Das Team der Hannoverschen Werkstätten vor der Veltins-Arena. Foto: privat

Hannoversche Werkstätten belegen bei der Deutschen Meisterschaft Rang 4

20.09.2019

Der neue Deutsche Meister der Werkstätten für behinderte Menschen steht fest: Die Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung setzten sich in einem spannenden und hochklassigen Endspiel in Duisburg-Wedau mit 4:1 gegen die Freckenhorster Werkstätten aus Nordrhein-Westfalen durch. Damit sicherte sich das Team aus Berlin zum dritten Mal den Titel. Zur Meisterehrung reiste unter anderem Trainer-Legende Otto Rehhagel an. Der 81 Jahre alte Europameister-Coach zählt zu den Mitgliedern des Kuratoriums der Sepp-Herberger-Stiftung, die das Turnier zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM), dem Deutschen Behindertensportverband und Special Olympics Deutschland seit dem Jahr 2000 veranstaltet.

Den dritten Platz erreichte das Behinderten-Werk Main-Kinzig aus Hessen. Das Team setzte sich im „kleinen Finale“ gegen die Hannoverschen Werkstätten mit 6:5 nach Achtmeterschießen durch. Die von Ilias Symeonidis trainierten Hannoveraner waren bei ihrer fünften Endrundenteilnahme in Serie als Titelverteidiger an den Start gegangen, hatten in diesem Jahr aber nicht das Glück auf ihrer Seite, das ihnen im Vorjahr den Titel beschert hatte. Gab es 2018 im Finale noch einen 7:6-Erfolg nach Achtmeterschießen gegen die Berliner Werkstätten, so entschied sich Fortuna jetzt gegen sie. Sowohl im Halbfinale als auch im Spiel um Platz 3 zog der amtierende Niedersachsenmeister bei der Entscheidung vom Punkt zweimal den Kürzeren.

Und dennoch haben die Hannoverschen Werkstätten einmal mehr untermauert, dass mit ihnen gerechnet werden muss, wenn die Deutsche Meisterschaft ausgespielt wird. Nach der insgesamt sechsten Teilnahme am Vergleich der Meister der 16 deutschen Bundesländer stehen für die Hannoveraner nunmehr vier vierte Plätze (2019, 2017, 2015, 2011), ein dritter Rang (2016) und der Turniersieg vom Vorjahr zu Buche. Das ist aller Ehren wert.

Bei der Siegerehrung übergab Rehhagel die begehrte Meisterplakette des Deutschen Fußball-Bundes. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Freude und Leidenschaft die Sportler am Ball sind. Der Fußballsport ist eine willkommene Abwechslung zum Alltag in der Werkstatt und fördert die Persönlichkeitsentwicklung der Aktiven“, betonte Rehhagel.

Gemeinsam mit Rehhagel kamen unter anderem auch Hermann Korfmacher, Vorsitzender des Kuratoriums der Sepp-Herberger-Stiftung, Ralf Hagemeier von der BAG WfbM, Marc Möllmann, stv. Sportdirektor des DBS, Andreas Schäfer von Special Olympics Nordrhein-Westfalen und Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung, nach Duisburg und übergaben die Pokale und Medaillen an die teilnehmenden Teams. „In den rund 700 bundesdeutschen Werkstätten für behinderte Menschen leben und arbeiten sehr viele fußballbegeisterte Menschen. Mit der Deutschen Meisterschaft wollen wir für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen werben. Dabei liegt uns insbesondere die Vernetzung zwischen Werkstätten und Fußballvereinen sehr am Herzen, um den Aktiven so eine sportliche Heimat in der Struktur des organisierten Fußballs zu geben“, unterstrich Korfmacher. Dieses Ziel ist bei den Hannoverschen Werkstätten bereits erreicht, starten zehn ihrer Spieler doch seit dieser Saison in Kooperation mit dem TuS Kleefeld als Inklusionsmannschaft in der Ü 40-Liga der Region Hannover.

Neben den Spielen wurde den 16 teilnehmenden Mannschaften ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Am Mittwoch besuchten die Sportler auf Einladung des FC Schalke 04 die Veltins-Arena. Neben einer Stadionführung und der Teilnahme an unterschiedlichen Action-Modulen, bei denen unter anderem gedribbelt oder die Torschussgeschwindigkeit gemessen wurde, standen auch Gesprächsrunden mit den Ex-Profis Klaus Fischer, Mathias Schipper und Ingo Anderbrügge auf dem Programm. Im kommenden Jahr findet die Deutsche Meisterschaft vom 7. bis zum 10. September 2020 in der Sportschule Wedau in Duisburg statt. Und wieder werden die Hannoverschen Werkstätten dabei sei.

Die Spiele der Hannoveraner im Überblick:

Gruppe D: Hannoversche Werkstätten – Evangelische Stiftung Neinstedt 2:0, Peene Werkstätten – Werkstatt Martinshof 10:0, Hannoversche Werkstätten – Peene Werkstätten 2:1, Evangelische Stiftung Neinstedt – Werkstatt Martinshof 5:2, Werkstatt Martinshof – Hannoversche Werkstätten 0:6, Peene Werkstätten – Evangelische Stiftung Neinstedt 6:1

Die Tabelle der Gruppe D: 1. Hannoversche Werkstätten (10:1 Tore, 9 Punkte), 2. Peene Werkstätten (17:3, 6), 3. Evangelische Stiftung Neinstedt (6:10, 3), 4. Werkstatt Martinshof (2:21, 0)

Viertelfinale: Hannoversche Werkstätten – Prignitz-Werkstätten 3:0

Halbfinale: Freckenhorster Werkstätten – Hannoversche Werkstätten 2:1 im Achtmeterschießen

Spiel um Platz 3: Hannoversche Werkstätten – Behinderten-Werk Main-Kinzig 6:7 im Achtmeterschießen

Autor / Quelle: dfb/bo
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