Die Mannschaft des Harpstedter TB hat ein vorbildliches Beispiel für eine faire Einstellung abgegeben. Foto: Nordwest-Zeitung

Faire Geste des Monats durch Harpstedter TB

19.12.2017

Der Fairness zu Liebe auf den eigenen Vorteil zu verzichten, ja sogar die eigene Niederlage in Kauf zu nehmen, zeugt von großem Sportsgeist. Dieses vorbildliche Beispiel hat vor einigen Wochen der Harpstedter TB abgegeben und ist deshalb von der Jury des Wettbewerbs „Fair-Play-Geste des Monats“ für die September-Auszeichnung nominiert worden. Die Ehrung erfolgte anlässlich des Punktspiels der Kreisliga IV im NFV-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst zwischen dem Harpstedter TB und dem TV Munderloh auf dem Sportplatz in Harpstedt. Sie wurde vorgenommen vom Vorsitzenden des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, Erich Meenken. Er überreichte eine Urkunde und einen Spielball an die fairen Harpstedter.

Womit aber hatte der Harpstedter TB sein dickes Ausrufezeichen setzen können? Rückblick. Punktspiel der Kreisliga IV zwischen dem Harpstedter TB und dem FC Huntlosen am 10. September 2017. Es läuft die Nachspielzeit der Begegnung, in der die Gäste mit 2:1 in Führung liegen. In der 92. Minute verletzt sich einer ihrer Spieler. Da der FC Huntlosen in Ballbesitz ist, wird der Ball in das Seitenaus geschossen, damit der verletzte Spieler behandelt werden kann.

Nachdem der Spieler behandelt worden ist und das Feld verlassen hat, erhält der Harpstedter TB Einwurf. Diesen Einwurf spielen die Harpstedter Richtung gegnerisches Tor. Ein Harpstedter hat nicht mitbekommen, dass seine Mannschaft den Ball fairerweise eigentlich wieder an den FC Huntlosen übergeben wollte, da dieser vor der Verletzung in Ballbesitz war. Der Harpstedter Kicker aber erzielt wegen des Missverständnisses das Ausgleichstor zum 2:2.

Auf diese Art und Weise aber wollen die Harpstedter nun wirklich keinen Punkt ergattern. Nach dem anschließenden Anstoß durch den FC Huntlosen wird der ballführende Spieler nicht angegriffen und kann das Tor zum 2:3-Endstand erzielen. Dieses Verhalten war bei dem Spielstand nicht selbstverständlich und deshalb als besonders fair zu bewerten.

Das hat auch der Schiedsrichter der Begegnung, Thore Güldner, so empfunden, der den Vorgang seinerzeit parallel zur Meldung durch den Spielausschussvorsitzenden des Fußball-Kreises, Thomas Luthardt, bei der Fair-Play-Jury bekannt gab. Dafür erhielt er von Erich Meenken ein T-Shirt.

 

 

Autor / Quelle: bo/em
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