Strahlende Sieger in Duisburg: Die U 18-Junioren des NFV. Foto: Zinsel

Triumph in Duisburg: U 18-Länderpokalsieg war "eine Frage der Mentalität"

17.10.2019

Die U 18-Junioren des Niedersächsischen Fußballverbandes sind Deutscher Meister. Beim Länderpokalwettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Duisburg-Wedau gelang dem Team von NFV-Trainer Kiriakos Aslanidis dank eines dramatischen 3:2-Erfolges über Bremen der Griff nach den Sternen. Damit wurde im U 18-Wettbewerb der Titel verteidigt, der im Vorjahr vom 2001er Jahrgang unter Martin Mohs erstmals gewonnen wurde. Für den Niedersächsischen Fußballverband ist es der 19. Länderpokalsieg in seiner Geschichte insgesamt, für Aslanidis Titel Nummer 5, nachdem er bereits 2012 und 2015 jeweils mit B-Junioren-Auswahlteams sowie 2010 und 2016 mit C-Junioren-Auswahlteams des Verbandes triumphiert hatte.

Zwar belegte beim Turnierende ein U 19-Perspektivteam des DFB aufgrund des besseren Torverhältnisses zunächst vor Niedersachsen Rang 1 in der Tabelle. Da diese Auswahl aber außer Konkurrenz am Sichtungsturnier teilgenommen hatte, wurden ihre Ergebnisse lediglich aus Sicht ihrer jeweiligen Gegner gewertet und der unerwartete Turniersieg der NFV-Auswahl war Wahrheit geworden.

„Herzlichen Glückwunsch an Kiriakos Aslanidis und seine Auswahl. Sie haben in Duisburg eine ausgezeichnete Visitenkarte des NFV hinterlassen. Wir dürfen zu Recht stolz auf diese jungen Fußballer sein“, freute sich NFV-Präsident Günter Distelrath über die Erfolgsmeldung von der Wedau. Und auch Jan Baßler schloss sich den Glückwünschen an. Der NFV-Direktor: „Dieser Titelgewinn ist ein Beleg dafür, welch ausgezeichnete Nachwuchsarbeit beim NFV, nicht zuletzt aber auch in den Nachwuchsleistungszentren unserer Vereine geleistet wird.“

Mit einem 2:0 (0:0, 0:0, 2:0)-Erfolg gegen Thüringen waren die Niedersachsen in das Sichtungsturnier des DFB gestartet. Dabei hatten Maximilian Franke (54.) und Seyyid Görgülü (60.) die späten Tore erzielt. „Wir haben den Gegner permanent beschäftigt und uns verdient durchgesetzt“, so Kiriakos Aslanidis.

Es folgte ein 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)-Sieg gegen Berlin, bei dem zweimal Victor Gorny (19. + 26.) für die NFV-Auswahl erfolgreich war. Der Gegentreffer der Berliner fiel in der 54. Spielminute durch Fisnik Asllani (1. FC Union Berlin). Aslanidis: „Der Gegner war sehr beeindruckt von unserer Agressivität. Er ist erst im letzten Drittel besser ins Spiel gekommen, nachdem Niko Vukancic mit einer Knieverletzung ausschied und dann auch die Heimreise antreten musste.“

Mit 1:1 (1:0, 0:0, 0:1) hatten sich die Niedersachsen am dritten Spieltag von Bayern getrennt. Grace Bokake Bolufe hatte sein Team nach Foul an Victor Gorny in der 20. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht, doch den nach einer Roten Karte dezimierten Süddeutschen gelang sechs Minuten vor dem Abpfiff der Partie noch der Ausgleich durch Jamie Lawrence (Bayern München). Die Chance auf den Titelgewinn hatte die Aslanidis-Auswahl aber dennoch gewahrt, zumal sie nun aufgrund des späten Ausgleichs nicht gegen das DFB-Team spielen mussten.

Und tatsächlich gelang im letzten Spiel gegen Bremen der Sprung von Rang 4 auf das obere Treppchen. Noch beim norddeutschen Länderpokalturnier im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion hatten sich die beiden Mannschaften vor gut fünf Wochen 1:1 getrennt. In einem echten Krimi behielt die NFV-Auswahl in Duisburg gegen die von Wilfried Zander trainierten Bremer die Oberhand. „Das war kein Leckerbissen, zumal dubiose Schiedsrichterentscheidungen für reichlich Unruhe gesorgt haben“, sah Aslanidis eine turbulente Partie, die am Ende mit 3:2 (0:0, 0:1, 3:1) verdient gewonnen wurde. Die Führung der Bremer (38.) durch Kaan Er (Werder Bremen) glich Victor Gorny (45.) aus und drei Minuten später markierte Maximilian Franke das 2:1 für die NFV-Auswahl. Bremen kam erneut durch Er noch einmal zurück (52.), doch Tom-Luca Winter sorgte mit dem Treffer zum 3:2 (54.) für die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Niedersachsen.

Besonders stark aufgefallen sind den Sichtern des DFB im Verlauf des Turniers Enrique Pereira da Silva, Victor Gorny und Jan-Erik Eichhorn. Sie werden Einladungen zu DFB-Lehrgängen erhalten. „Das wir den Titel gewonnen haben, war aber eine Frage der Mentalität. Wir haben gute Einzelspieler, aber der Mut, mit dem alle ihre Aufgaben angegangen sind, war beeindruckend. Es war mir eine Freude, mit dieser Mannschaft zu arbeiten“, zollte Kiriakos Aslanidis allen Spielern seiner Auswahl höchsten Respekt.

>Das NFV-Ausgebot des Jahrganges 2002 (U 18), Tor: Aaron Tietje (TSV Havelse), Niklas Wienhold (VfL Wolfsburg). Abwehr: Enrique Pereira da Silva, Niko Vukancic, Jonas Weimann (alle VfL Wolfsburg), Jan-Erik Eichhorn (Hannover 96), Jannis Kleeberg (Eintracht Braunschweig), Aziz Kiy (TSV Halvelse). Mittelfeld: Nathan Wahlig (VfL Wolfsburg), Alexander Frees (TSV Havelse), Konstantinos Keissoglou (Hannover 96). Sturm: Victor Gorny, Maximilian Franke, Grace Bokake Bolufe (alle Hannover 96), Seyyid Görgülü, Tom-Luca Winter (beide Eintracht Braunschweig).

Länderpokalsiege des Niedersächsischen Fußballverbandes

Herren:                       1957, 1976, 1987

A-Junioren                  2018, 2019

B-Junioren      :           1981, 1983, 1997, 2012, 2015

Schüler:                      1986, 2006, 2015

DFB-Juniorenlager

Bad Blankenburg:      2010

DFB-Juniorenlager

Kaiserau:                    2016

U19-Frauen:               1996, 1997

U18-Frauen:               2001

Mädchen:                   1994

Autor / Quelle: bo
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