Gar nicht so einfach: Die Teilnehmer bei einer Übung mit Dunkelbrillen. Foto: Rahe

Zweieinhalb Tage lernten die Teilnehmer die Grundlagen des Blindenfußballs in Theorie und Praxis. Foto: Schmidt

Premiere für Blindenfußball-Modul

20.11.2018

Das ist buchstäblich mal eine ganz neue Sichtweise gewesen: 16 Teilnehmer waren im November beim neuen Fortbildungs-Angebot „Blindenfußball“ des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Kooperation mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) dabei. Der zweieinhalbtägige Lehrgang mit 20 Lerneinheiten in der Sportschule Barsinghausen bot den Teilnehmern einen ansprechenden Mix aus Einheiten in Theorie und Praxis. Gefördert wurde das Modul von der „Aktion Mensch“.

Gerichtet war das Angebot an alle interessierten Trainer (auch ohne Lizenz), ganz speziell jedoch an C-Lizenz-Inhaber, die sich die Fortbildung für ihre Lizenz-Verlängerung anrechnen lassen konnten. In der Theorie standen für sie die Grundlagen des Behindertensports ebenso wie die Struktur und Rahmenbedingungen des Blindenfußballs auf dem Programm. Im praktischen Teil wurden neben Dribbling-, Pass- und Schusstraining auch taktische Grundlagen und Spielformen thematisiert sowie Übungen, die die Kommunikation und den Teambuildingprozess fördern.

Als Referenten waren Wolf Schmidt (Trainer des Blindenfußball-Bundesligisten FC St. Pauli) und Maurizio Valgolio vom BSN im Einsatz.

Bei den Teilnehmern kam die Premiere des Blindenfußball-Moduls ausnahmslos gut an. „Es war unheimlich interessant, wirklich mal selbst zu erleben, wie viel anspruchsvoller Fußball ohne die Sehfähigkeit ist“, berichtet Holger Peters (58). Der Salzgitteraner arbeitet sonst als Trainer mit geistig-behinderten Menschen. Peters: „Ich habe da für mich als Trainer auf Anhieb viele Ähnlichkeiten gesehen. In beiden Fällen erfordert der Fußball eine ganz einfache und klare Kommunikation, es braucht viel Coaching.“ Und noch etwas anderes hat er während des Lehrgangs in Barsinghausen festgestellt: „Als Teilnehmer erdet dich der Blindenfußball auch ein bisschen. Als Sehender vergisst man manchmal, wie gut man es doch eigentlich hat.“

Autor / Quelle: Dominic Rahe
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