Jung-Schiedsrichter-Turnier 2016

Gold für Uelzen und Hannover Jung-Schiedsrichter:

Warum die Uelzerinnen und die Hannoveraner ein „einmaliges Turnier“ gewinnen

Von Marco Haase

Hannover/Uelzen/Stade. FIFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus bringt es auf den Punkt: „Diese Veranstaltung zeichnet Niedersachsen aus.“ Auch Verbands-Schiedsrichter-Obmann Bernd Domurat, in der Regel ein Mann der zurückhaltenden Worte, bilanziert zufrieden: „Dieses Turnier, diese Tradition seit mehr als 30 Jahren, ist ziemlich einmal in Deutschland. Der Niedersächsische Fußballverband kann stolz darauf sein.“ Und wenn sich zu einem Fußball-Turnier nicht nur fast alle Kreise des Niedersächsischen Fußball-Verbandes an einem Ort, Hannover, versammeln, sondern zudem etliche Spitzen-Schiedsrichter der ersten, zweiten, dritten, vierten Liga und darüber hinaus, dann wird deutlich, dass es sich bei einer solchen Veranstaltung um eine ganz besondere handelt: Um das traditionelle Verbands-Jungschiedsrichter-Turnier, bei dem die Teams aus dem NFV-Kreis Uelzen (Frauen) und aus dem gastgebenden Kreis Hannover-Stadt (Jungs) die Sieger-Lorbeeren erhielten.

Als 1983 das erste Jungschiedsrichter-Turnier in Lüneburg stattfindet, da ahnt noch niemand, welch positive Ausstrahlung diese Veranstaltung auf das gesamte NFV-Schiedsrichterwesen haben würde. Nachwuchs-Referees wie Florian Meyer, Michael Weiner, Harm Osmers und Bibiana Steinhaus kicken als „Jung-Schiris“ mit – lange, bevor sie überhaupt zu träumen wagen, jemals in der Bundesliga oder auf FIFA-Ebene als Schiedsrichter aktiv zu sein. Michael Weiner, seit mehr als anderthalb Jahrzehnten im Fußball-Oberhaus im Einsatz, prognostiziert denn auch: „Bestimmt sehen wir hier auch den einen oder anderen Top-Referee von morgen.“

NFV-Vizepräsident August-Wilhelm Winsmann, früher selbst als Schiedsrichter in den höchsten Klassen aktiv, lobt in Hannover das sportliche Niveau dieses 34. Jung-Schiedsrichter-Turniers, welches der NFV-Kreis Hannover-Stadt mittlerweile zum dritten Mal ausrichtete. Winsmann: „Die Veranstaltung zeigt, dass unsere jungen Unparteiischen nicht nur gut pfeifen, sondern auch Fußball spielen können.“

Hochspannung mit gutklassigen Partien erleben die Zuschauer auch beim Jungen-Turnier, insbesondere in der Zwischen- und Endrunde. Manchmal kommt es lediglich auf ein, zwei Treffer und ein paar Sekunden an. Am Ende gewinnen in einem spannenden Finale die gastgebenden Jung-Schiedsrichter aus dem Kreis Hannover-Stadt mit 3:1 gegen die Kollegen aus dem NFV-Kreis Verden. Erst zum dritten Mal in der Geschichte des Wettkampfes gelingt damit dem Hausherrn der Sieg – nach Wolfsburg 1985 und Celle 1997, erfahrene Zeitzeugen erinnern sich. Bronze geht an die knapp am späteren Sieger gescheiterten Nachwuchs-Referees aus Osterholz-Scharmbeck, die im „kleinen Finale“ den Kreis Hildesheim bezwingen.

Vorfreude auf Stade 2017

Nach der Siegerehrung geht in Hannover der Blick nach vorn in Richtung des 35. Jung-Schiedsrichter-Turniers: Es wird am 6. und 7. Januar 2017 in Stade stattfinden, dann erneut traditionell (Motto: „zurück zu den Wurzeln“ ohne viel Schnick-Schnack) mit der beliebten Vorabend-Veranstaltung, die im Januar 2001 im Kreis der diesjährigen Siegerinnen, der Unparteiischen aus dem NFV-Kreis Uelzen, geboren wurde. So lädt Stades Schiedsrichter-Obmann Stephan Wetzel denn auch schon ein mit den Worten: „Wir freuen uns auf Niedersachsen, auf die Mannschaften und Gäste aus dem ganzen Land.“ Die Tradition wird somit gepflegt, und das ist nach Aussagen aller maßgeblich Beteiligten auch gut so.

Lob für das Orga-Team und die vielen Helferinnen und Helfer

NFV-Vizepräsident August-Wilhelm Winsmann hob im Gespräch mit dem NFV-Journal die enorme Arbeit hervor, die das Team um Obmann Volker Mende seit Monaten zu stemmen hatte.

Und hier das Orga-Team: Volker Mende, Nils-Rene Voigt, Ingo Oppermann, Stefan Hartmann, Rainer Schenk, Kevin Dickscheid, Klaus-Dieter Ruddat, Aleksandar Lukic – und die vielen weiteren Helferinnen und Helfer, die das Turnier in den Hallen möglich gemacht haben.

