Niedersachsenmeister und Aufsteiger in die Regionalliga: Die C-Junioren des JFV Nordwest. Foto: Borchers

JFV Nordwest steigt in die C-Junioren-Regionalliga auf

25.06.2018

Der JFV Nordwest stellt zum zweiten Mal nach 2014 den AOK-C-Junioren-Niedersachsenmeister. Die Oldenburger bezwangen in einem umkämpften Finale im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion den JFV Calenberger Land mit 2:1 nach Verlängerung und sicherten sich damit den Aufstieg in die C-Junioren-Regionalliga Nord. Dritter wurde das Team vom JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen, das sich gegen eine überforderte Mannschaft von den Freien Turnern aus Braunschweig im kleinen Finale mit 5:0 durchsetzte.

Für den Bezirk Braunschweig trat bei der 42. Ausspielung der Niedersachsenmeisterschaft die aufstiegswillige Freie Turnerschaft Braunschweig an, die in der Landesliga Braunschweig Rang 3 hinter BSC Acosta und dem VfL Wolfsburg II belegte. JFV Calenberger Land war als Meister der Landesliga Hannover wie schon 2017 teilnahmeberechtigt. Den Bezirk Lüneburg repräsentierte wie in den beiden Vorjahren Meister JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen und der JFV Nordwest lief für den Bezirk Weser-Ems als Meister auf.

Während der JFV Nordwest mit einem lockeren 3:0-Halbfinalerfolg gegen die Freien Turner in das Endspiel eingezogen war, mussten die Gastgeber vom JFV Calenberger Land in ihrem Halbfinale schon weitaus mehr investieren, um das starke Team vom JFV AOH in die Knie zu zwingen. Erst im Elfmeterschießen hatten sie das glücklichere Ende für sich.

Im Finale trafen schließlich zwei ebenbürtige Mannschaften aufeinander. Die Begegnung begann mit einer Schrecksekunde für die Calenberger, die sich im eigenen Strafraum einen Abstimmungsfehler leisteten, woraus die Oldenburger jedoch kein Kapital schlagen konnten. In der Folgezeit fanden die jungen Löwen mehr und mehr ins Spiel und erarbeiteten sich ein Übergewicht. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten aber nur wenige. So schob Emir Can aus kürzester Distanz den Ball um Zentimeter am Nordwest-Gehäuse vorbei, während auf der gegenüber liegenden Seite Benjamin Friesen mit einem gefährlichen Weitschuss keinen Erfolg hatte.

Besser als in den ersten Spielabschnitt startete Calenberger Land in die zweite Halbzeit. Erst drei Minuten waren gespielt, als Emir Tan die umjubelte Führung erzielte. Jetzt war es der JFV Nordwest, der auf den Ausgleich drängte. „Da haben wir das Spiel aus der Hand gegeben“, bedauerte der Calenberger Coach Najman Kuri nach der Partie, dass seine Mannschaft nach der Führung dem Gegner zu sehr die Initiative überließ. Es kam, wie es kommen musste. Benjamin Friesen gelang der verdiente Ausgleich für die Oldenburger und die Begegnung ging in die zweimal fünfminütige Verlängerung. Erneut hatte Calenberger Land mehr Spielanteile, doch der JFV Nordwest blieb mit schnellen Kontern brandgefährlich. Einer davon führte, begünstigt durch einen individuellen Fehler von Jared-Loic Kambamba Mubamba, zum Siegtreffer durch Nihat Atilgan und sorgte für einen kollektiven Platzsturm der Oldenburger Reservespieler und des Trainerteams.

Der JFV Calenberger Land, allen voran der untröstliche Kambamba Mubamba am Boden, JFV Nordwest obenauf. „Wahnsinn. Die Jungs haben das ganze Jahr hart gearbeitet und sich jetzt mit einem Bombenspiel dafür belohnt. Riesenrespekt für den Gegner, der alles gegeben hat. Aber im Fußball ist es nun mal so: Es kann nur einen geben“, war Nordwest-Trainer Hendrik Buhl nach dem Spiel bewusst, dass sein Team am Ende das glücklichere Ende für sich hatte. Das sah auch Najman Kuri so, der bereits im vergangenen Jahr mit 2:4 im Endspiel am SV Meppen gescheitert war: „Im Halbfinale gegen Heeslingen hatten wir im Elfmeterschießen dass nötige Glück, heute war es auf Nordwest-Seite. So gleicht sich das halt aus.“

Zu einer einseitigen Angelegenheit war zuvor das „kleine Finale“ zwischen JFV A/O/Heeslingen und FT Braunschweig geworden. Hier war es im ersten Spielabschnitt Justus Wentorp, der die herausragenden Szenen hatte. Erst scheiterte er nach acht Minuten noch an der Latte des Braunschweiger Gehäuses. Dann aber netzte der gefährliche JFV-Stürmer in der 11. und 20. Spielminute zweimal ein. In der zweiten Spielhälfte baute JFV AOH seinen Vorsprung Tor um Tor aus und siegte am Ende auch in dieser Höhe verdient mit 5:0.

