Gewann 2020 die Wahl: Pernille Harder, die inzwischen für den FC Chelsea spielt. Foto: Imago

Fußballer*in des Jahres: Eine Frau gegen drei Männer

25.03.2021

Ob Weltmeister wie Martina Müller und Per Mertesacker oder internationale Top-Stars wie Kevin De Bruyne und Edin Dzeko: Es sind klangvolle Namen, die die Ehrentafel von „Niedersachsens Fußballer*in des Jahres“ zieren.

Vor 30 Jahren, im Jahr 1991, kürte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) erstmals den/die „Fußballer*in des Jahres“. Inzwischen werden auf der Ehrentafel des Wettbewerbs vier Frauen und 26 Männer präsentiert, die jeweils mit ihrem herausragenden Können die Fußballfans in Niedersachsen begeistert haben. War die Wahl zunächst eine Publikumswahl, so sind seit 2007 ausschließlich die Sportjournalisten aus Niedersachsen stimmberechtigt. Veranstaltet wird die Wahl mit Unterstützung der AOK Niedersachsen und des Vereins Niedersächsische Sportpresse.

Bis zum 16. April 2021 haben die Experten die Möglichkeit, sich für einen der vier zur Wahl stehenden Kandidaten zu entscheiden. Gesucht wird der Nachfolger der aktuellen Titelträgerin Pernille Harder, die unmittelbar nach ihrer Wahl im vergangenen Jahr vom VfL Wolfsburg zum Chelsea LFC gewechselt war. Die Stimmabgabe erfolgt online unter: www.nfv.de/wettbewerbe/fussballer-des-jahres/abstimmung/

Mehrfache Teilnahmen sind nicht erlaubt.

Die Kandidaten (alle statistischen Angaben Stand 4. März 2021):

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) hat maßgeblichen Anteil daran, dass die „Wölfe“ in dieser Saison ernsthaft davon träumen dürfen, sich zum dritten Mal nach 2009/10 und 2015/16 für die Teilnahme an der Champions League qualifizieren zu können. Der Linksfuß gilt im Team von Trainer Oliver Glasner als Schlüsselspieler und ist einer der passichersten Mittelfeldakteure der Bundesliga. Juilan Nagelsmann, Coach von RB Leipzig, bezeichnete den gebürtigen Riesaer unlängst als „Agressive Leader“ und gestand, dass er Arnold wiederholt auf dem Zettel gehabt habe. Doch der 26-Jährige, der beim Pokalspiel am 3. März in Leipzig seinen 300. Pflichtspieleinsatz für die „Grün-Weißen“ bestritt, wird das Gesicht des VfL bleiben. Bereits 2009 als Jugendlicher von Dynamo Dresden an die Aller gewechselt, verlängerte der ehemalige Junioren-Auswahlspieler des NFV erst vor Kurzem seinen Vertrag langfristig bis 2026.

Erik Domaschke (SV Meppen), seit 2017 bei den damals soeben in die 3. Liga aufgestiegenen Emsländern, war drei Jahre lang die unangefochtene Nummer 1 im Verein, ehe der neue Trainer Thorsten Frings mit Beginn der Spielzeit 2020/21 auf den von Werder Bremen ausgeliehenen Nachwuchs-Keeper Luca Plogmann setzte. Dessen Pech: Am 8. Spieltag riss er sich im Spiel bei Dynamo Dresden die Patellasehne des rechten Knies. Die Chance für den inzwischen 35-jährigen Domaschke, die dieser in beeindruckender Manier beim Schopfe packte. In seinen folgenden 17 Einsätzen für den SV Meppen spielte der gebürtige Leipziger sechs Mal zu Null, kassierte lediglich 22 Gegentore und erklomm mit einem Notendurchschnitt von 2,74 Rang 1 aller durch das Fachmagazin Kicker bewerteten Spieler der 3. Liga. Mit Domaschke im Tor kletterte der SV Meppen in der Tabelle von zuvor Rang 17 inzwischen auf den 12. Platz.

