BW Neuhof hat die Krombacher Ü 32-Meisterschaft gewonnen. Foto: Borchers

BW Neuhof beweist Nervenstärke

02.05.2016

Als Spielertrainer Michael Walter den 14. und letzten von insgesamt 17 Elfmetern für SV BW Neuhof verwandelt hatte, kannte der Jubel bei den Hildesheimern keine Grenzen mehr. Erstmals in der nunmehr 19-jährigen Geschichte der Krombacher Ü 32-Meisterschaft des NFV gewannen die Blau-Weißen den Titel und bewiesen dabei besondere Nervenstärke vom Punkt. Drei Mal mussten sie ins Elfmeterschießen, drei Mal leisteten sie sich jeweils nur einen Fehlversuch: So im Viertelfinale beim 4:3 gegen TuS Güldenstern Stade, im Halbfinale beim 6:5 gegen SV Gartenstadt Braunschweig und auch im Finale beim 4:3 gegen den HSC Hannover. Einer der ersten Gratulanten war NFV-Ehrenpräsident Dr. h.c. Engelbert Nelle, der „seinen“ Neuhofern per Handy zum unerwarteten Triumph gratulierte.

„Das ist schon sehr verrückt. Wir haben unsere letzten Spiele in der Kreisliga allesamt verloren und dann werden wir Niedersachsenmeister. Damit hat nun wirklich keiner von uns gerechnet“, konnte Michael Walter nach den Elfmeterkrimis im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion sein Glück kaum fassen. Mit dem frühen Vorrunden-Aus hatten die Blau-Weißen gerechnet. Und dann wurden sie bei der Siegerehrung durch NFV-Präsident Karl Rothmund, Vizepräsident „Auwi“ Winsmann, Altherrenspielleiter Friedel Gehrke und Krombacher-Repräsentant Jens Pape nach dem Turnier als Niedersachsens Beste ausgezeichnet.

Für den HSC Hannover, der 1991 und 1997 die inoffizielle Niedersachsenmeisterschaft gewonnen hatte und 2004 offizieller Champion wurde, hat es also nicht ganz zum vierten Titel gereicht. In der ewigen Tabelle der offiziellen Meisterschaft rückten die Hannoveraner aber an SV Broitzem und Germania Grasdorf vorbei auf Rang 3. Neuer Spitzenreiter in dieser Tabelle ist jetzt der TSV Krähenwinkel-Kaltenweide, der den TSV Havelse von Platz 1 verdrängte. Meister von 2011, 2014 und 2015, Vizemeister 2009, Rang 3 in 2010, 2012, 2013 und nun erneut jeweils im Viertelfinale nach Elfmeterschießen ausgeschieden: Die „Krähen“ geben seit einigen Jahren den Ton mit an im niedersächsischen Altherrenfußball.

„Glückwunsch an den Gegner, Neuhof hat das gut gemacht“, erwies sich HSC-Coach Carsten Beck als fairer Verlierer, der seiner eigenen Mannschaft aber bescheinigen konnte, ein Super-Turnier gespielt zu haben. Wie die Neuhofer hat sich auch der HSC als Vizemeister für die Deutsche Ü 32-Meisterschaft qualifiziert, die im kommenden Jahr am 16. und 17. Juni im Vogtland ausgetragen wird. Darüber hinaus hat sich der HSC wie alle acht Viertelfinalisten der 19. Krombacher Ü 32-Meisterschaft für das Ü 32-Masters des NFV qualifiziert, das im kommenden Jahr am 7. Oktober erstmals offiziell auf den Plätzen von HSV und TSV Helmstedt ausgetragen wird.

Blau-Weiß Neuhof stellte in Barsinghausen mit Andre Heine den Torschützenkönig. Der 35-Jährige traf vier Mal, gefolgt von Alexander Brünink (VfL WE Nordhorn) und Alexander Hettich (TuS Güldenstern Stade) mit je drei Treffern. Als bester Torwart des Turniers wurde Pascal Drusch vom TuS Güldenstern Stade ausgezeichnet und VfL Weiße Elf Nordhorn wurde als fairste Mannschaft geehrt. Weitgehend fair präsentierten sich aber auch alle übrigen Mannnschaften. Die guten Unparteiischen um Endspiel-Schiri Walter Schmidt hatten wenig Mühe, die Begegnungen zu leiten.

