Gegen Hass und Gewalt: Die Initiative "Herzschlag"

Ein Zeichen gegen Hass und Gewalt im Jugendfußball setzen – das möchte Thomas Wilkens mit der Initiative "Herzschlag", der sich bereits zahlreiche Vereine im NFV-Kreis Vechta angeschlossen haben. Auch der Landkreis Vechta unterstützt "Herzschlag".

Das Ziel dieses Konzepts ist es, Gewalt im Jugendfußball zu reduzieren und das Bewusstsein für Fairness, Respekt und Sportsgeist zu stärken. Durch gezielte Maßnahmen sollen Spieler, Trainer, Eltern und Schiedsrichter gleichermaßen sensibilisiert werden, um ein positives und respektvolles Umfeld im Jugendfußball zu schaffen.

„Es ist unerlässlich, dass Vereine, Verbände und Fans gleichermaßen Verantwortung übernehmen, um die ursprünglichen Werte des Fußballs zurückzubringen: Fairness, Respekt und Sportsgeist. Nur durch ein gemeinsames Engagement kann dieser geliebte Sport wieder zu dem werden, was er sein sollte – ein Ort des Miteinanders und der Freude am Spiel“, sagt Wilkens. Der 51-Jährige ist selbst Trainer und Jugendwart bei Blau-Weiß Langförden. Er hat festgestellt, dass es auf dem Platz immer aggressiver zugeht.

Eine Entwicklung, der er mit „Herzschlag“ entgegenwirken will. Wilkens: „Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, die alle Vereine im Landkreis Vechta umsetzen. Idealerweise wird diese Kampagne von anderen Landkreisen übernommen. Damit kann sie wachsen und somit eine immer höhere Aufmerksamkeit bekommen.“

Die Kampagne teil sich auf in zwei wesentliche Bestandteile: Öffentlichkeitsarbeit und interne Sensibilisierung in den Vereinen. Für die Öffentlichkeitsarbeit wurde zusammen mit einer Werbeagentur u.a. ein „Key Visual“ erarbeitet, das als Poster erstellt wird. Dieses Poster zeigt jugendliche Spieler mit Blessuren im Gesicht. Eine Sprechblase lässt diesen Spieler sagen „Hier SCHLÄGT“ nur dein Herz!“. Dieser Satz impliziert die Fortführung: „und nicht deine Faust!“

Für die Initiative wurden Fotos von Spieler*innen aus unterschiedlichen Vereinen und Altersklassen im Trikot des Heimatvereins aufgenommen. Ein Teil der Motive wurden bei der offiziellen Projektvorstellung von den Verantwortlichen und Unterstützern präsentiert. Von links: Martin Fischer (NFV-Kreisvorsitzender Vechta), Initiator Thomas Wilkens, Landrat Tobias Gerdesmeyer (Landkreis Vechta), Hermann Moormann (1. Vorsitzender Blau-Weiß Langförden). Foto: Landkreis Vechta

Hinsichtlich der internen Sensibilisierung wird herausgestellt, dass Trainer und Vereinsverantwortliche eine klare Vorbildfunktion übernehmen müssen. Ein respektvolles und faires Verhalten sollte von ihnen vorgelebt und konsequent eingefordert werden. Wilkens: „Negative Ausbrüche und verbale Entgleisungen sind nicht zu tolerieren. Im Falle von Gewaltvorfällen müssen klare Sanktionen durchgesetzt werden. Dabei sollten die Strafen konsequent sein, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen und gleichzeitig die Bedeutung der Einhaltung von Fair Play zu betonen.“

Deshalb schlägt er vor, den „Tätern“ zunächst die gelbe Karte zu zeigen. „Dadurch wird ihnen klar gemacht, dass der Verein ein solches Verhalten nicht duldet. Die Werte des Vereines und der Aktion sollten dann nochmals klar geschildert werden. Bei weiteren Entgleisungen darf der Verein nicht zögern, die rote Karte zu zeigen.“

Über eines ist sich Wilkens bereits jetzt bewusst: „Grundsätzlich wird eine Umsetzung im Verein zu Diskussionen führen. Das wird nicht immer einfach sein. Diese Kampagne soll den Finger in die Wunde legen, aber gehandelt werden muss im Verein – und zwar gemeinsam!“

Weitere Informationen zur Initiative findet Ihr hier oder auf der eigens eingerichteten Projekt-Homepage.