Das Turnier im Überblick

Halbfinale

JFV A/O/Heeslingen – JFV Calenberger Land 6:7 n.E. (2:2, 0:1)

Tore: 0:1 (19.) Josh Jürgens, 1:1 (32.) Ole Schulz, 1:2 (33.) Mehmet Özün, 2:2 (57.) Mika Eickhoff

Elfmeterschießen: Für JFV A/O/H verwandeln Mika Eickhoff, Ole Schulz, David Perlitz und Mika-Milo Papke, während ein Schuss vergeben wird. Für JFV Calenberger Land treffen Cihan-Eyyüp Bühring, Mehmet Özün, Suhrab Refahi, Jared-Loic Kambamba Mubamba und Mika Türschen.

FT Braunschweig – JFV Nordwest 0:3 (0:1)

Tore: 0:1 (35.) Tivon Hemken per Strafstoß, 0:2 (50.) Justin Noah Seven, 0:3 (63.) Deik Ehmann

Spiel um Platz 3

JFV A/O/Heeslingen – FT Braunschweig 5:0 (2:0)

Tore: 1:0 (11.) Justus Wentorp, 2:0 (20.) Justus Wentorp, 3:0 (46.) Mika Eickhoff, 4:0 (62.) Moritz Vedovelli Bugug, 5:0 (68.) Luka-Leon Papke

Finale

JFV Calenberger Land – JFV Nordwest 1:2 n.V. (1:1, 0:0)

Tore: 1:0 (38.) Emir Tan, 1:1 (49.) Benjamin Friesen, 1:2 (78.) Nihat Atilgan

Die Aufgebote

JFV Nordwest: Moritz Ben Onken, Ben-Johan Müller, Tivon Hemken, Christian Kohlhaupt, Felix Johannes Kaup, Justin Noah Seven, Pascal Krull, Emeraude Betani-Baku, Hannes Eckbauer, Benjamin Friesen, Jannis Vehrenkamp, Devin Dollmann, Omar Sillah, Kilian Dahl, Tjark Reinert, Jules Louis Capliez, Deik Ehmann, Nihat Atilgan; Trainer: Hendrik Buhl.

JFV Calenberger Land: Adrian Grubesic, Nils Bollwitte, Jared-Loic Kambamba Mubamba, Mika Türschen, Lukas Reinhold, Mehmet Özün, Emir Tan, Nico Kleefeld, Amoro Diedhiou, Nathan Kazeimoko, Francesco Guglielmino, Josh Jürgens, Hamza Ata, Leonard Jahn, Albion Rexha, Cihan-Eyyüp Bühring, Artur Rul, Suhrab Refahi; Trainer: Najman Kuri.

JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Heeslingen: Timon Rademacher, Tom Schmudlach, Luka-Leon Papke, Bastian Behrens, Justus Wentorp, Mika Eickhoff, Janek Narawitz, Matteo Brisevac, Lukas Brünjes, Moritz Vedovelli Bugug, David Perlitz, Fynn Spatschek, Max Weigand, Fabio Gerke, Mika-Milo Papke, Matthes Rathjen, Ole Schulz, Olaf Grymaszewski; Trainer: Lukas Ringen.

FT Braunschweig: Adrian Bandura, Ifeyileba Claude Serge, Julian Morbitzer, Alexander Schumacher, Marvin Thurau, Tarik Hqatic, Jannick Paliga, Bastian Abrahamczik, Erik Lindloff, Alpar Emre Tayfur, Koray-Haktan Sahin, Levin Morbitzer, Valentin Vincentz, Alexander Poller, Hamza Kocabey, Igor Poloczedk; Trainer: Benjamin Knoll.

Die Ehrentafel der Niedersachsenmeister

1977 Arminia Hannover

1978 Arminia Hannover

1979 Hannover 96

1980 Arminia Hannover

1981 VfL Salder

1982 VfL Germania Leer

1983 Hannover 96

1984 Arminia Hannover

1985 TSV Havelse

1986 TSV Havelse

1987 Hannover 96

1988 Hannover 96

1989 SVG Einbeck

1990 VfL Bückeburg

1991 TSV Havelse

1992 VfB Oldenburg

1993 Hannover 96

1994 JSG Havelse/Garbsen

1995 JSG Hameln

1996 Hannover 96

1997 Hannover 96

1998 Hannover 96

1999 SV Germania Grasdorf

2000 Hannover 96

2001 Hannover 96

2002 Hannover 96

2003 TuS BW Lohne

2004 SV Ahlerstedt/Ottendorf

2005 TSV Havelse

2006 TuS BW Lohne

2007 TSV Havelse

2008 SC Langenhagen

2009 VfL Osnabrück

2010 Viktoria 08 Georgsmarienhütte

2011 TSV Havelse

2012 MTV Treubund Lüneburg

2013 VfL Osnabrück

2014 JFV Nordwest

2015 Eintracht Braunschweig

2016 VfL Osnabrück

2017 SV Meppen

2018 JFV Nordwest

 

 

Autor / Quelle: bo
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