Hannover feiert 4:1-Finalerfolg gegen Hildesheim

Dank eines souveränen Endspielerfolges feierten die U 19-Junioren von Hannover 96 den insgesamt 12 Pokaltriumph. Für Gegner Hildesheim bleibt als Trost die Qualifikation für den DFB-Pokal.

Hannover 96 ist neuer niedersächsischer Verbandspokalsieger der A-Junioren. Im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion setzte sich die U 19 der Landeshauptstädter heute Abend vor 600 Zuschauern mit 4:1 (3:0) gegen den VfV Borussia 06 Hildesheim durch. NFV-Verbandsjugendobmann Markus Schenke und Spielleiter Wolfgang Schönfeld überreichten den ARAG Niedersachsenpokal. Für die Roten ist es der zwölfte Titel in der 1952 begründeten Wettbewerbsgeschichte.

Den Grundstein für den Erfolg legte Hannover mit einer gleichermaßen druckvollen wie effizienten Anfangsphase. Bereits nach 20 Minuten stand es 3:0. Zunächst schlenzte Kevin Ahlberg den Ball nach acht Minuten schön ins lange Eck, dann verwertete Robin Stolpe am Fünfmeterraum eine Rechtsflanke von Fin-Luca Rüdiger (16.), ehe Pepe Lorenz einen von der linken Seite getretenen Freistoß (Ahlberg) in die Maschen köpfte.

Ole Wegner (rechts) und Hannover 96 setzten sich dank einer abgeklärten Leistung deutlich gegen Hildesheim durch.

Zwischendurch hatte Hildesheim den 1:1-Ausgleich auf dem Fuß, als Chima Ulonna nach einem Steilpass allein auf 96-Keeper Tom Lange zulief, ihn umkurvte, aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz traf. Anschließend blieb Lange liegen, da er sich beim Versuch, Ulonna zu stoppen, am Schienbein verletzt hatte. Nach einer längeren Behandlung versuchte er weiterzuspielen, musste aber in der 20. Minute passen und seinen Platz zwischen den Pfosten an Jannik Suppan übergeben.

Das frühe 3:0 schien dem Duell zwischen Bundesligist Hannover und Regionalligist Hildesheim jegliche Spannung zu nehmen. Doch in der 38. Minute fiel aus dem Nichts der 1:3-Anschlusstreffer durch Cenan Aslan, dessen Rechtsschuss haltbar schien. 96 reklamierte auf Abseits – vergebens.
In der 44. Minute bot sich Ahlberg die Möglichkeit, den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen, als er am Fünfmeterraum zum Schuss kam, aber an VfV-Keeper Kristers Millers scheiterte.

Binnen 20 Minuten stellte Hannover die Weichen auf Sieg - dank einer komfortablen 3:0-Führung.

Nach dem Wechsel war es erneut Millers, der Hildesheim zunächst vor dem vierten Gegentreffer bewahrte, als er eine Direktabnahme von Bila Bengharda, auf den Taycan Kurt geflankt hatte, hielt (50.). Diese Gelegenheit sollte für lange Zeit die einzige nennenswerte bleiben, weil 96 sich darauf beschränkte, das Spiel zu kontrollieren und Hildesheim sich vorne nicht in Szene setzen konnte. Ein Schuss von Lennart Plat von der Strafraumgrenze über das 96-Gehäuse hinweg war die einzige erwähnenswerte VfV-Torannäherung (71.) in Hälfte zwei. Die Partie plätscherte ereignislos der Ziellinie entgegen, ehe sich in der 81. Minute doch noch ein Höhepunkt ereignete. Julius Meusel bediente mit einem schön Lupfer Oskar Schwarz, der zum 4:1-Endstand abschloss.

„So wie wir ins Spiel gegangen sind, so wollten wir es auch angehen. Dass die Jungs dann direkt drei Tore erzielt haben, hat uns natürlich enorm geholfen. Die verletzungsbedingten Wechsel haben uns anschließend ein bisschen den Schwung weggenommen. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel souverän zu Ende gespielt“, bilanzierte 96-Trainer Dirk Lottner. Zudem sagte er: „Es war unser letztes Zusammensein auf dem Rasen. Einige werden den Verein verlassen, andere in die U 23 hochgehen. Deshalb war es das Anliegen der Mannschaft, eine wirklich gute Saison auch erfolgreich zu beenden.“ Sein Team trifft sich morgen noch einmal zur Abschlussfeier. Lottner: „Wir werden grillen und was getrunken wird, ist jedem frei überlassen. Auch ein Bierchen ist erlaubt. Die Jungs sollen in Ruhe jetzt erst mal alles genießen.“

Der niedersächsische Verbandspokal der A-Junioren wird bereits seit 1952 (!) ausgespielt. Rekordsieger ist der VfL Wolfsburg (20 Titel, darunter 2020 pandemiebedingt per Los).

Für den unterlegenen Finalisten aus Hildesheim hatte das Endspiel dennoch einen positiven Nebeneffekt. Da sich Hannover bereits über die Liga für den DFB-Pokal qualifiziert hat, darf sich die Domstadtelf ebenfalls über ein Ticket zur ersten Pokalrunde freuen.