An Michael Esser (Hannover 96) liegt es nicht, dass die „Roten“ das angestrebte Ziel Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga in dieser Saison verfehlen werden. Der 33-jährige Keeper überzeugte im Tor der 96er mit konstant guten Leistungen und kassierte in seinen bisher 21 Saisonspielen lediglich 26 Gegentreffer. Bessere Abwehrreihen als Hannover 96 weisen derzeit nur Holstein Kiel (21 Gegentore) und der VfL Bochum (23) auf. In der Rangliste des Fachmagazins Kicker rangiert “Bruno“ derzeit mit einem Notendurchschnitt von 2,90 auf Rang 5 der Torhüter der zweiten Bundesliga. Bereits von 2017 bis 2019 stand Esser bei Hannover 96 unter Vertrag, wechselte in der Winterpause 2019 aber zur TSG 1899 Hoffenheim, nachdem der im Sommer zu 96 zurückgekehrte Ron-Robert Zieler die neue Nummer 1 geworden war. Zum Beginn des Spieljahres 2020/21 heuerte der gebürtige Castrop-Rauxeler erneut in Hannover an und verdrängte nun seinerseits Zieler aus dem Tor.

Lena Goeßling (VfL Wolfsburg) steht seit 2011 beim VfL Wolfsburg unter Vertrag und war in der Folgezeit an allen großen Titelgewinnen der „Wölfinnen“ beteiligt. Ihre Bilanz: Zwei Champions League-Titel, sechs deutsche Meisterschaften und sieben Erfolge im DFB-Pokal. Trotz ihrer inzwischen 35 Jahre ist die gebürtige Bielefelderin ein Musterbeispiel an Konstanz. In der laufenden Saison absolvierte sie für den VfL, den sie zum Saisonende verlassen wird, 1250 von 1260 möglichen Spielminuten und ist mitverantwortlich, dass der VfL in der Meisterschaft, im Pokal und auch in der Champions League noch auf drei Hochzeiten tanzt. Auch in der Nationalmannschaft hat die Mittelfeldspielerin ihre Spuren hinterlassen. Insgesamt bestritt sie 106 Länderspiele und wurde mit der DFB-Auswahl u.a. Olympiasiegerin (2016) und Europameisterin (2013) sowie mit den U 19-Juniorinnen des DFB 2004 Weltmeisterin, ehe sie 2019 ihren Rücktritt erklärte.

 

Die Ehrentafel der Titelträger und ihre Paten

1991: Uwe Groothuis (Kickers Emden), Pate: Uwe Seeler

1992: Petra Damm (VfR Eintracht Wolfsburg), Pate: Jupp Derwall †

1993: Andre Breitenreiter (Hannover 96), Pate: Hans Tilkowski

1994: Josef Menke (SV Meppen), Pate: Bernard Dietz

1995: Stefan Meißner (VfL Wolfsburg), Pate: Horst Hrubesch

1996: Stefan Prause (Kickers Emden), Pate: Bernd Franke

1997: Jörg Sievers (Hannover 96), Pate: Dieter Burdenski

1998: Roy Präger (VfL Wolfsburg), Pate: Manfred Burgsmüller

1999: Gerald Asamoah (Hannover 96), Pate: Johannes Löhr †

2000: Uwe Brunn (VfL Osnabrück), Pate: Uli Stein

2001: Christian Claaßen (VfL Osnabrück), Pate: Marco Bode

2002: Jan Simak (Hannover 96), Pate: Hans Siemensmeyer

2003: Fredi Bobic (Hannover 96), Pate: Michael Skibbe

2004: Stefanie Gottschlich (VfL Wolfsburg), Patin: Tina Theune

2005: Per Mertesacker (Hannover 96), Pate: Max Lorenz

2006: Thorsten Stuckmann (E. Braunschweig), Pate: Horst Wolter

2007: Robert Enke † (Hannover 96), Pate: Horst Podlasly †

2008: Martina Müller (VfL Wolfsburg), Pate: Steffi Jones

2009: Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Pate: Marcel Reif

2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), Pate: Werner Hansch

2011: Didier Ya Konan (Hannover 96), Pate: Sebastian Hellmann

2012: Jan Schlaudraff (Hannover 96), Pate: Kai Dittmann

2013: Mame Diouf (Hannover 96), Pate: Mousse T.

2014: Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Pate: Michael Richter

2015: Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg), Pate: Dieter Hecking

2016: Marvin Schwäbe (VfL Osnabrück), Pate: Harald Pistorius

2017: Martin Harnik (Hannover 96), Pate: Peter Linden

2018: Waldemar Anton (Hannover 96), Pate: Martin Andermatt

2019: Nils Körber (VfL Osnabrück), Pate: Uwe Brunn

2020: Pernille Harder (VfL Wolfsburg), Pate: n.n.

 

 

Autor / Quelle: bo
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