Für Altherrenspielleiter Friedel Gehrke „überraschend stark“ schlugen sich drei der vier Endrunden-Neulinge. SV Gartenstadt Braunschweig bezwang im Viertelfinale, für manche Beobachter das vorweg genommene Finale, Titelverteidger TSV Krähenwinkel-Kaltenweide und wurde am Ende Dritter. SV Küsten und TuS Lehmden erreichten immerhin das Viertelfinale und nur die SG Oldau-Südwinsen musste als Schlusslicht der Gruppe C frühzeitig die Segel streichen.

Das Turnier im Überblick

Gruppe A

TSV Germania Helmstedt – SV Vorwärts Nordhorn 0:2, TuS Güldenstern Stade – SV BE Steimbke 0:0, TSV Germania Helmstedt – TuS Güldenstern Stade 1:3, SV BE Steimbke – SV Vorwärts Nordhorn 1:1, SV Vorwärts Nordhorn – TuS Güldenstern Stade 1:1, SV BE Steimbke – TSV Germania Helmstedt 1:0

Die Tabelle: 1. SV Vorwärts Nordhorn* (4:2 Tore, 5 Punkte), 2. TuS Güldenstern Stade* (4:2, 5), 3. SV BE Steimbke (2:1, 5), 4. TSV Germania Helmstedt (1:6, 0)

* Zischen den punkt- und torgleichen Teams aus Nordhorn und Stade musste ein Elfmeterschießen über die Endplatzierung entscheiden, das Nordhorn mit 5:4 gewann.

Gruppe B

SG Bornreihe-Hüttenbusch – SV BW Neuhof 0:3, TuS Lehmden – VfL WE Nordhorn 1:1, SG Bornreihe-Hüttenbusch – TuS Lehmden 0:2, VfL WE Nordhorn – SV BW Neuhof 1:1, SV BW Neuhof – TuS Lehmden 1:0, VfL WE Nordhorn – SG Bornreihe-Hüttenbusch 2:2

Die Tabelle: 1. BW Neuhof (5:1 Tore, 7 Punkte), 2. TuS Lehmden (3:2, 4), 3. VfL WE Nordhorn (4:4, 3), 4. SG Bornreihe (2:7, 1)

Gruppe C

SV Gartenstadt Braunschweig – SG Oldau-Südwinsen 1:0, HSC Hannover – SV Ahlerstedt-Ottendorf 2:0, SV Gartenstadt Braunschweig – HSC Hannover 1:1, SV Ahlerstedt-Ottendorf – SG Oldau-Südwinsen 4:1, SG Oldau-Südwinsen – HSC Hannover 0:0, SV Ahlerstedt-Ottendorf – SV Gartenstadt Braunschweig 1:1

Die Tabelle: 1. HSC Hannover (3:1 Tore, 5 Punkte), 2. SV Gartenstadt Braunschweig (3:2, 5), 3. SV Ahlerstedt-Ottendorf (5:4, 4), 4. SG Oldau-Südwinsen (1:5, 1)

Gruppe D

SV Küsten – VSV Hedendorf-Neukloster 0:0, TSV Krähenwinkel-Kaltenweide – VfL Oythe 2:0, SV Küsten – TSV Krähenwinkel-Kaltenweide 0:3, VfL Oythe – VSV Hedendorf-Neukloster 2:1, VSV Hedendorf-Neukloster – TSV Krähenwinkel-Kaltenweide 0:1, VfL Oythe – SV Küsten 1:2

Die Tabelle: 1. TSV Krähenwinkel-Kaltenweide (6:0 Tore, 9 Punkte), 2. SV Küsten (2:4, 4), 3. VfL Oythe (3:5, 3), 4. VSV Hedendorf-Neukloster (1:3, 1)

Viertelfinale

SV Vorwärts Nordhorn – TuS Lehmden 4:1 n.E. (0:0)

SV BW Neuhof – TuS Güldenstern Stade 5:4 n.E. (1:1)

HSC Hannover – SV Küsten 7:6 n.E. (0:0)

