Die NFV-Verbandspitze beim TSV Luthe. r.k.

Der große Traum von einem Kunstrasenplatz

31.08.2018

Der TSV Luthe möchte sich demnächst einen großen Traum erfüllen. Die Verantwortlichen wünschen sich einen Kunstrasenplatz. Beim jüngsten Vereinsdialog mit der Verbandsspitze des Niedersächsischen Fußballverbandes im Klubheim des TSV war Optimismus zu spüren. Bis zur Realisierung des Projektes müssen allerdings noch einige Zuschüsse gewährt werden.

Der Verein selbst ist auf einem guten Weg. Er hat auf einem Sonderkonto bereits rund 50. 000 Euro angespart und damit dokumentiert, wie sehr er sich diesen Kunstrasenplatz wünscht. „Wir würden ihn auch mit anderen Klubs teilen“, betonten die Vereinsverantwortlichen beim Dialog. Wie wichtig das Vorhaben ist, verdeutlichte Heinz-Gerhard Kück, Spartenleiter Fußball beim TSV: „Wir konnten im vergangenen Winter fünf Monate auf unseren Plätzen nicht spielen.“ Die Gesamtkosten für einen Kunstrasenplatz veranschlagte er mit rund 500. 000 Euro.

Mut machte NFV-Vizepräsident August-Wilhelm Winsmann den Verantwortlichen des TSV: „Die Zeit war noch nie so günstig, Anträge zu stellen.“ Der NFV könne allerdings keine finanzielle Hilfe leisten, denn der Sportstättenbau sei eine kommunale Aufgabe, betonte Winsmann. Unabhängig davon stehe der NFV mit Rat und Tat zur Seite. Spartenleiter Kück vertrat allerdings die Meinung, dass der DFB sich als einer der reichsten Fußballverbände der Welt beim Bau von Kunstrasenplätzen finanziell engagieren müsse, um den Amateurvereinen auch bei schlechter Witterung die Durchführung des Trainings- und Spielbetriebs zu ermöglichen.

Die NFV-Delegation: Begleitet wurde der Vizepräsident vom Vorsitzenden des NFV-Kreises Region Hannover Jens Grützmacher, dem 1. stellvertretenden Kreisvorsitzenden Eberhard Wacker und dem Vorsitzenden des Kreisausschusses für Qualifizierung Hans-Joachim Götze. Aus der NFV-Verwaltung waren der stellvertretende Direktor Jan Baßler und Christoph Beismann vom NFV-Referat Nachhaltigkeit dabei. Die NFV-Verbandsspitze wurde seitens des TSV Luthe vom 1. Vorsitzenden Manfred Zimmer und dem gesamten Vorstand der Fußballsparte begrüßt.

Der TSV Luthe hat sich vor allem der Jugendarbeit und dem Breitensport verschrieben, erfüllt also innerhalb des Ortes eine wichtige soziale Funktion. In den drei Herrenteams spielen fast ausschließlich Akteure aus dem eigenen Jugendbereich. Auf der Sportanlage in Luthe müssen sich 18 Mannschaften drei Plätze teilen. Im Laufe der Saison sollen voraussichtlich noch zwei Teams nachgemeldet werden.  Die Fußballsparte zählt 380 Mitglieder. „Wir haben keine Schulden, arbeiten aber finanziell hart an der Kante“, erklärte Dr. Manfred Richter, Schatzmeister Fußball beim TSV Luthe. Die jährlich anfallenden rund 5.000 Euro, die der Verein für Gebühren und Strafgelder an den NFV zahlen muss, sind nach Bewertung der Vereinsverantwortlichen zu hoch.

Wenn Jugendarbeit an der Basis weiterhin funktionieren soll, muss sie nach Meinung des TSV Luthe vom NFV finanziell gefördert werden. „Mit einem Monatsbeitrag von 10 Euro im Jugendbereich haben wir ein Limit erreicht. Eine Erhöhung würde für viele Eltern eher abschreckend wirken“, sagte Kück.

Der TSV Luthe nutzte den rund 90minütigen Vereinsdialog auch, um Kritik zu üben. So sollte der Verband bei der Ergebnismeldung toleranter sein, bevor Strafen ausgesprochen werden. Vor allem im Spielbetrieb der Jüngsten könnte der NFV mehr Verständnis aufbringen und auf Geldbußen verzichten. NVF-Vizepräsident Winsmann gab zu bedenken: „Wir sind bei der Ergebniseingabe an Verträge gebunden. Bis eine Stunde nach Spielschluss muss das Ergebnis gemeldet werden.“

Zum Thema unzulänglicher Kommunikation nannten die Vereinsverantwortlichen ein Beispiel. Bei der Staffeleinteilung für die erste Mannschaft des TSV Luthe vor einigen Wochen habe der Verein einen Widerspruch eingelegt, der bis heute unbeantwortet geblieben sei. Dazu Vizepräsident Winsmann und Kreisvorsitzender Grützmacher: „Das ist nicht in Ordnung. Wir können dazu nur sagen, dass der Verband bei der Staffelzuteilung immer eine gerechte Lösung anstrebt.“

Ein anderes Thema: Der TSV sei stets bemüht, Nachwuchsmannschaften ohne Spielgemeinschaften zu bilden. Die Spielerabwerbung, die bereits bei den E-Junioren beginne, hält Kück für eine „ungesunde Entwicklung“ und erhält dabei Flankenschutz von Jan Baßler, der das Problem kennt und Verständnis für die kleinen Vereine aufbringt.

Fazit: Der TSV Luthe von 1922, der nahe der A 2 bei Hannover beheimatet ist, arbeitet mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement vor allem für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen im Verein. Er hofft, dass es auch in Zukunft noch genug Helferinnen und Helfer gibt, die sich ehrenamtlich für das Wohl des Nachwuchses engagieren.

Reiner Kramer

Auf dem Foto von links: Jan Baßler (NFV), Manfred Zimmer, Enrico Kanne, Philipp Reichelt, Maximilian Klehr (alle TSV Luthe), August-Wilhelm Winsmann (NFV-Vizepräsident), Alexander Spodzieja, Heinz-Gerhard Kück, Andreas Jansky, Axel Bommert (alle TSV Luthe), Hans-Joachim Götze (NFV-Kreis Region Hannover), Dr. Manfred Richter (TSV Luthe), Jens Grützmacher, Eberhard Wacker (beide NFV-Kreis Region Hannover) und Christoph Beismann (NFV-Referent).

Zurück
Seite drucken
Premium-Partner