Hannoversche Werkstätten nehmen am regulären Spielbetrieb teil

21.08.2019

Der Deutsche Meister der Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Hannoverschen Werkstätten, startet ab dieser Saison in Kooperation mit dem TuS Kleefeld als Inklusionsmannschaft in der Ü 40-Liga der Region Hannover.

Unter dem Vereinsnamen des TuS Kleefeld werden seitens der Hannoverschen Werkstätten zehn Menschen mit Behinderung ab dieser Saison am Regelspielbetrieb der 2. Kreisklasse der Ü 40-Liga als Inklusionsmannschaft teilnehmen. „Das Motto unseres Verbandes lautet: Ein Ball verbindet! Deshalb freuen uns sehr, dass wir das Projekt und somit die Inklusion im Sport unterstützen können“, sagte Günter Distelrath, Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV).

Thorsten Schuschel, Spielausschussvorsitzender im NFV-Kreis Region Hannover sowie im NFV-Bezirk Hannover, erklärte: „Es ist toll, dass die Spieler der Hannoverschen Werkstätten sich den Wettbewerb im regulären Spielbetrieb zutrauen und motiviert dabei sind. Auch alle anderen Ü 40-Mannschaften unterstützen das Vorhaben der Inklusionsmannschaft und haben dem Eintritt einstimmig zugestimmt.“

Die Fußballmannschaft der Hannoverschen Werkstätten/TuS Kleefeld ist offen für alle interessierten Hobbyfußballer, die Lust auf Sport und Freude an tollen Begegnungen haben. Die Bedingungen hierfür sind, dass die Menschen ohne Behinderung über 40 Jahre alt sein müssen; bei den Menschen mit Behinderung kann das Alter auch darunter liegen.

Carsten Schumacher, 2. Vorsitzender des TuS Kleefeld und Leiter der Fußballsparte, begrüßt die Kooperation: „Der TuS Kleefeld und die Hannoverschen Werkstätten arbeiten schon lange zusammen. Wir sind sehr froh, dass wir die Werkstätten als Verein hierbei unterstützen können und hoffen, einige unserer Vereinsmitglieder für die Mannschaft zu gewinnen.“

Dass Mannschaften, die sich aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammensetzen, am regulären Spielbetrieb teilnehmen, ist in Niedersachsen zwar nach wie vor die Ausnahme, aber nicht neu. Bis eischließlich der Saison 2016/17 waren die Roten Teufel Ganderkesee e.V. in der 5. Kreisklasse Oldenburg-Land/Delmenhorst aktiv. Ebenfalls bis zur Saison 2016/17 nahm der Gehörlosen-Sportverein Braunschweig am regulären Spielbetrieb der untersten Senioren-Spielklasse mit einer Mannschaft teil, die größtenteils aus Spielern mit Hörbehinderung bestand. 

In der aktuellen Serie sind die Sportfreunde Braunschweig mit einer Ü 40-Mannschaft im Spielbetrieb der Altsenioren am Ball. In diesem Team kommen Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, zum Beispiel Menschen mit Amputationen, zum Einsatz.

Nachdem die Hannoverschen Werkstätten 2018 die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten im Fußball gewonnen haben, war für die Spieler klar, dass sie neben dem Werkstättenfußball auch in den Regelbetrieb möchten. In der Liga der Werkstätten für Menschen mit Behinderung wird auf dem Kleinfeld gespielt, weshalb sich die Ü40-Liga mit denselben Rahmenbedingungen besonders gut eignet. Michel Linne ist stellvertretender Spielführer bei der Mannschaft der Werkstätten und wird auch in der Inklusionsmannschaft spielen: „Ich finde es schön, dass wir diese Chance kriegen und freue mich riesig auf die Spiele. Herzlichen Dank an den NFV für diese tolle Gelegenheit!“

Zweimal in der Woche Woche werden Linne und Kollegen auf dem Platz beim TuS Kleefeld trainieren und hoffen, weitere Mitspieler zu finden, um die Mannschaft noch vielfältiger zu machen. Für die Hannoverschen Werkstätten ist dies ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Teilhabe, findet Geschäftsführer Manfred Willems. „Inklusion kann nur durch Begegnungen entstehen. Auf diese Weise können wir die Begegnungen im öffentlichen Raum fördern und Barrieren abbauen.“

Zum Saisonauftakt verlor die Inklusionsmannschaft beim FC Can Mozaik mit 0:1. Das erste Heimspiel bestreitet sie am Mittwoch, 21. August, gegen den HSC Hannover II. Der Anpfiff auf der Anlage an der Hannoveraner Kleestraße ist um 18 Uhr.

 

 

Autor / Quelle: maf
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