Das Spiel in der Statistik

VfV Borussia 06 Hildesheim: Kristers Millers – Louis Peuker, Ibrahim Cham, Cenan Aslan, Lennart Plat, Bilel Gouider, Benjamin Mommertz, Nikita Root, Simon Machens – Chima Ulonna, Adrian Schmidt. Trainer: Benedict Plaschke.

Eingewechselt: 64. Barra Jomni für Aslan, 70. Besian Bytyqi für Schmidt, 75. Nico Konrad für Cham, 85. Aslan für Machens, 88. Robin Köhler und Matteo Kumor für Ulonna und Peuker.

Hannover 96: Tom Lange – Max Belger, Pepe Lorenz, Joshua Siewert, Bilal Bengharda, Ole Wegner, Oskar Schwarz, Luka Knelangen, Fin-Luca Rüdiger – Kevin Ahlberg, Robin Stolpe. Trainer: Dirk Lottner

Eingewechselt: 20. Jannik Suppan für Lange, 33. Camillo Lehmkuhl für Lorenz, 46. Taycan Kurt und Jasper Reinhold für Schwarz und Knelangen, 58. Knelangen für Kurt, 65. Julius Meusel für Ahlberg, 72. Schwarz für Bengharda, 81. Ahlberg für Stolpe, 85. Bengharda für Wegner.

Schiedsrichter: Sören Thalau (VfL Westercelle) – Leo Heckmann (TSV Asendorf), Silas Dickmann (VfL Wathlingen).

Gelbe Karten: Gouider (19.) – Schwarz (46.), Wegner (76.).

Zuschauer: 600

Tore: 0:1 Ahlberg (8. Minute), 0:2 Stolpe (16.), 0:3 Lorenz (20.), 1:3 Aslan (38.), 1:4 Schwarz (81.).

Die Siegertafel:

  • 1952 FC Diepholz
  • 1953 TuS Kleefeld
  • 1954 Sportfreunde Ricklingen
  • 1955 TuS Lingen
  • 1956 TuS Celle
  • 1957 TSV Burgdorf
  • 1958 TSV Burgdorf
  • 1959 VfL Osnabrück
  • 1960 SSV Vosslapp
  • 1961 BV Cloppenburg
  • 1962 SV Arminia Hannover
  • 1963 Teutonia Uelzen
  • 1964 Hannover 96
  • 1965 VfL Wolfsburg
  • 1966 Eintracht Braunschweig
  • 1967 TuRa Westrhauderfehn
  • 1968 Eintracht Braunschweig
  • 1969 Union Salzgitter
  • 1970 Eintracht Braunschweig
  • 1971 Arminia Hannover
  • 1972 SG Baddeckenstedt
  • 1973 nicht ausgetragen
  • 1974 nicht ausgetragen
  • 1975 nicht ausgetragen
  • 1976 OSV Hannover
  • 1977 TSV Havelse
  • 1978 TSV Havelse
  • 1979 SV Wilhelmshaven
  • 1980 Wolfenbütteler SV
  • 1981 SV Arminia Hannover
  • 1982 OSV Hannover
  • 1983 Eintracht Braunschweig
  • 1984 Eintracht Braunschweig
  • 1985 TSV Havelse
  • 1986 Hannover 96
  • 1987 Eintracht Braunschweig
  • 1988 VfL Osnabrück
  • 1989 VfL Wolfsburg
  • 1990 Lüneburger SK
  • 1991 Hannover 96
  • 1992 Eintracht Braunschweig
  • 1993 nicht ausgetragen
  • 1994 SV Meppen
  • 1995 VfL Wolfsburg
  • 1996 Hannover 96
  • 1997 Eintracht Braunschweig
  • 1998 Hannover 96
  • 1999 VfL Osnabrück
  • 2000 VfL Wolfsburg
  • 2001 Hannover 96
  • 2002 VfL Wolfsburg
  • 2003 VfL Wolfsburg
  • 2004 Hannover 96
  • 2005 Hannover 96
  • 2006 VfL Wolfsburg
  • 2007 VfL Wolfsburg
  • 2008 VfL Wolfsburg
  • 2009 Eintracht Braunschweig
  • 2010 VfL Wolfsburg
  • 2011 VfL Wolfsburg
  • 2012 VfL Wolfsburg
  • 2013 Hannover 96
  • 2014 VfL Wolfsburg
  • 2015 Hannover 96
  • 2016 Eintracht Braunschweig
  • 2017 VfL Wolfsburg
  • 2018 VfL Wolfsburg
  • 2019 VfL Wolfsburg
  • 2020 VfL Wolfsburg (Auslosung aufgrund Corona)
  • 2021 Saisonabbruch (Corona)
  • 2022 Hannover 96
  • 2023 VfL Wolfsburg
  • 2024 VfL Wolfsburg
  • 2025 VfL Wolfsburg
  • 2026 Hannover 96

Autor: Manfred Finger | Fotos: Lars Kaletta