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BSC Acosta II gewinnt den VGH Fairness-Cup 2019/2020

07.08.2020

Die Corona-Pandemie hat auch dem VGH Fairness-Cup der Saison 2019/20 ein jähes Ende bereitet. Am 13. März war der Spielbetrieb in Niedersachsen zunächst vorübergehend eingestellt worden, ehe die Saison durch Beschluss eines außerordentlichen Verbandstages am 27. Juni abgebrochen wurde. Per Quotientenregelung wurden die sportlichen Meister und Aufsteiger aber dennoch ermittelt. Gleiches gilt nun auch für den VGH Fairness-Cup, dessen Ranking ohnehin auf der Quotientenregelung basiert. Über 8.000 Spiele von 952 niedersächsischen Mannschaften aus 64 Staffeln von den niedersächsischen Kreisligen bis zur 1. Bundesliga sind bis zum 13. März hinsichtlich der Verteilung von gelben, gelb–roten und roten Karten von den Staffelleitern ausgewertet worden. Und mit der zweiten Mannschaft des BSC Acosta Braunschweig hat es in diesem Jahr einen herausragenden Sieger gegeben. Der von Uwe Stucki trainierte Aufsteiger in die Braunschweiger Bezirksliga 2 hat mit einem fantastischen Wert das zweitbeste Ergebnis der Wettbewerbsgeschichte erzielt.

Im bereits zum 28. Mal ausgetragenen VGH Fairness-Cup werden gelbe Karten mit je einem, gelb-rote Karten mit je drei und rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet, zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten.

In ihren 17 Saisonspielen haben die Kicker vom Franzsches Feld lediglich fünf gelbe Karten, verteilt auf fünf verschiedene Spieler, erhalten. Gelb-Rot oder Rot? Fehlanzeige! Daraus ergibt sich ein Fairness-Quotient von 0,29. Und damit hat das Team von Trainer Uwe Stucki den mit 2,7 Punkten 1993/94 vom emsländischen Verein SV Wippingen aufgestellten Wettbewerbsrekord nur knapp verfehlt.

Dank an die VGH und den NFV
Uwe Stucki sieht die Fairnessdemonstration seines Teams durch den Saisonabbruch nicht geschmälert. „17 ausgewertete Spiele bilden doch schon eine recht aussagekräftige Tendenz ab, und die ist in unserem Fall nun wirklich eindeutig“, so der Coach, der es deshalb für absolut richtig hält, dass der Wettbewerb gewertet wird. „Ein großes Dankeschön geht an die VGH und den NFV, dass sie Wort gehalten haben und die Siegerteams küren werden. Meine Spieler haben den Wettbewerb intensiv bei fussball.de verfolgt und für sie wäre es sehr schade gewesen, wenn ihre tolle Leistung nicht belohnt worden wäre.“

Insgesamt können zwölf der 954 im diesjährigen VGH-Fairness-Cup bewerteten Mannschaften zum Wettbewerbs-Ende einen Wert mit einer 0 vor dem Komma aufweisen. Doch der Vorsprung der Schwarz-Weiß-Grünen aus Braunschweig war am Ende beträchtlich. Der TV Stuhr aus der hannoverschen Bezirksliga 1 Hannover kommt als zweitplatziertes Team mit elf gelben Karten in 18 Spielen auf einen Wert von 0,61 und auf Rang 3 liegt der TSV Thedinghausen aus der Kreisliga Verden mit zehn gelben Karten in 15 Spielen (0,67).

