Das Siegerteam des SV Meppen mit NFV-Präsident Günter Distelrath. Foto: Stefan Zwing

Versöhnlicher Saisonabschluss für den SV Meppen

29.05.2021

Der SV Meppen hat zum zweiten Mal nach 1999 den Krombacher Niedersachsenpokal gewonnen und sich damit für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2021/22 qualifiziert. In einem begeisternden Finale im hannoverschen Eilenriedestadion bezwang der Drittligaabsteiger die SV Drochtersen/Assel mit 4:3 im Elfmeterschießen, nachdem es nach der regulären Spielzeit 2:2 gestanden hatte und nahm damit Revanche für die 2019 im Kehdinger Stadion erlittene 0:1-Endspielniederlage. Matchwinner für die Meppener wurde Keeper Eric Domaschke, der in der Entscheidung vom Punkt zwei Schüsse von D/A parierte.

Gut, dass Domaschke Maximilian Geißen und Christian Rusch nicht auf seiner Rechnung hatte. In seinem Handschuh hatte der Keeper einen Zettel aufbewahrt, auf dem er sich die vermeintlich bevorzugten Ecken der ersten drei D/A-Schützen notiert hatte. Im Elfmeterschießen tauchte er dann aber jeweils ins falsche Eck ab. Bei Geißen und Rusch lag er indes intuitiv richtig.

D/A war furios ins Spiel gestartet war und gegen die favorisierten Meppener nach Treffern von Sören Behrmann und Oliver Ioannou bereits nach 21 Minuten verdient mit 2:0 in Führung gegangen. „Erst, wenn es zu spät ist, wachen wir auf. Das war alles zu langsam und pomadig, ein Abbild der Saison“, bemängelte auch Meppens Coach Rico Schmitt den schwachen Start seiner Mannschaft. Nach dem Rückstand aber kam Meppen besser ins Spiel und nach einem Foul von Nico von der Reith an Rene Guder verwandelte Christoph Hemlein den fälligen Strafstoß zum Anschlusstreffer.

Nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel hätte Hemlein die Nerven seines Teams noch mehr beruhigen können, schoss aber nach einem Handspiel von Hassan El Saleh den fälligen Elfmeter über das D/A-Tor. Aber Meppen blieb am Drücker und bestimmte die Partie gegen einen Gegner, der ein halbes Jahr lang keine Spielpraxis mehr sammeln konnte und dem nun merklich die Kräfte schwanden. Es sollte dennoch bis zur 80. Minute dauern, ehe Luka Tankulic einen Tag nach seiner standesamtlichen Hochzeit mit einem satten Schuss aus 22 Metern den hoch verdienten Ausgleich erzielte. Zwar gab es in einer dramatischen Schlussphase mit fünf Minuten Nachspielzeit noch hochkarätige Torchancen auf beiden Seiten, aber am Ende musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

„D/A hat uns alles abverlangt und war der erwartet schwere Gegner“, zollte Rico Schmitt den unterlegenen Kehdingern viel Lob. Für die Meppener ist der 17. Einzug in den DFB-Pokal der versöhnliche Abschluss einer ansonsten missratenen Saison. Zum vierten Mal nach 2016, 2018 und 2019 wäre auch D/A gern in den DFB-Pokal eingezogen. Trotz großem Kampf hat es nicht gereicht, aber Präsident Rigo Gooßen erwies sich als fairer Verlierer. Dass er trotz der Niederlage stolz auf die Mannschaft ist, dass wurde bereits in der Halbzeit deutlich, als er im Interview mit dem NDR seine Spieler als „Mentalitätsbestien“ bezeichnete.

Beeindruckt zeigte sich auch NFV-Präsident Günter Distelrath: "Es war ein packendes Finale mit zwei äußerst unterschiedlichen Halbzeiten. Am Ende haben die Meppener im Elfmeterschießen nicht unverdient ihr Glück erzwungen.“

SV Drochtersen/Assel – SV Meppen 3:4 im Elfmeterschießen (2:1, 2:2) 

SV Drochtersen/Assel: Patrick Siefkes – Jannes Elfers (88. Daniel Asante Owusu), Nico von der Reith, Sören Behrmann (57. Christian Rusch), Nikola Serra, Hassan El Saleh – Oliver Ioannou (81. Martin Sattler), Marcel Andrijanic, Maximilian Benjamin Geißen – Alexander Neumann, Jannes Wulff (67. Efkan Erdogan) 

