürger), 1:3 Albrecht (32., Motzkus), 2:3 Müller (39., Motzkus), 2:4 Benedict (79., Akaegbobi), 2:5 Benedict (90., Foulelfmeter; Brugner an Benedict). Gelbe Karten: Wilkens (53.) – Ibrisimovic (38.).
Schiedsrichter: Nils Haak (SV Puma Göttingen). Assistenten: Niklas Schumann (TSV Kirchdorf), Torben Kunze (Rot-Weiß Stadthagen).
Der Weg der beiden Mannschaften ins Finale
JFV Ahlerstedt/O/B/H/H: 24:0 TSV Apensen U 18 (A), TSV Havelse (A) 5:2 n.E. (1:1, 0:0), 1:0 Hannover 96 (H), 3:1 VfL Osnabrück (H).
VfL Wolfsburg: 8:0 JFV 37 Göttingen (A), 3:2 Eintracht Braunschweig (H), 8:0 HSC Hannover (A).
Die Ehrentafel
- 1952 FC Diepholz
- 1953 TuS Kleefeld
- 1954 Sportfreunde Ricklingen
- 1955 TuS Lingen
- 1956 TuS Celle
- 1957 TSV Burgdorf
- 1958 TSV Burgdorf
- 1959 VfL Osnabrück
- 1960 STV Voslapp
- 1961 BV Cloppenburg
- 1962 SV Arminia Hannover
- 1963 Teutonia Uelzen
- 1964 Hannover 96
- 1965 VfL Wolfsburg
- 1966 Eintracht Braunschweig
- 1967 TuRa Westrhauderfehn
- 1968 Eintracht Braunschweig
- 1969 Union Salzgitter
- 1970 Eintracht Braunschweig
- 1971 Arminia Hannover
- 1972 SG Baddeckenstedt
- 1973 nicht ausgetragen
- 1974 nicht ausgetragen
- 1975 nicht ausgetragen
- 1976 OSV Hannover
- 1977 TSV Havelse
- 1978 TSV Havelse
- 1979 SV Wilhelmshaven
- 1980 Wolfenbütteler SV
- 1981 SV Arminia Hannover
- 1982 OSV Hannover
- 1983 Eintracht Braunschweig
- 1984 Eintracht Braunschweig
- 1985 TSV Havelse
- 1986 Hannover 96
- 1987 Eintracht Braunschweig
- 1988 VfL Osnabrück
- 1989 VfL Wolfsburg
- 1990 Lüneburger SK
- 1991 Hannover 96
- 1992 Eintracht Braunschweig
- 1993 nicht ausgetragen
- 1994 SV Meppen
- 1995 VfL Wolfsburg
- 1996 Hannover 96
- 1997 Eintracht Braunschweig
- 1998 Hannover 96
- 1999 VfL Osnabrück
- 2000 VfL Wolfsburg
- 2001 Hannover 96
- 2002 VfL Wolfsburg
- 2003 VfL Wolfsburg
- 2004 Hannover 96
- 2005 Hannover 9
- 2006 VfL Wolfsburg
- 2007 VfL Wolfsburg
- 2008 VfL Wolfsburg
- 2009 Eintracht Braunschweig
- 2010 VfL Wolfsburg
- 2011 VfL Wolfsburg
- 2012 VfL Wolfsburg
- 2013 Hannover 96
- 2014 VfL Wolfsburg
- 2015 Hannover 96
- 2016 Eintracht Braunschweig
- 2017 VfL Wolfsburg
- 2018 VfL Wolfsburg
- 2019 VfL Wolfsburg
- 2020 VfL Wolfsburg (Auslosung aufgrund Corona)
- 2021 Saisonabbruch (Corona)
- 2022 Hannover 96
- 2023 VfL Wolfsburg
- 2024 VfL Wolfsburg
- 2025 VfL Wolfsburg