Die motivierten Spitzen-Schiedsrichterinnen aus dem Norden, die in der neuen Saison als Unparteiische und Assistentinnen und der Regionalliga, 2. Frauen-Bundesliga und B-Juniorinnen-Bundesliga aktiv sein werden. Foto: Haase

Kommen künftig in höheren Klassen zum Einsatz (v.l.): Tim Strampe (NFV-Bezirk LB), Alexanders Herbers (WE), Rene Rose (BS), Felix Bahr (LB), Timon Schulz (H), Felix Bickel (BS), Daniel Piotrowski (LB) und Niclas Olle (BS). Foto: Haase

Sie leiten künftig Spiele in der 3. Liga (v.l.): Lukas Benen (Niedersachsen) und Patrick Schwengers (Schleswig-Holstein). Foto: Haase

Ein neues Assistenten-Trio für die 3. Liga (v.l.): Marius Schlüwe (Niedersachsen), Yannick Rath (Bremen) und Daniel Fleddermann (Niedersachsen). Foto: Haase

Michael Weiner (l.), Vorsitzender des Norddeutschen Schiedsrichterausschusses, verabschiedet Urgestein Willi Diekert Foto: Haase

Top-Kondition: Die Spitzen-Schiedsrichterinnen bei der Aufwärmrunde. Foto: Haase

Auch theoretisch bei den manchmal kniffligen Regelfragen fit: Die Spitzen-Unparteiischen aus vier norddeutschen Bundesländern beim Regeltest. Foto: Haase

Deister als Hochburg der Spitzen-Unparteiischen aus dem ganzen Norden

06.06.2019

Drei Tage lang war das Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen die Hochburg der Spitzen-Schiedsrichterinnen und -Schiedsrichter aus ganz Norddeutschland: Unparteiische aus den vier Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein reisten nach Barsinghausen, um hier ihre theoretische und praktische Leistungsprüfung zu absolvieren. Mit vor Ort am Deister waren auch die Coaches – Schiedsrichter-Beobachter, die in einem Coaching-Kader mehrere Schiedsrichter betreuen und pro Saison bei mindestens zwei Spielleitungen dieser Referees vor Ort sind.

Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Norddeutschen Fußball-Verbandes, Michael Weiner, war mit den Leistungen seiner Referees hochzufrieden: „Ihr habt in der vergangenen Saison durchweg gute und sehr gute Leistungen gezeigt. Und auch theoretisch und praktisch seid Ihr in einer Top-Verfassung“, bilanzierte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter am Ende der drei Tage.

Die konditionelle, mentale und regeltechnische Vorbereitung ist indes die Voraussetzung, dass die Unparteiischen auch in der kommenden Saison 2019/2020 möglichst beste Leistungen erbringen und in ihren Spielklassen zurechtkommen: Sind sie doch als Schiedsrichter und -Assistenten in den höchsten Klassen im Einsatz – in den Oberligen der Verbände, der Regionalliga Nord, der zweiten und dritten Liga, der A- und B-Junioren-Bundesliga sowie in den höchsten drei Spielkassen der Frauen.

Ein Programmschwerpunkt der drei Tage war neben aktueller Regelkunde auch das neue Beobachtungssystem, das im vergangenen Jahr in der Regionalliga Nord unter der Federführung von Bernd Domurat, Beisitzer im Norddeutschen Schiedsrichterausschuss, eingeführt wurde. Im neuen Beobachtungsbogen haben die Beobachter und Coaches in mehr als 30 Kriterien konstruktiv die Möglichkeit, die Leistung der Unparteiischen zu bewerten und gezielte Hinweise zur Leistungsoptimierung zu geben. Die Resonanz der Schiedsrichter und der Beobachter nach der ersten Saison war sehr positiv, so dass das neue System nicht nur beibehalten, sondern weiter aktualisiert wird. In Arbeitsgruppen hatten die Unparteiischen Gelegenheit, Verbesserungsvorschläge einzubringen, genauso wie die Beobachter, die Woche für Woche in ganz Norddeutschland unterwegs sind.

