NFV-Schiedsrichter verabschieden ihren Ansetzer

Von einem Urgestein mit Schnurrbart

Die NFV-Schiedsrichter verabschieden ihren Ansetzer nach 20 Jahren Tätigkeit auf ganz besonderes Weise 

Barsinghausen. Im Schulungsraum „Hannover“ der Sportschule Barsinghausen dominiert an diesem Abend der Schnurrbart: Ein Schiedsrichter-Team des Niedersächsischen Fußball-Verbandes, darunter Oberliga- und Regionalliga-Referees, legt sich zu Ehren eines ganz besonderen Menschen die Bärte an: Im Rahmen des Leistungstests der NFV-Top-Schiedsrichter wird an der Sportschule Manfred Steinhauer (Estorf) verabschiedet – nach sage und schreibe 20 Jahren Tätigkeit als Ansetzer im Verbandsschiedsrichter-Ausschuss (VSA).

Und da „Manni“, wie ihn seine Freund nennen, eben diesen charakteristischen Schnurrbart trägt, lassen es sich seine Unparteiischen nicht nehmen, ihrem Ansetzer, der den VSA auf eigenen Wunsch verlässt, diesen Tribut zu zollen. So mancher Sportbegeisterte erinnert sich an entsprechende Szenen nach dem Gewinn des WM-Titels 2007 durch die deutsche Handball-Nationalmannschaft, nach dem die Spieler ihren Trainer Heiner Brand in ähnlicher Form ehrten.

„Manfred hat es einfach verdient, wir haben so gern und immer angenehm mit ihm zusammengearbeitet, sagt etwa Regionalliga-Referee Lars Thiemann (NFV-Kreis Diepholz), der gemeinsam mit den Unparteiischen-Kollegen Christian Scheper (Cloppenburg), Patrick Mewes (Hannover), André Schönheit (Lüneburg) und Björn Maertens (Braunschweig) den Abschiedsabend organisiert hat.

Regionalliga-Schiedsrichter Christian Scheper, natürlich auch ausgestattet mit dem Steinhauer-Bart, trägt mit Unterstützung einer informationsgesättigten Präsentation, wie sie von Manfred Steinhauer nicht selbst hätte besser erstellt werden können (Schwerpunkt auf den Inhalten, weniger auf der Darstellung), die wichtigsten Daten aus der Sport-Karriere des im September 1948 geborenen pensionierten Finanzbeamten vor: Mit 14 Jahren wird Manfred Steinhauer Schiedsrichter, leitet bis 1978 Begegnungen auf Bezirks- und Verbandsebene, bevor er verletzungsbedingt die aktive Karriere beenden muss.

Nach dem Engagement im Kreisschiedsrichter-Ausschuss, natürlich als Ansetzer, übernimmt Manfred Steinhauer 1986 den Job im Bezirksschiedsrichter-Ausschuss Hannover, bevor er 1996 in den Verbandsschiedsrichter-Ausschuss einsteigt. Hier arbeitet er mit den Verbandsobmännern Rudi Pohler, Hans-Jürgen Kasper, Wolfgang Mierswa und Bernd Domurat zusammen – und ist „der“ Ansetzer für mehrere Generationen von NFV-Unparteiischen, darunter zum Beispiel Bibiana Steinhaus, Florian Meyer, Michael Weiner, Harm Osmers oder Frank Willenborg.

Der ehemalige Verbandsschiedsrichter-Obmann Wolfgang Mierswa (Uetze), der mit Manfred Steinhauer 30 Jahr lang in verschiedenen Gremien zusammengearbeitet hat, würdigt den ruhigen und sympathischen Funktionär mit ganz persönlichen Worten und stellt heraus, dass es in all den Jahrzehnten niemals Kritik und Klagen an der Arbeit Manfred Steinhauers gab.

Für Bernd Domurat (Wilhelmshaven), Vorsitzender des NFV-Verbandsschiedsrichter-Ausschusses, ist ein schöneres Kompliment kaum denkbar: „Über Jahrzehnte hat Manfred Steinhauer eine der wichtigsten Aufgaben im Verbandsschiedsrichterwesen bekleidet. Und wenn man dann von allen Aktiven sowie auch von den Kollegen in den Gremien hört, dass die Zusammenarbeit jederzeit sachorientiert und vor allem menschlich angenehmen war – ich bin davon überzeugt, dass man dann im Ehrenamt alles richtig gemacht hat.“

Manfred Steinhauer selbst ist an diesem Abend schon sichtlich beeindruckt, auch etwas bewegt: „Das habe ich nicht erwartet“, sagt er nach seiner Verabschiedung. Die NFV-Unparteiischen haben ihm unter anderem eine schöne Reise ermöglicht, die er mit seiner Frau gern antreten wird. Die Aktiven und Mitstreiter in den Ausschüssen werden Manfred Steinhauer vermissen, denn: Funktionen können in allen Gremien schnell und ständig ersetzt werden – der Mensch, der geht, nie.

Manfred Steinhauer wurde in Barsinghausen nicht nur von den aktiven Unparteiischen verabschiedet – eine Würdigung erfuhr der langjährige Ansetzer, mit dessen Namen unter anderem die Fortentwicklung und Professionalisierung des elektronischen Ansetzungssystems verbunden sein wird, auch im Kreise des Verbandsschiedsrichter-Ausschusses. Zum Abschied erhielt Manfred Steinhauer ein besonderes Präsent, nämlich den Besuch des Musicals „Das Wunder von Bern“ in Hamburg.

Auch die Vorsitzenden der Bezirks-SR-Ausschüsse Berthold Fedtke, Thomas Rüdiger, Stefan Voth und Georg Winter dankten Manfred für die stets sehr harmonische und sachorientierte Zusammenarbeit mit einem netten Präsent.

Der Nachfolger von Manfred Steinhauer ist Michael Hüsing aus Lünne

Manfred Steinhauers Nachfolger als Verbandsansetzer wird Michael Hüsing (Bezirk Weser-Ems). Der 40-järhige aus Lünne war 15 Jahre im Kreisschiedsrichter-Ausschuss Emsland als Lehrwart und Obmann aktiv und wurde in den vergangenen Monaten bereits von Manfred Steinhauer in seine neue Tätigkeit eingearbeitet. Michael Hüsing war als aktiver Schiedsrichter bis zur Landesliga und als Assistent im Bereich des Norddeutschen Fußball-Verbandes im Einsatz.

 

 

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