Ersatzbank: Julian Quack, Florian Nagel, Fabio Manuel Dias, Lennard Fock 

Trainer: Lars Jagemann 

SV Meppen: Eric Domaschke – Janik Jesgarzewski (70. Julius Düker), Lars Bünning (46. Valdet Rama), Jeron Al-Hazaimeh, Markus Ballmert – Nicolas Andermatt, Florian Egerer – Dejan Bozic (46. Ted-Jonathan Tattermusch), Luka Tankulic, Christoph Hemlein (81. Lukas Felix Krüger) – Rene Guder 

Ersatzbank: Andre Poggenborg Marcus Piossek, Leonard Bredol 

Trainer: Rico Schmitt 

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen); Assistenten: Timo Daniel (Damme), Marius Schlüwe (Laatzen); 4. Offizieller: Julian Meckfessel (Osnabrück) 

Zuschauer: 150 

Gelbe Karten: Neumann, El Saleh, Elfers, Andrijanic – Ballmert, Düker, Hemlein 

Tore: 1:0 (5.) Behrmann, 2:0 (21.) Ioannou, 2:1 (26.) Hemlein per Foulelfmeter, 2:2 (80.) Tankulic 

Elfmeterschießen: 1:0 von der Reith, 1:1 Al-Hazaimeh, 2:1 Neumann, 2:2 Egerer, 3:2 Serra, Siefkes hält gegen Ballmert, Domaschke hält gegen Geißen, 3:3 Andermatt, Domaschke hält gegen Rusch, 3:4 Tankulic 

Besondere Vorkommnisse: Hemlein verschießt Handelfmeter (47.) 

Die Ehrentafel der NFV-Pokalsieger

1955 VfB Uslar

1956 VfV Hildesheim

1957 Sportfreunde Lebenstedt

1958 VfB Peine

1959 Preußen Hameln 07

1960 Olympia Wilhelmshaven

1961 Sportfreunde Lebenstedt

1962 VfL Wolfsburg

1963 Göttingen 05

1964 Sportfreunde Salzgitter

1965 Wolfenbütteler SV

1966 TuS Haste

1967 Göttingen 05 II

1968 Roland Delmenhorst

1969 SV Einbeck 05

1970 TuS Bodenteich

1971 VfL Rütenbrock

1972 FC Wolfsburg

1973 TSV Burgdorf

1974 Eintracht Nordhorn

1975 Sportfreunde Salzgitter

1976 VfV Hildesheim

1977 TuS Hessisch Oldendorf

1978 MTV Gifhorn

1979 nicht ausgespielt

1980 Borussia Hannover

1981 TuS Celle

1982 Hannover 96 II

1983 TuS Lingen

1984 TSV Friesen Hänigsen

1985 VfR Langelsheim

1986 TSV Stelingen

1987 TSV Verden

1988 TSV Verden

1989 VfL Bückeburg

1990 TuS Bersenbrück

1991 TSV Kaltenweide/Krähenwinkel

1992 Sportfreunde Ricklingen

1993 Sportfreunde Ricklingen

1994 Sportfreunde Oesede/Georgsmarienhütte

1995 SSV Vorsfelde

1996 Kickers Emden

1997 Hannover 96

1998 Hannover 96

1999 SV Meppen

2000 Kickers Emden

2001 FC Schüttorf

2002 VfL Wolfsburg A.

2003 VfL Wolfsburg A.

2004 Eintracht Braunschweig

2005 VfL Osnabrück

2006 BV Cloppenburg

2007 SV Wilhelmshaven

2008 Eintracht Nordhorn

2009 Kickers Emden

2010 SV Wilhelmshaven *

2011 Eintracht Braunschweig

2012 TSV Havelse

2013 VfL Osnabrück

2014 BSV SW Rehden

2015 VfL Osnabrück

2016 SV Drochtersen/Assel

2017 VfL Osnabrück

2018 SV Drochtersen/Assel

2019 SV Atlas Delmenhorst (Amateure)

2019 SV Drochtersen/Assel (3. Liga und Regionalliga)

2020 MTV Eintracht Celle (Amateure)

2020 TSV Havelse (3. Liga und Regionalliga)

2021 SV Meppen (3. Liga und Regionalliga)

 

*Seit der Saison 2009/2010 wird der NFV-Pokal als Krombacher-Niedersachsenpokal ausgespielt

 

 

Autor / Quelle: bo
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