Überraschung in Eilvese & Elfer-Glück für Lüneburg

Im Achtelfinale des Niedersachsenpokals sorgte Eilvese für eine Sensation, während der Titelverteidiger mit einem blauen Auge davon kam.

Am vergangenen Wochenende standen die Achtelfinalpartien im Wettbewerbsstrang „Amateure“ des Krombacher Niedersachsenpokals auf dem Programm. Den Auftakt bestritten dabei die beiden Oberligisten VfV Borussia 06 Hildesheim und BSV Schwarz-Weiß Rehden. Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Spiel mit vielen direkten Duellen, allerdings ohne die ganz großen Torchancen. Dies zog sich über die gesamten 90 Minuten, sodass es beim torlosen Remis blieb und die Entscheidung im Elfmeterschießen herbeigeführt werden musste. Dort bewiesen die ersten vier Schützen auf beiden Seiten Nervenstärke und verwandelten ihre Elfmeter sicher. Da Rehdens Julian Wolff auch den fünften Strafstoß vollstreckte, stand VfV-Kapitän Mohammad Baghdadi bei seinem Versuch bereits unter Druck – und scheiterte an BSV-Keeper Daniel Banfalvi.
Eine faustdicke Überraschung sahen die Zuschauer beim Duell des hannoverschen Bezirkspokalsiegers STK Eilves mit dem Oberliga-Aufsteiger SV Vorwärts Nordhorn. Die zwei Klassen tiefer spielenden Gastgeber gingen bereits nach vier Minuten durch Can Gökdemir in Führung. In der Folge übernahm der Favorit aus Nordhorn zunächst das Kommando und drehte das Spiel noch im ersten Abschnitt durch Kamaljit Singh und Kyle Godwin Houdegle. Doch der Außenseiter bewies Moral und glich rund zwölf Minuten vor dem Ende durch Abel Tedros aus. Alles schien bereits auf eine Entscheidung vom Punkt hinauszulaufen, doch in der Nachspielzeit gelang Mohamad Saade der Lucky Punch zum viel umjubelten 3:2-Erfolg von Eilvese, die damit als Bezirksligist ins Viertelfinale einziehen.
Auch der SC Hemmingen-Westerfeld schnupperte lange Zeit an einer Überraschung. Der Oberliga-Aufsteiger hatte mit dem Lüneburger SK Hansa den Titelverteidiger zu Gast und bot dem Favoriten einen leidenschaftlichen Pokalfight. Zwar ging der LSK nach rund einer Viertelstunde durch den Treffer von Tjark Dörr in Führung, ließ in der Folge allerdings weitere Möglichkeiten ungenutzt. Dies rächte sich keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff, als Bangin Bakir nach einer Ecke den Ball zum Ausgleich ins Tor beförderte. Da keinem der Teams in der regulären Spielzeit ein weiteres Tor gelingen wollte, fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen. Dort bewies Arne Exner, dass er vom Punkt schwer zu bezwingen ist, und entschärfte zwei Strafstöße. Bereits im Endspiel im Mai hatte der LSK-Schlussmann drei Elfmeter pariert. Da seine Mitspieler allesamt verwandelten, zog der Titelverteidiger den Kopf noch aus der Schlinge und sicherte sich mit einem 5:3-Erfolg das Ticket für das Viertelfinale.
Dieses erreichte auch der SV Wilhelmshaven nach einer umkämpften Partie beim Bezirkspokalsieger aus Weser-Ems, dem VfL Stenum. Dabei bot der Underdog dem zweifachen Pokalsieger aus Wilhelmshaven Paroli und erzielte trotz einer frühen Roten Karte in der 15. Minute gegen Lennart Osterloh Mitte des ersten Durchgangs den Führungstreffer. Die Freude über das Tor von Tom Geerken währte allerdings nur kurz, denn David Schiller und Marcel Gottschling drehten das Spiel binnen vier Minuten zu Gunsten des SVW, der sich kurz vor der Pause allerdings selbst unter Druck brachte. Kai-Sotirios Kaissis sah binnen fünf Minuten gleich zweimal Gelb und musste demzufolge vom Platz. Die personelle Gleichzahl brachte den Bezirksligisten zurück ins Spiel, der sich auch in der zweiten Hälfte teuer verkaufte und an der Sensation schnupperte. Allerdings fehlte es im Abschluss am nötigen Glück, sodass die Gäste aus Wilhelmshaven mit einem blauen Auge davon kamen und sich über den Einzug in die nächste Runde freuen durften.
