Auszeichung als Trostpflaster: Kamaljit Singh von Eintracht Nordhorn hat sich mit 55 Treffern die "Torjägerkanone für alle" der siebten Liga gesichert. Foto: Udo Wohlrab/privat

"Die Trophäe geht an die gesamte Mannschaft", sieht Singh die Torjägerkanone als Teamerfolg. Foto: Uwe Strootmann/privat

Nach dem verpassten Aufstieg herrschte bei Singh und allen Eintrachtlern große Enttäuschung. Foto: Uwe Strootmann/privat

Nordhorns Kamaljit Singh: "Torjägerkanone für alle" als Trostpflaster

27.06.2022

Kamaljit Singh vom niedersächsischen Bezirksligisten Eintracht Nordhorn ist deutschlandweit der erfolgreichste Angreifer unter allen Siebtliga-Kickern. Mit eindrucksvollen 55 Treffern in 33 Spielen sicherte sich der 27-Jährige die "Torjägerkanone für alle", eine gemeinsame Aktion von kicker, fussball.de und Volkswagen. Im Gespräch mit fussball.de verrät er, warum er die Auszeichnung trotzdem gerne gegen etwas anderes eingetauscht hätte.

Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatte nfv.de über den Kampf um die "Torjägerkanone für alle" in der siebten Liga berichtet, als sich mit Kamaljit Singh, Ahmed-Jamal Omeirat (VfL Oker) und Martin Raming-Freesen (SV Meppen U23) gleich drei Niedersachsen an der Spitze des Rankings wiederfanden. Den Schnitt von damals noch teils mehr als zwei Toren pro Spiel konnte zwar keiner dieser Jungs halten, dennoch schaffte es Singh, die Spitzenposition zu behaupten. Raming-Freesen schnappte sich mit lediglich zwei Toren weniger die Bronzemedaille, Omeirat belegt - trotz bundesweit bestem Torquotienten – mit 42 Treffern in 24 Spielen den achten Rang.

Der Erfolg von Singh hat jedoch einen Wermutstropfen: Trotz der fast wöchentlichen Torgarantie des Deutsch-Inders reichte es für die Eintracht in der Bezirksliga Weser-Ems 3 nicht zur ersehnten Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg. Schon in einem ersten Interview mit fussball.de während der Hinrunde äußerte der gelernte Buchhalter, dass dieser für ihn Priorität habe. Am Ende fehlte ein einziger Punkt, den ausgerechnet Raming-Freesens SV Meppen II nach einem packenden Saisonfinale besser war. "Wenn ich jetzt die Möglichkeit hätte, meine Trophäe gegen den Aufstieg einzutauschen, würde ich das sofort tun", so Singh nach Saisonende im erneuten Gespräch mit dem Medium für Amateurfussball.

Dabei sah es am letzten Spieltag lange Zeit gar nicht schlecht aus: Die Meppener hatten im Parallelspiel bei Vorwärts Nordhorn in der zweiten Hälfte den Ausgleich kassiert, wohingegen die Eintracht bis dahin auch dank eines Viererpacks von Singh seine Hausaufgaben gemacht hatte. "Als die Meldung bei uns die Runde machte, dass es in der Meppen-Partie unentschieden steht, herrschte eine riesige Euphorie", so der Rechtsfuß weiter. In der 82. Minute ging der SVM jedoch erneut in Führung – aus Euphorie wurde Ernüchterung und aus Ernüchterung Enttäuschung, als sich dieser Spielstand bis zum Abpfiff nicht mehr änderte. "Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir wirklich darauf gehofft, dass es am Ende klappen könnte", erinnert sich Singh.

Immerhin: Dank der fünf Treffer, die der Vollblutstürmer schließlich im Saisonfinale erzielte, sicherte er sich die "Torjägerkanone für alle" in der siebten Liga vor David Sasse vom rheinländischen TuS Chlodwig Zülpich (53 Tore in 31 Spielen) und dem bereits genannten Martin Raming-Freesen (53/34). "Die Trophäe geht an die gesamte Mannschaft, die mich über die komplette Saison mit starken Bällen versorgt hat", will die Nordhorner Nummer neun diese jedoch nicht als Einzelauszeichnung verstanden wissen. Ein Ziel aber bleibt: Der Aufstieg in die Landesliga. „Das ist meine größte Herausforderung", sagt Singh – für dessen Bewältigung er dann auch auf eine weitere Torjägerkanone verzichten könne.

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