Ein erfreulicher Tagesordnungspunkt war es, dass aus allen vier Landesverbänden des Norddeutschen Fußball-Verbandes Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter den Aufstieg in höhere Spielklassen geschafft haben, sowohl als Unparteiische wie auch als Schiedsrichter-Assistenten:

So leiten Lukas Benen (Niedersachsen) und Patrick Schwengers (Schleswig-Holstein) künftig Partien in der 3. Liga. Dort sind Yannick Rath (Bremen), Marius Schlüwe und Daniel Fleddermann (beide Niedersachsen) künftig als Assistenten aktiv.

Levke Scholz (Schleswig-Holstein) ist als Schiedsrichterin in die 2. Frauen-Bundesliga aufgestiegen. Jasmin Stuhr (Schleswig-Holstein) schaffte den Aufstieg in die B-Juniorinnen Bundesliga. Und drei Unparteiische aus dem Niedersächsischen Fußballverband sind in der neuen Saison als Assistentinnen in der 2. Frauen-Bundesliga aktiv: Lena Löpmann, Doris Lamping und Iman-Mona Youssef.

Und noch weitere Unparteiische aus dem Niedersächsischen Fußballverband schafften dank ihrer sehr guten Leistungen den Sprung in höhere Spielklassen:

In der Regionalliga Nord sind künftig Felix Bahr (NFV-Bezirk Lüneburg), Felix Bickel und Rene Rose (beide NFV-Bezirk Braunschweig) aktiv. Tim Strampe (Lüneburg), Alexander Herbers (Weser-Ems) und Niclas Olle (Braunschweig) kommen in der A-Junioren-Bundesliga zum Einsatz, Timon Schulz (Hannover), Daniel Piotrowski (Lüneburg) und Max Nie-Hoegen (Weser-Ems) in der B-Junioren-Bundesliga.

Bernd Domurat, zugleich auch Vorsitzender des NFV-Schiedsrichterausschusses, freute sich sehr über die gezeigten Leistungen der Aufsteigerinnen und Aufsteiger: „Ich bin überzeugt, dass die Unparteiischen auch in den höheren Klassen gute Leistungen zeigen werden, denn sie haben sich in ihren Klassen nicht nur in einer Saison, sondern über mehrere Jahre bewährt.“

Pfeif zum Abschied leise Servus: Die langjährigen niedersächsischen Spitzen-Schiedsrichter Axel Martin, Lars Heitmann und Christian Scheper wurden von Bernd Domurat aus dem Kreise der NFV-Aktiven verabschiedet. Das Trio bleibt der Sache auf jeden Fall erhalten – Axel Martin und Lars Heitmann in neuen Funktionen im Verbandsschiedsrichter-Ausschuss; und Christian Scheper wird als Regionalliga-Referee in der Regionalliga West aktiv bleiben, denn es zieht ihn unter anderem beruflich nach Köln.

Auch zwei norddeutsche Urgesteine wurden unter großem Applaus verabschiedet: Frank Behrmann (Hamburg) beendete seine Karriere als Hamburger Lehrwart; ihm folgt Sven Ehlert als Verbandslehrwart in Hamburg nach. Und auch ein sichtlich bewegter Willi Diekert nahm nach 18 Jahren im Norddeutschen Schiedsrichterausschuss seinen Abschied. Der ehemalige Vorsitzende des Hamburger Schiedsrichter-Ausschusses, der dieses Amt bereits an Christian Soltow abgegeben hat, ist nahezu jedem Unparteiischen in Norddeutschland ein Begriff – gibt es doch keinen höherklassigen Referee bis hin zur FIFA, den Willi Diekert nicht als Beobachter und Coach gesehen und gefördert hat.

Autor / Quelle: Marco Haase
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