Uwe Stucki, der auch Trainer am NFV-Stützpunkt Grasleben ist, gibt unumwunden zu, dass das Erreichen der sportlichen Meisterschaft in der Kreisliga Braunschweig eindeutig Priorität vor dem Gewinn der Fairness-Meisterschaft besaß. „Wir legen im Verein großen Wert auf eine faire Einstellung. aber nach unserem Zwangsabstieg vor zwei Jahren lag das Ziel Wiederaufstieg klar an erster Stelle.“ Ihm ist bewusst, dass es in der Kreisliga Braunschweig noch ein hartes Stück Arbeit geworden wäre, ehe der Aufstieg perfekt gemacht worden wäre. Als die Saison zunächst unterbrochen wurde, standen noch elf Spieltage an und Acosta führte nur mit zwei Punkten Vorsprung vor dem VfB Rot-Weiß. Und auch der FC Rautheim, der noch zwei Begegnungen nachzuholen hatte, hätte im Erfolgsfall bis auf drei Zähler an den Tabellenführer herankommen können. Stucki: „Es wäre schon noch spannend geworden, aber natürlich nehmen wir es nun gern so hin, wie es gekommen ist und freuen uns auf die Bezirksliga.“

Tormaschine Schene
Mit einem 15:0-Erfolg über den SV Broitzem hatte sich die Zweite von Acosta in die Corona-Auszeit verabschiedet. Was das Toreschießen in der Kreisliga Braunschweig anbelangt, war Acosta der Konkurrenz weit voraus. 106 Tore in 17 Begegnungen bedeuten 6,2 Tore pro Spiel. Allein Torjäger Ole-Mathis Schene hat 47 Treffer zur Ausbeute beigesteuert. Mit seiner Super-Quote belegte der 21-Jährige im bundesweiten Wettbewerb „Torjäger-Kanone“ von FUSSBALL.DE unter allen Kreisliga-Torjägern gemeinsam mit Steven Schönfeld von Komet Blankenese Platz 1, ehe Corona auch diesen Wettbewerb ausbremste.

Kantersiege hat Acosta II in der abgebrochenen Saison mehr als einen eingefahren, nur gegen VfB Rot-Weiß ein Spiel mit 2:3 verloren und im Übrigen keine weiteren Zähler abgegeben. „Es war schon ein extremer Leistungsunterschied in der Liga festzustellen. Manche Mannschaften waren einfach nicht Kreisliga-tauglich. Andererseits hatten wir aber auch einen großen, sehr ausgeglichenen Kader und konnten immer nachlegen“, sieht Stucki Gründe für die Überlegenheit seines Teams. Dem traut er nun auch in der Bezirksliga Einiges zu: „Mit dem Saisonziel ´Nichtabstieg` würden wir tiefstapeln. Wir wollen schon in der oberen Hälfte der geteilten Staffel mitspielen.“

BSC Acosta wird für sein beispielhaftes Auftreten mit einem Trainingslager im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen belohnt. TV Stuhr als zweitplatziertes Team des Fairness-Wettbewerbs darf sich auf einen Sportartikelgutschein im Wert von 2.000 Euro freuen und die drittplatzierte Mannschaft vom TSV Thedinghausen erhält einen Sportartikelgutschein im Wert von 1.500 Euro. Auch zahlreiche weitere Mannschaften gehen nicht leer aus. Denn die VGH-Versicherungen und die Öffentlichen Versicherungen aus Braunschweig und Oldenburg zeichnen zusätzlich zu den drei fairsten niedersächsischen Mannschaften auch in ihren Regionaldirektionen die jeweils drei fairsten Teams aus. Die insgesamt 39 Mannschaften erhalten Pokale und obendrein profitieren ihre Nachwuchsteams. Denn für die Plätze 1 bis 3 gibt es Sportausrüstungen im Wert von 1.200, 800 bzw. 500 Euro für den Nachwuchs.

Weit entfernt von so einer Prämie ist der TuS Celle FC. Stellte der Kreisligist 1992/93 noch als damaliger Regionalligist Niedersachsens fairste Mannschaft, so ist er jetzt abgeschlagen das unrühmliche Schlusslicht im Fairness-Ranking. Die Bilanz aus 14 Spielen: 52 gelbe, je drei gelb-rote und rote Karten und ein Sportgerichtsurteil ergeben einen Quotienten von 6,14. Aber auch TuS Hasbergen (Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst, 5,56), DJK Sparta Langenhagen (Kreisliga 4 Region Hannover, 5,37), SC Türkgücü Osnabrück (Bezirksliga Weser-Ems 5, 5,35), SV Schladen (Nordharzliga 2, 5,13), MTV Immensen (Kreisliga 1 Region Hannover, 5,12) und RW Huerriyet Delmenhorst (Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst, 5,06) können auf die 5 vor dem Komma alles andere als stolz sein.

