Immer für ein Tor gut: Niedersachsens Fußballerin des Jahres Pernille Harder (r.). Foto: Imago

„Königin der niedersächsischen Fußballfamilie“

20.07.2020

Ob Weltmeister wie Martina Müller und Per Mertesacker oder internationale Top-Stars wie Kevin De Bruyne und Edin Dzeko: Es sind klangvolle Namen, die die Ehrentafel von „Niedersachsens Fußballer des Jahres“ zieren. Nun wird diese Tafel um eine weitere Ausnahme-Spielerin ergänzt. Niedersachsens Sportjournalisten haben mit großer Mehrheit entschieden, dass die Dänin Pernille Harder Niedersachsens „Fußballer des Jahres 2020“ ist. 66,7 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Stürmerin des VfL Wolfsburg, die damit ihre Gegenkandidaten Martin Kobylanski (Eintracht Braunschweig, 15,7 %), Genki Haraguchi (Hannover 96, 11,7 %) und Deniz Undav (SV Meppen, 5,9 %) auf die Plätze verwies. 

Pernille Harder hatte mit 27 Treffern maßgeblichen Anteil daran, dass sich der VfL Wolfsburg bereits zum sechsten Mal seit 2013 den Meistertitel in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga sichern konnte. Mit dieser Ausbeute gewann die 27-Jährige zum zweiten Mal nach 2018 die Torjägerinnen-Kanone in der Beletage des deutschen Frauenfußballs. 

Zusätzlich feierte die 118-fache dänische Nationalspielerin in ihrer vierten Spielzeit beim VfL auch den Gewinn des DFB-Pokals und damit das vierte Double in Folge, wobei sie im Pokalfinale gegen die SGS Essen (4:2 i. E. , 3:3, 3:3, 1:2) je einen Treffer in der regulären Spielzeit und im Elfmeterschießen beisteuerte. Ihre Titelsammlung hat sich in Wolfsburg auf nunmehr acht erhöht. 

Und damit nicht genug: Im August wird in Spanien die Champions League der Frauen zu Ende gespielt. Dann möchte Europas Fußballerin des Jahres von 2018 mit den „Wölfinnen“ nach den Sternen greifen, nachdem sie 2018 mit dem Verein schon einmal das Finale erreicht hatte, damals aber trotz ihres Führungstores mit 1:4 n.V. gegen Olympique Lyon verlor. 

Pernille Harder ist nach Petra Damm (1992, VfR Eintracht Wolfsburg), Stefanie Gottschlich (2004, VfL Wolfsburg) und Martina Müller (2008, VfL Wolfsburg) erst die vierte Frau, die Niedersachsens Fußballerwahl gewinnen konnte. Aus den Reihen der „Wölfe“ ist sie nach Gottschlich, Müller, Stefan Meißner (1995), Roy Präger (1998), Marcel Schäfer (2009), Edin Dzeko (2010) und Kevin De Bruyne (2015) die achte Titelträgerin. 

Seit 1991 kürt der Niedersächsische Fußballverband (NFV) nun schon den „Fußballer des Jahres“ und feiert somit in diesem Jahr das 30-jährige Wettbewerbsjubiläum. War die Wahl zunächst eine Publikumswahl, so sind seit 2007 ausschließlich die Sportjournalisten aus Niedersachsen stimmberechtigt. Veranstaltet wird die Wahl mit Unterstützung der AOK Niedersachsen und des Vereins Niedersächsische Sportpresse. 

Stimmen

Pernille Harder (VfL Wolfsburg): „Ich bin sehr froh und stolz, zur niedersächsischen Fußballerin des Jahres gewählt worden zu sein. Dies ist eine große Auszeichnung für mich und den gesamten Frauenfußball. Es macht mich sehr glücklich, dass die Entwicklung unserer Sportart immer mehr wahrgenommen wird. Mein Dank gilt natürlich auch dem gesamten Team.“ 

Günter Distelrath, NFV-Präsident: „Die niedersächsischen Sportjournalisten haben eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Pernille Harder ist zu Recht die Königin der niedersächsischen Fußballfamilie. Mein Glückwunsch gilt einer Ausnahme-Fußballerin, die maßgeblich dazu beiträgt, dass der VfL Wolfsburg die Nummer 1 im deutschen Frauenfußball ist.“ 

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen: „Das sympathische, weltoffene und respektvolle Auftreten der aktuellen Torschützenkönigin setzt dem sportlichen Erfolg obendrein die Krone auf. Kinder und Jugendliche auf den Bolzplätzen eifern Pernille Harder nach und sind motiviert, aktiv Sport zu treiben.“ 

Jans-Joachim Zwingmann, Vorsitzender des Vereins Niedersächsische Sportpresse: „Pernille Harder reiht sich nahtlos ein in eine Reihe hochkarätiger Fußballerinnen und Fußballer, die bisher die Wahl in Niedersachsen gewinnen konnten. Es freut mich sehr, dass gerade im Jubiläumsjahr ´50 Jahre Frauenfußball in Deutschland` eine Frau verdienterweise den Zuschlag erhalten hat.“ 

Die Ehrentafel der Titelträger und ihre Paten

1991: Uwe Groothuis (Kickers Emden), Pate: Uwe Seeler

1992: Petra Damm (VfR Eintracht Wolfsburg), Pate: Jupp Derwall †

1993: Andre Breitenreiter (Hannover 96), Pate: Hans Tilkowski

1994: Josef Menke (SV Meppen), Pate: Bernard Dietz

1995: Stefan Meißner (VfL Wolfsburg), Pate: Horst Hrubesch

1996: Stefan Prause (Kickers Emden), Pate: Bernd Franke

1997: Jörg Sievers (Hannover 96), Pate: Dieter Burdenski

1998: Roy Präger (VfL Wolfsburg), Pate: Manfred Burgsmüller

1999: Gerald Asamoah (Hannover 96), Pate: Johannes Löhr †

2000: Uwe Brunn (VfL Osnabrück), Pate: Uli Stein

2001: Christian Claaßen (VfL Osnabrück), Pate: Marco Bode

2002: Jan Simak (Hannover 96), Pate: Hans Siemensmeyer

2003: Fredi Bobic (Hannover 96), Pate: Michael Skibbe

2004: Stefanie Gottschlich (VfL Wolfsburg), Patin: Tina Theune Meyer

2005: Per Mertesacker (Hannover 96), Pate: Max Lorenz

2006: Thorsten Stuckmann (E. Braunschweig), Pate: Horst Wolter

2007: Robert Enke † (Hannover 96), Pate: Horst Podlasly †

2008: Martina Müller (VfL Wolfsburg), Patin: Steffi Jones

2009: Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Pate: Marcel Reif

2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), Pate: Werner Hansch

2011: Didier Ya Konan (Hannover 96), Pate: Sebastian Hellmann

2012: Jan Schlaudraff (Hannover 96), Pate: Kai Dittmann

2013: Mame Diouf (Hannover 96), Pate: Mousse T.

2014: Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Pate: Michael Richter

2015: Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg), Pate: Dieter Hecking

2016: Marvin Schwäbe (VfL Osnabrück), Pate: Harald Pistorius

2017: Martin Harnik (Hannover 96), Pate: Peter Linden

2018: Waldemar Anton (Hannover 96), Pate: Martin Andermatt

2019: Nils Körber (VfL Osnabrück), Pate: Uwe Brunn

2020: Pernille Harder (VfL Wolfsburg), Pate: noch offen

 

 

Autor / Quelle: bo
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