Leitet am 16. Mai das Finale der Champions League: Dr. Riem Hussein. Foto: Getty Images

Final-Schiedsrichterin Riem Hussein im Gespräch mit Reporterlegende Rolf Töpperwien. Foto: Haase

„Riem Hussein – Vorbild und Ansporn für unsere jungen Unparteiischen“

05.05.2021

Tolle Auszeichnung und große Ehre für die niedersächsische FIFA-Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein. Die promovierte Apothekerin von der TSG Bad Harzburg ist von der UEFA für die Leitung des Finales der Champions League zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona nominiert worden. Das Endspiel findet am Sonntag, 16. Mai 2021, ab 21 Uhr, in Göteborg statt.

Riem Hussein gehört seit Jahren zu den besten Unparteiischen in Deutschland und Europa. Schon dreimal (2013, 2016, 2020) wurde die sympathische 40-jährige Sportlerin aus dem Harz vom DFB als Schiedsrichterin des Jahres ausgezeichnet. Seit 2005 ist Riem Hussein DFB-Schiedsrichterin und seit 2006 in der ersten Bundesliga der Frauen im Einsatz (bisher 110 Spiele). Aufgrund ihrer Top-Leistungen ist sie seit 2009 als FIFA-Schiedsrichterin auch international unterwegs – so 2019 bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich, 2017 bei EM in den Niederlanden, 2016 bei der U-20-WM in Papua-Neuguinea oder 2012 bei der U-19-EM in der Türkei. Seit 2015 ist Riem Hussein im Herren-Profi-Bereich im Einsatz und leitet Spiele in der 3. Liga.

 Und so ist die Freude bei Riem Hussein natürlich riesengroß, als sie von ihrer Nominierung erfährt. Die FIFA-Schiedsrichterin sagt im Gespräch mit nfv.de: „Ich empfinde die Ansetzung als große Ehre und Wertschätzung meiner Leistung in den vergangenen Jahren und bin sehr stolz.“

Große Freude bei Riem Hussein – und natürlich auch bei NFV-Präsident Günter Distelrath: „Die Nominierung freut mich sehr, Riem Hussein hat es wirklich verdient. Sie beeindruckt seit jeher durch ihre Top-Leistungen auf dem Platz und ihr großes Engagement für das Schiedsrichterwesen, auch und gerade an der Basis. Riem ist ein Aushängeschild für unseren NFV und zudem Vorbild und Ansporn für unsere jungen Unparteiischen – ein absolut positives Beispiel für eine tolle Karriere, die hoffentlich noch lange andauert. Alle Fußballerinen und Fußballer in Niedersachsen können stolz auf Riem sein – und wir drücken ihr für Göteborg ganz fest die Daumen.“

Auch Bernd Domurat (Osnabrück), Vorsitzender des niedersächsischen Verbandsschiedsrichter-Ausschusses, freut sich sehr: „Diese Ansetzung ist eine riesengroße Wertschätzung für Riem und ein besonderer Höhepunkt in ihrer ohnehin sehr erfolgreichen Laufbahn – die Leitung dieses Endspiels ist eine echte internationale Auszeichnung“, so der ehemalige DFB-Referee im Gespräch mit nfv.de und dem Journal.

Bernd Domurat hebt Riem Husseins „beeindruckende und positive Energieleistung“ hervor, die „gar nicht hoch genug zu bewerten“ sei: „Neben ihren seit Jahr und Tag sehr guten Spielleitungen ist das Champions-League-Finale zudem das erfreuliche Ergebnis ihrer absolut professionellen Einstellung. So kam Riem nach verletzungsbedingten Rückschlägen wieder zurück – auf dieser Top-Ebene bedeutet das eine konsequente, ausdauernde Arbeit an der körperlichen Fitness.“ 

Absolut beispielhaft sei es zudem, so Niedersachsens Schiedsrichter-Chef, dass Riem – trotz ihrer Tätigkeit als DFB- und FIFA-Schiedsrichterin und den dadurch bedingten hohen zeitlichen Einsatz – immer den Kontakt zu unserer Basis hier in Niedersachsen gehalten habe. Bernd Domurat: „Mein Glückwunsch für Riem und das gesamte nominierte Team; auch für die weiterhin angesetzten Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aus Deutschland und Europa ist das CL-Endspiel eine besondere Auszeichnung, auf die sie stolz sein können.“

Beim Finale in Göteborg wird Riem Hussein von weiteren deutschen FIFA-Unparteiischen unterstützt: Katrin Rafalski (Bad Zwesten), seit 2007 Bundesliga-Schiedsrichterin und seit 2010 FIFA-Assistentin, amtiert an der Linie, und die beiden Bundesliga- und FIFA-Referees Bastian Dankert (Rostock) und Christian Dingert (Lebecksmühle) fungieren mit ihren Adleraugen als Video-Assistenten. Das europäische Team komplettieren die Assistentin Sara Telek aus Österreich, die Vierte Offizielle Katalin Kulcsár aus Ungarn und die Ersatz-Schiedsrichter-Assistentin Julia Magnusson aus Schweden.

Riem Hussein weiß nicht nur an der Pfeife, sondern auch am Ball, wie es geht: So spielte sie in der zweiten Bundesliga der Frauen, war dort eine echte Torjägerin und hatte sogar die Möglichkeit, in der ersten Liga Fuß zu fassen – sie entschied sich für die Schiedsrichterkarriere, kein Fehler, im Gegenteil. Wann immer es möglich ist, steht Riem Hussein, die zu Hause in Bad Harzburg gemeinsam mit ihren Geschwistern den Familienbetrieb führt, auch im NFV, im Kreis oder Bezirk für das Schiedsrichterwesen zur Verfügung. Und beim (im Jahr 2021 leider coronabedingt ausgefallenen) jährlichen großen NFV-Verbands-Jung-Schiedsrichter-Turnier (Link zum 2020er Turnier: www.nfv.de/aktuelles/detail/jung-schiedsrichter-turnier-gold-fuer-braunschweig-und-vechta/) ist sie Stammgast.

Mit Finals kennt sich Riem Hussein im Übrigen gut aus. So leitete sie 2010 das erste eigenständige DFB-Pokalfinale zwischen Duisburg und Jena im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Und bereits 2017 amtierte sie als Vierte Offizielle beim CL-Endspiel in Cardiff zwischen Olympique Lyon und Paris St. Germain. Insofern kann in Göteborg aus NFV-Sicht gar nichts schiefgehen.

 

 

Autor / Quelle: Marco Haase
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