Im Vergleich der 33 NFV-Kreise hat Diepholz (Durchschnittsquotient der 30 bewerteten Teams ist 2,15), Sieger von 2016, 2018 und 2019, seine Führung an das Emsland (31 Teams, 2,03) abtreten müssen. Schlusslicht ist einmal mehr Celle (19 Teams, 2,99). Traurig: Die Celler trugen bereits 2012, 2013, 2014, 2016, 2017 und 2019 in der Endabrechnung die rote Laterne. Als fairste Liga glänzt im Vergleich der insgesamt 64 ausgewerteten Staffeln die Kreisliga Verden (13 Teams, Quotient 1,79). Die 15 Teams der Kreisliga Celle hingegen belegen den letzten Platz (Quotient 3,2).

Statistiken zum VGH Fairness-Cup 2019/2020 - Endstand

Top in den einzelnen Spielklassen
Die jeweils bestplatzierten Mannschaften belegen in ihren Ligen in der Gesamtwertung aller 952 Mannschaften mit den aufgeführten Quotienten nachfolgend genannte Plätze. Zum Vergleich ist die Abschlusswertung des Vorjahres angegeben:

 Die Teams der Ligen im Schnitt

In der Top-50-Tabelle sind: 18 Teams aus dem NFV-Bezirk Weser-Ems, 15 Mannschaften aus dem Bezirk Lüneburg, zehn Mannschaften aus dem Bezirk Braunschweig sowie sieben Teams aus dem Bezirk Hannover. Mit fünf Teams stellt der Kreis Osnabrück-Land die meisten Mannschaften in dieser Tabelle. Es folgen mit je vier Mannschaften die Kreise Rotenburg und Emsland.

Fairste Liga: Kreisliga Verden (13 Mannschaften)

Härteste Liga: Kreisliga Celle (15 Mannschaften)

Gesamtdurchschnitt: 952 Teams

Vergleich Endstand 2018/2019 (957 Teams)

Die Ex-Champions

Zweimal top
Insgesamt 64 Staffeln werden im VGH Fairness-Cup 2019/2020 ausgewertet. Sowohl sportlich als auch in puncto Fairness top – immerhin 11 Teams glänzten in ihrer jeweiligen Spielklasse gleich zwei Mal:
VfV Borussia 06 Hildesheim (Oberliga Niedersachsen), FSV Schöningen (Bezirksliga Braunschweig 2), TSG Bad Harzburg (Bezirksliga Braunschweig 3), SSV Nörten-Hardenberg (Bezirksliga Braunschweig 4), TSV Elstorf (Bezirksliga Lüneburg 2), SV Hansa Friesoythe (Bezirksliga Weser-Ems 4), BSC Acosta II (Kreisliga Braunschweig), TSV Stotel (Kreisliga Cuxhaven), SV Scharnebeck (Kreisliga Heide-Wendland), SV Holtland (Ostfrieslandliga), Mellendorfer TV (Kreisliga Region Hannover 2).

24 Mal führen Kreisligisten
In 24 von insgesamt 33 NFV-Kreisen sind es Kreisligisten, die in der Fairnesswertung führen. Immerhin in neun Kreisen nehmen höher spielende Mannschaften die Spitzenposition ein:
Oberligist VfL Oldenburg (Kreis Jade-Weser-Hunte), die Bezirksligisten Hansa Friesoythe (Kreis Cloppenburg), TV Stuhr (Kreis Diepholz), SV Vorwärts Nordhorn (Kreis Grafschaft Bentheim), SV Eintracht Afferde (Kreis Hameln-Pyrmont), FSV Schöningen (Kreis Helmstedt), SV BE Steimbke (Kreis Nienburg), TSG Bad Harzburg (Kreis Nordharz), SV Ippensen (Kreis Rotenburg).

Autor / Quelle: bo
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