TSV Krähenwinkel-Kaltenweide – SV Gartenstadt Braunschweig 4:5 n.E. (0:0)

Halbfinale

SV Vorwärts Nordhorn – HSC Hannover 0:1

Tor: 0:1 Tasdelen

SV BW Neuhof – SV Gartenstadt Braunschweig 7:6 n.E. (1:1)

Tore: 0:1 Rahimi, 1:1 Harth; Elfmeterschießen: 1:2 Burgdorf, 2:2 Bajgier, 2:3 Neumann, 3:3 Busche, 3:4 Jakob, 4:4 Gentemann, Resanow verschießt, Stegner verschießt, 4:5 Birkhan, 5:5 Walter, 5:6 Mehmeti, 6:6 Heinemann, Ziegler verschießt, 7:6 Hartung

Elfmeterschießen um Platz 3

SV Vorwärts Nordhorn – SV Gartenstadt Braunschweig 4:5 n.E.

Tore: 1:0 Rakers, 1:1 Burgdorf, 2:1 Heetlage, 2:2 Neumann, 3:2 F. Müller, Jakob verschießt, Haverland verschießt, Mehmeti verschießt, G. Heetlage verschießt, 3:3 Birkhan, 4:3 Arendt, 4:4 Resanow, K. Müller verschießt, 4:5 Redmann

Finale

HSC Hannover – SV BW Neuhof 3:4 n.E. (0:0)

Elfmeterschießen: 1:0 Grapp, 1:1 Bajgier, Bellenberg hält gegen Beyer, 1:2 Busche, 2:2 Gernoth, Seegers hält gegen Gentemann, Bellenberg hält gegen Derya, 2:3 Heine, 3:3 Tasdelen, 3:4 Walter

Das Meisterteam von SV BW Neuhof

Jan Bellenberg, Sven Bode, Michael Krüger, Claus Hartung, Volker Möbius, Martin Stegner, Michael Walter, Torben Schäfer, Matthias Ullrich, Andre Heine, Rene Bonieni, Jens Heinemann, Thomas Siegel, Isa Kovan, Klaus-Dieter Gries, Danny Köhl, Thomas Bajgier, Maik Harth, Dennis Gentemann, Jens Busche

Trainer: Michael Walter

Der Vizemeister vom HSC Hannover

Andreas Seegers, Stephan Lerch, Andre Sauer, Oliver Heinemann, Andreas Bülow, Patrick Njofang, Ender Derya, Christian Grapp, Mario Ferrero-Fernandez, Vural Tasdelen, Andreas Liebnau, Philipp Berg, Farid Abdi, Rafael Rybandt, Frank-Georg Beyer, Grischa Gernot, Matthias Wanner, Carsten Müller

Trainer: Carsten Beck

Die Ehrentafel der Sieger

Inoffiziell*

1988: VfL Weiße Elf Nordhorn

1989: VfL Stade

1990: SV Ahlerstedt/Ottendorf

1991: HSC Hannover

1992: DJK Sparta Werlte

1993: TSV Achim

1994: VfL Weiße Elf Nordhorn

1995: TSV Isernhagen

1996: Stern Misburg

1997: HSC Hannover

 

Offiziell

1998: TuS Heeslingen

1999: Olympia Braunschweig

2000: TSV Havelse

2001: TVE Veltenhof

2002: Sparta Werlte

2003: TSV Havelse

2004: HSC Hannover

2005: TSV Helmstedt

2006: SV Broitzem

2007: SV Südharz

2008: BW Langförden

2009: SF Schwefingen

2010: Germania Grasdorf

2011: TSV Krähenwinkel/Kaltenweide

2012: Germania Grasdorf

2013: TSV Helmstedt

2014: TSV Krähenwinkel/Kaltenweide

2015: TSV Krähenwinkel/Kaltenweide

2016: SV BW Neuhof

*= Von 1988 bis 1997 wurde die Meisterschaft in der Altersklasse Ü 32 als Altherren-Supercup-Niedersachsen ausgetragen. Seit 1998 ist sie ein offizieller NFV-Wettbewerb und trägt inzwischen den Titel Krombacher Ü 32-Meisterschaft.

Autor / Quelle: bo
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