»Eine Entscheidung gegen den Amateurfußball«

Stellungnahme des Niedersächsischen Fußballverbandes zum Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG ) vom 10. Mai 2005, Aktenzeichen: 9 U 94/04

»Eine Entscheidung gegen den Amateurfußball.« So kommentiert der NFV-Justiziar Walter Burkhard das Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG), das in zweiter Instanz die Zahlung einer Ausbildungsentschädigung im bezahlten Fußball für verfassungswidrig erklärt hat. Ein differenziertes System, auf dessen Grundlage in den vergangenen Jahren bundesweit einheitlich Ausbildungsentschädigungen nach den einschlägigen Bestimmungen der DFB-Spielordnung berechnet wurden, droht nunmehr zu kippen.

In 99,5 % aller Fälle bleibt alles beim Alten»

Diejenigen Vereine, die erfolgreiche Jugendarbeit betreiben und Talente hervorbringen, die als Vertragsspieler (vormals Vertragsamateure) ihren Weg im Fußball gehen, werden künftig leer ausgehen, wenn die OLG-Entscheidung Bestand haben sollte«, befürchtet Burkhard. Da die Frage der grundgesetzlich geschützten Berufswahl beim Vereinswechsel der Amateurspieler im Gegensatz zu den Vertragsspielern keine Rolle spielt, ist es nach Auskunft des NFV-Justitziars wichtig festzuhalten, dass sich bei 99,5 Prozent der Vereinswechsel auch künftig nichts ändern wird.

Eine »Verrechtlichung« des Sports?»

Je nach Standpunkt kann man es bedauern oder nicht; die Verrechtlichung des Sports und insbesondere des Fußballsports hat nicht zuletzt mit dieser OLG-Entscheidung einen weiteren Baustein erhalten, mit dem die Spieler, Vereine und Verbände umzugehen haben«, lautet das vorläufige Resümee von Burkhard.

Quelle: NFV-Journal 08/05

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