Ein Elferdrama und drei Favoritensiege

Der Titelverteidiger steht im Halbfinale. Hannover 96 darf weiter vom zweiten Pokalsieg in Folge träumen, dazu stehen auch zwei weitere Favoriten in der Vorschlussrunde.

Insgesamt vier Partien standen am Ostermontag im AOK Niedersachsenpokal der Frauen auf dem Programm. Neben drei Viertelfinalbegegnungen trafen der FC Jesteburg-Bendestorf und der SV Wendessen im Achtelfinale aufeinander. Den besseren Start erwischten die Gäste aus dem Landkreis Wolfenbüttel, die bereits nach fünf Minuten durch Denise Böndel in Führung gingen.

Mitte des ersten Durchgangs war es Mirjam Reißer, die für die Gastgeberinnen zunächst per Strafstoß den Ausgleich besorgte (25.) und kurz vor der Pause mit ihrem zweiten Treffer das Spiel drehte (40.). Doch Jesteburg-Bendestorf ließ sich davon nicht beeindrucken und glich kurz nach Wiederanpfiff aus. Christiane Sturm sorgte – ebenfalls vom Elfmeterpunkt – für den 2:2-Ausgleichstreffer (53.).

Da in der Folge keine der beiden Mannschaften ein weiterer Treffer gelingen wollte, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen her – mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen, die dank des 7:6-Erfolges ins Viertelfinale einzogen. Dort gastiert die Mannschaft Ende April beim FC Pfeil Broistedt.

Bereits eine Runde weiter ist der letztjährige Finalist SV TiMoNo, der sein Auswärtsspiel beim bisherigen Favoritenschreck SC Spelle-Venhaus aus der Landesliga klar mit 5:1 für sich entscheiden konnte. Dabei sah es eine Halbzeit lang so aus, als könne der Außenseiter auch die dritte höherklassige Mannschaft ärgern. Zwar war TiMoNo durch Larissa Jetses in Führung gegangen (13.), doch Nina Wilmes hatte für den Sport-Club rund zehn Minuten vor der Pause ausgeglichen (36.).

Dass der Favorit nicht mit einer Überraschung in die Pause gehen musste, hatte er Lea Begemann zu verdanken, die in der ersten Minute der Nachspielzeit die erneute Führung für den Oberligisten markierte. Im zweiten Durchgang dauerte es bis zur 61. Minute, ehe Anneke Kampen den dritten Treffer für die Ostfriesinnen nachlegte. Begemann und erneut Kampen sorgten mit ihrem jeweiligen zweiten Tor für einen am Ende standesgemäßen 5:1-Erfolg und beendeten damit das Pokalmärchen des SC Spelle-Venhaus. Dank des Sieges steht TiMoNo in der Vorschlussrunde und trifft dort auf den Gewinner des Duells zwischen Broistedt und Jesteburg-Bendestorf.

Aurich & Hannover ziehen souverän ins Halbfinale ein

Ebenfalls deutlich machte es der Regionalligist SpVg Aurich, der sein Viertelfinale beim MTV Barum klar mit 4:0 für sich entschied. Schon zur Pause hatte der klassenhöhere Klub aus Aurich mit 3:0 vorne gelegen. Jane Rekowski (9.) und Dorothea Elisabeth Greulich mit einem Doppelpack binnen einer Minute (25./26.) brachten die Rot-Weißen auf die Siegerstraße.

    Der Favorit aus Aurich (rote Trikots) überzeugte beim Auswärtsspiel in Barum und zog souverän ins Halbfinale ein.
    Sanne Albring sorgte mit ihrem Treffer zum 4:0 für die Entscheidung und den erstmaligen Halbfinaleinzug der SpVg Aurich.
    Auch wenn das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, der MTV Barum bot dem Favoriten einen intensiven Kampf. Fotos: Leon Tonhäuser

    Im zweiten Abschnitt schraubte Sanne Albring mit ihrem Treffer das Ergebnis in die Höhe und sorgte für den ersten Halbfinaleinzug der SpVg Aurich in diesem Jahrtausend. Dort empfängt das Team den letztjährigen Pokalsieger Hannover 96 zum Topspiel der beiden noch verbliebenen Regionalligisten im Wettbewerb und könnte erstmals in der Vereinsgeschichte das Endspiel im AOK Niedersachsenpokal erreichen. Die Titelverteidigerinnen hatten sich in ihrem Viertelfinale gegen den TSV Barmke deutlich mit 5:1 durchgesetzt und damit den Sprung ins Halbfinale souverän geschafft.

    Dabei ebnete ein Doppelschlag binnen weniger Augenblicke schon früh den Weg. Leonie Dombrowa (4.) und Lina-Sophie Seifert (6.) brachten die Hannoveranerinnen mit 2:0 in Front. Dombrowa war es auch, die mit zwei weiteren Treffern kurz vor und kurz nach der Pause eine Vorentscheidung herbeiführte (39./52.). Das 5:0 durch Nele Obara nach rund einer Stunde besiegelte das endgültige Aus des TSV Barmke, der durch Johanna Bartel immerhin noch zum Ehrentreffer kam (69.).

    Am Ende zogen die Roten hochverdient in die Runde der letzten Vier ein und dürfen damit weiter von der Titelverteidigung träumen. Die beiden Halbfinalpartien sind für Christi Himmelfahrt (14. Mai) angesetzt, das Endspiel steigt am 6. Juni in Barsinghausen.
     

    AOK Niedersachsenpokal der Frauen:

    Achtelfinale:

    • FC Jesteburg-Bendestorf – SV Wendessen 7:6 n.E.
       

    Viertelfinale:

    • SC Spelle-Venhaus – SV TiMoNo 1:5
    • MTV Barum – SpVg Aurich 0:4
    • Hannover 96 – TSV Barmke 5:1
    • FC Pfeil Broistedt – FC Jesteburg-Bendestorf | 21. April | 19 Uhr
       

    Halbfinale:

    • FC Pfeil Broistedt/FC Jesteburg-Bendestorf – SV TiMoNo                                                             
    • SpVg Aurich – Hannover 96
       

    Autor: Sebastian Koelman | Foto: Leon Tonhäuser