„Gesagt“… …. rund um das 34. Verbands-Jungschiedsrichter-Turnier in Hannover - O-Töne und Zitate, notiert vor Ort von NFV-Journal-Reporter Marco Haase -

„So ein Turnier bedeutet eine immense Vorbereitung. Ich danke dem Kreis Hannover-Stadt, der nach 1984 und 1995 nunmehr zum dritten Mal diese außerordentliche Sportveranstaltung ausgerichtet hat.“ August-Wilhelm Winsmann (Heinsen), NFV-Vizepräsident

„Das Turnier zeigt: Auch Schiedsrichter können Fußball spielen.“ NFV-Vize August-Wilhelm Winsmann

„Seit 34 Jahren gibt es das Jung-Schiedsrichter-Turnier – eine großartige Tradition, die ziemlich einmalig in Deutschland ist.“ Bernd Domurat (Wilhelmshaven), Vorsitzender des Verbandsschiedsrichter-Ausschusses

„Der Niedersächsische Fußballverband kann stolz auf diese Veranstaltung sein.“ Verbandsschiedsrichter-Obmann Bernd Domurat

„Ich bin total beeindruckt, wie man mit Gehör und Raumgefühl so gut Fußball spielen kann. Ich habe eine Hochachtung vor dieser tollen sportlichen Leistung.“ Harm Osmers (Hannover), seit 2011 Schiedsrichter in der zweiten Bundesliga, während des Spiels der Blindenfußballer

„Ich hoffe, es ist gelungen, ein wenig für einen Perspektivwechsel zu sorgen.“ Niels Haupt (Ronnenberg-Benthe), internationaler Schiedsrichter im Blindenfußball, Olympiateilnehmer

„Ich komme immer wieder gerne zu unserem Jung-Schiedsrichter-Turnier – schließlich habe ich früher, in den 80er Jahren, selbst als junger Unparteiischer mitgekickt.“ Michael Weiner (Hasede), seit dem Jahr 2000 Schiedsrichter der ersten Bundesliga – als Jung-Schiedsrichter indes eher unter dem olympischen Motto dabei

„Die Veranstaltung zeigt die große Verbundenheit der Schiedsrichter-Familie – aus allen Teilen Niedersachsens kommen die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zusammen, und das seit mehr als drei Jahrzehnten.“ Erstliga-Referee Michael Weiner, seit 2015 zudem Vorsitzender des Norddeutschen Schiedsrichterausschusses

„Wir sehen hier in Hannover sicherlich manchen Top-Schiedsrichter von morgen.“ Michael Weiners Prognose

„Das zeichnet Niedersachsen absolut aus, dass unsere Schiedsrichter-Gemeinschaft seit mehr als 30 Jahren solch eine Veranstaltung trägt.“ FIFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Hannover), seit 2007 Schiedsrichterin in der zweiten Bundesliga aktiv

„Für alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ist es jedes Jahr ein Höhepunkt, am Jung-Schiedsrichter-Turnier teilzunehmen. Die Veranstaltung ist ein Zeichen für die große Fußballbegeisterung der niedersächsischen Unparteiischen – und für den Zusammenhalt.“ Bibiana Steinhaus, die in den 1990er Jahren als junge Schiedsrichterin ebenfalls mitgespielt hat, während der Endrunde

„Es ist eine schöne Tradition, jedes Jahr Anfang Januar neue und alte Weggefährten zu treffen. Vor allem freue ich mich jedes Jahr aufs Neue auf den Austausch mit unseren Nachwuchs-Schiedsrichtern.“ Florian Meyer (Burgdorf), seit 1999 in der Bundesliga im Einsatz – und natürlich in den 1980er Jahren auch als Jung-Schiedsrichter aktiv beim Turnier dabei

„Die jungen Referees aus ganz Niedersachsen bilden bei diesem Turnier eine große Familie.“ NFV-Präsident Karl Rothmund in seinem Grußwort

„Ich freue mich jetzt schon auf die vielen Gäste aus ganz Niedersachsen, die nach Stade kommen werden. Kurz: Wir freuen uns auf Niedersachsen – es gilt das Motto: Stade 2017!“ Stephan Wetzel (Harsefeld), Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des NFV-Kreises Stade – und Gastgeber des 35. Jung-Schiedsrichter-Turniers am 6./7. Januar 2017, nach dem Schlusspfiff des 34. Turniers in Hannover

„Die Niedersachsen sollten sich den 6. Januar 2017 freihalten – 400 Übernachtungen sind bereits gebucht. Wir werden mit der Freitagabend-Veranstaltung beginnen, wie es seit dem Turnier 2001 in Uelzen gute Tradition ist, und auf die sich alle freuen.“ Stephan Wetzel, der im April 1987 im NFV-Kreis Uelzen seine Schiedsrichter-Prüfung ablegte, kündigt das gute alte Jung-Schiedsrichter-Turnier „back to the roots“ ohne viel Schnick-Schnack an. 

Seite drucken
Premium-Partner