Dies gilt auch für den TuS Blau-Weiß Lohne, der sich beim TSV Bardowick souverän mit 4:0 behauptete. Rilind Neziri brachte den Pokalsieger von 2022 und 2025 im ersten Abschnitt in Führung. Jakob Völkerding mit einem Doppelpack und Nico Thoben per Strafstoß sorgten im zweiten Durchgang für klare Verhältnisse und einen standesgemäßen Sieg des Favoriten.
Auch der 1. FC Germania Egestorf-Langreder, Vizemeister der vergangenen Oberligasaison, hatte mit dem Braunschweiger Bezirksligisten SV Reislingen-Neuhaus keine Probleme und gewann sein Auswärtsspiel mit 3:0. Hasan Özdemir, Cristiano Ashley Nolte und Pino Ballerstedt sorgten mit ihren Treffern in der ersten Hälfte für eine deutliche Führung, welche das Team von Cheftrainer Boris Besovic im zweiten Durchgang verwaltete. Damit dürfen die Egestorfer weiter vom zweiten Finaleinzug nach 2016 träumen.
Deutlich enger zu ging es beim Duell der beiden Ligakonkurrenten SC Spelle-Venhaus und Heeslinger SC. Dreimal hatten sich die Gäste aus dem Landkreis Rotenburg in der Vergangenheit im Pokal gegen Spelle-Venhaus durchgesetzt, zuletzt in der zurückliegenden Spielzeit, doch der „Viererpack“ wollte dieses Mal nicht gelingen. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie sicherte Jan Popov mit seinem Tor rund zwölf Minuten vor dem Ende den Gastgebern das Viertelfinalticket.
Über dieses durfte sich auch der letztjährige Finalist TuS Bersenbrück freuen, der sich im Heimspiel gegen den Oberliga-Aufsteiger SSV Vorsfelde knapp mit 2:1 behauptete. Maik Emmrich traf bereits nach fünf Minuten vom Punkt und sorgte Mitte des zweiten Abschnittes mit seinem zweiten Treffer für die 2:0-Führung des Favoriten. Doch die Gäste aus Wolfsburg gaben sich nicht geschlagen und verkürzten knapp 20 Minuten vor dem Ende durch Julio Rodrigues auf 1:2. Trotz der damit eingeläuteten Schlussoffensive der Gäste brachte Bersenbrück den knappen Vorsprung über die Zeit und steht damit ebenfalls im Viertelfinale
Die Auslosung der Runde der letzten Acht wird nach den Viertelfinalpartien des Wettbewerbsstranges „3. Liga/Regionalliga“ durchgeführt. Diese sind für den 21., 22. und 23. August sowie 9. September vorgesehen. Das Viertelfinale im Strang der Amateure findet am Wochenende rund um den Tag der Deutschen Einheit (3./4.10.) statt.
Krombacher Niedersachsenpokal im Wettbewerbsstrang „Amateure“:
Achtelfinale:
- VfV Borussia 06 Hildesheim – BSV SW Rehden 4:5 n.E. (0:0, 0:0)
- TSV Bardowick – TuS BW Lohne 0:4
- TuS Bersenbrück – SSV Vorsfelde 2:1
- VfL Stenum – SV Wilhelmshaven 1:2
- SC Spelle-Venhaus – Heeslinger SC 1:0
- SC Hemmingen-Westerfeld – Lüneburger SK Hansa 3:5 n.E. (0:1, 1:1)
- STK Eilvese – SV Vorwärts Nordhorn 3:2
- SV Reislingen-Neuhaus – 1. FC Germania Egestorf-Langreder 0:3
Krombacher Niedersachsenpokal im Wettbewerbsstrang „3. Liga/Regionalliga“:
Viertelfinale:
- SV Drochtersen/Assel – BSV Kickers Emden | 21.08. | 19.30 Uhr
- SV Meppen – HSC Hannover | 22.08. | 14 Uhr
- VfB Oldenburg – TSV Havelse | 23.08. | 15 Uhr
- SSV Jeddeloh II – FSV Schöningen | 09.09. | 19 Uhr