Niedersachsens Fußballer des Jahres 2019: Das sind die Kandidaten

04.04.2019

Ob Weltmeister wie Martina Müller und Per Mertesacker oder internationale Top-Stars wie Kevin De Bruyne und Edin Dzeko: Es sind klangvolle Namen, die die Ehrentafel von „Niedersachsens Fußballer des Jahres“ zieren.

Seit 1991 kürt der Niedersächsische Fußballverband (NFV) nun schon den „Fußballer des Jahres“. War die Wahl zunächst eine Publikumswahl, so sind seit 2007 ausschließlich die Sportjournalisten aus Niedersachsen stimmberechtigt. Veranstaltet wird die Wahl mit Unterstützung der AOK Niedersachsen und des Vereins Niedersächsische Sportpresse.

Ab heute und bis Montag, 15. April 2019, haben die Experten die Möglichkeit, sich für einen der vier zur Wahl stehenden Kandidaten zu entscheiden. Gesucht wird der Nachfolger des aktuellen Titelträgers Waldemar Anton von Hannover 96.

Die Kandidaten:

Michael Esser (Hannover 96): Wieder überragend, und am Ende doch wieder machtlos: So erging es Michael Esser in dieser Bundesliga-Saison ziemlich oft im Tor von Hannover 96. Obwohl der 31-jährige Torhüter eine starke Saison spielt und mit einem kicker-Notenschnitt von 2,85 zu den Top-10-Keepern der Liga zählt, konnte auch er den steilen Absturz der „Roten“ nicht verhindern. Und trotzdem ist er einer der ganz wenigen Lichtblicke bei 96, verhinderte er doch im Alleingang die eine oder andere desaströse Pleite mehr. „Trauriger“ Höhepunkt: Bei der 0:1-Niederlage am 18. Spieltag gegen Werder Bremen stellte Esser mit 14 Paraden einen neuen Bundesliga-Rekord auf – so viele Bälle hat seit Einführung der Datenerfassung bisher noch kein Schlussmann pariert. „Besser Esser“ taufte ihn der Boulevard schon. Kurzum: In seiner ersten Saison als Stammtorhüter in Hannover – im Sommer verdrängte er Philipp Tschauner als Nummer 1 – weiß Esser trotz nur zweier Zu-null-Spiele mit ruhigem und abgeklärtem Torwartspiel zu gefallen.

Nils Körber (VfL Osnabrück): Seine Zahlen allein sind schon beeindruckend. 30 Spiele, davon 15 Partien „zu Null“, nur 20 Gegentore – und einen kicker-Notenschnitt von 2,48 (der beste aller Akteure in der 3. Liga). Es ist nicht zu übersehen: Nils Körber ist einer der großen Erfolgsgaranten für den Höhenflug von Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück, der erstmals seit 2011 wieder vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga steht. Und doch sind Körbers Zahlen nicht alles. Vielmehr erscheinen sie nochmal in einem anderen Licht, wenn man die Geschichte dahinter kennt. Gerade mal 15 Monate ist es her, da zog sich der 22-Jährige – damals noch bei Drittligist Preußen Münster – einen Muskelfaserriss zu, verlor seinen Stammplatz und bestritt ab dem 23. Spieltag keine einzige Partie mehr. Doch Körber kämpfte, ließ sich von seinem Klub Hertha BSC im Sommer zum VfL Osnabrück ausleihen und startete neu durch. Körber: „Ich habe den Kopf nie in den Sand gesteckt, habe weiter trainiert und meine Sonderschichten gemacht.“ Den Lohn erntet er jetzt. Mit den „Lila-Weißen“ ist er auf Aufstiegskurs, im November wurde er zudem in den Kader der U21-Nationalmannschaft berufen.

Ewa Pajor (VfL Wolfsburg): Sie ist der Shootingstar der Frauenfußball-Bundesliga: Vor vier Jahren kam Ewa Pajor als Polens Top-Talent von KKPK Medyk Konin zum VfL Wolfsburg – und spielte zwei Jahre erstmal nur eine unbedeutende Nebenrolle. Die Angreiferin tat sich schwer in Deutschland, saß nicht selten sogar auf der Tribüne. „Sie musste bei uns durch eine harte Schule gehen. In Polen war sie schon ein kleiner Star, hier musste sie einiges lernen, sich erstmal in die Gruppe einfügen“, sagt Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der „Wölfinnen“. „Aber wir haben immer an sie geglaubt.“ Heute, Pajor ist inzwischen 22 Jahre alt, lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Die Stürmerin hat die Herausforderung in Wolfsburg gemeistert, auch zwei Augen-OPs wegen einer Hornhaut-Vorwölbung stoppten sie nicht. Mit 19 Toren in nur 14 Spielen führt die 1,66 Meter kleine Stürmerin die Torschützenliste in dieser Saison souverän an. „Ewa Power“ wird sie ob ihrer Quote schon im Mannschaftskreis genannt.

Wout Weghorst (VfL Wolfsburg): Viel Eingewöhnungszeit brauchte Wout Weghorst nicht beim VfL Wolfsburg. In seiner Premierensaison in der Bundesliga hat der 26-jährige Angreifer, der im Sommer für elf Millionen Euro vom AZ Alkmaar nach Niedersachsen gewechselt war, bereits zwölf Tore erzielt und fünf weitere Treffer vorbereitet. Doch nicht nur die 17 Scorerpunkte des 1,97 Meter großen Niederländers fallen auf, auch seine für einen Stürmer auffällig mannschaftsdienliche Spielweise ist bemerkenswert. Für Weghorst standen nach 26 Partien auch die meisten Sprints (871) und die meisten intensiven Läufe (2203) der gesamten Bundesliga auf dem Konto. Es gibt nicht wenige in Wolfsburg, die sagen, dass Weghorst exemplarisch für den „neuen“ VfL Wolfsburg steht. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer: „Wout ist ein Mentalitätsmonster. Was er für die Mannschaft arbeitet, offensiv und defensiv, ist außergewöhnlich. Er ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine ein Riesengewinn für diese Mannschaft. Er hat uns mitgeprägt in dieser Saison."

Autor / Quelle: Dominic Rahe
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