AOK-Niedersachsenmeisterschaft: Northeim gewinnt Endrunde und steigt in die Regionalliga auf

26.06.2022

Eintracht Northeim hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte die AOK-Niedersachsenmeisterschaft der C-Junioren gewonnen. Im Barsinghäuser Endrundenturnier der vier Bezirksmeister setzte sich der Braunschweiger Vertreter durch. Nachdem die Gelb-Roten ihr gestriges Halbfinale mit 4:0 gegen den Osnabrücker SC (Weser-Ems) gewonnen hatten, behielten sie heute Mittag im Endspiel gegen den JFV Ahlerstedt/Ottendorf/Bargstedt/Harsefeld/Heeslingen (Lüneburg) mit 3:1 (2:1) die Oberhand.

Auffälligster Akteur war Bastian Redecker, der nicht nur wegen seiner beiden Treffer herausstach. Während Northeim zum ersten Mal das Endspiel um den niedersächsischen C-Junioren-Titel erreichte und eine erfolgreiche Premiere feierte, stand der JFV in dieser Altersklasse bereits zum dritten Mal im Finale um den Niedersachsentitel. 2004 wurde gegen den VfL Wolfsburg gewonnen (3:1), 2013 gab’s ein 2:7 gegen den VfL Osnabrück. Im diesjährigen Halbfinale hatte sich das Team gegen den JFV Calenberger Land (Hannover) mit 1:0 behauptet.

Zum Endspiel 2022, das mit einer Schweigeminute für den am vergangenen Dienstag verstorbenen Verbandsjugendobmann Heinz Walter Lampe begann: Die Eintracht war zunächst die deutlich aktivere Mannschaft mit Bastian Redecker als ständigen Unruheherd. Northeims Nummer 9 absolvierte ein enormes Laufpensum, war jederzeit anspielbereit und hatte starke 1:1-Situationen. Das Northeimer Übergewicht drückte sich allerdings nicht in nennenswerten Torchancen aus, so dass es für den Führungstreffer Ahlerstedter Schützenhilfe bedurfte. Friedrich Tobaben stolperte im eigenen Strafraum bei einer Abwehraktion über den Ball, so dass Adam Bulut aussichtsreich zum Schuss kam und ins rechte untere Eck vollendete. Nur 180 Sekunden später jubelte Northeim erneut, als Bulut von links in die Mitte flankte und dort Bastian Redecker als Abnehmer fand.

Ahlerstedt dagegen tat sich schwer im Spiel nach vorne und konnte sich diesbezüglich erst kurz vor der Halbzeit durch Lino Starre in Szene setzen, der nach einem sehenswerten und beherzten Solo auf der linken Seite den Ball mit dem rechten Außenrist neben das Eintracht-Tor setzte. Dass der JFV sich dennoch in die Torschützenliste eintragen konnte, resultierte aus der allerletzten Aktion in Durchgang eins. Einen Freistoß von halbrechts setzte Jaron Kaiser mit links an Freund und Feind vorbei ins lange Eck.

So überraschend der Ahlerstedter Anschlusstreffer in Hälfte eins gefallen war, so sehr hätte sich der JFV nach dem Seitenwechsel einen zweiten Treffer verdient gehabt. Mehrmals stürzte „AOH“, so der Schlachtruf der mitgereisten Eltern und Zuschauer, die Northeimer Abwehr in Verlegenheit. Die beste Chance zum Ausgleich bot sich Thees Borstelmann, der frei im Strafraum zum Schuss kam, jedoch am glänzend rauskommenden Eintracht-Keeper Leevi Andreß scheiterte.

Eine tolle Einzelaktion von Bastian Redecker, der von der linken Strafraumgrenze den Ball ins lange Eck setzte, besiegelte schließlich den unterm Strich verdienten Northeimer Sieg und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Nord. Aus dem siegreichen Aufgebot werden dort in der nächsten Saison aber nur vier Spieler, darunter der im Endspiel starke Lenny Jakobeit, aktiv sein. Das Gros des Teams wechselt in den B-Juniorenbereich und wird, da Eintracht Northeim in der abgelaufenen Saison in dieser Altersklasse aus der Niedersachsenliga abgestiegen ist, in der Landesliga Braunschweig spielen.

Im Gegensatz zu den B- und A-Junioren, deren Titelträger sich aus dem normalen Meisterschaftsbetrieb ergeben (der Erste der höchsten Verbandsspielklasse ist automatisch Meister), ermitteln die C-Junioren ihren NFV-Champion und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Nord in einem Turnier mit den vier Bezirkssiegern. Ausgespielt wird die niedersächsischen C-Juniorenmeisterschaft seit 1977, Rekordsieger ist Hannover 96.


Das Endrundenturnier um die AOK-Niedersachsenmeisterschaft der C-Junioren

Halbfinale

JFV A/O/B/H/H – JFV Calelnberger Land 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Lino Starre (44.) 

Eintracht Northeim – Osnabrücker SC 4:0 (2:0). Tore: 1:0 Kian Salovic (1.), 2:0 Adam Bulut (30.), 3:0 Bastian Redecker (52.), 4:0 Marlon Schimke (58.).

Spiel um Platz 3

Osnabrücker SC – JFV Calenberger Land 0:3 (0:2). Tore: 0:1 Julian Meusel (18.), 0:2 Carl Dohme (28.), 0:3 Brain-Ochuko Efevberha (68.).

Das  Endspiel um die AOK-Niedersachsenmeisterschaft der C-Junioren in der Statistik

FC Eintracht Northeim: Leevi Andreß – Lion Plümer, Lenny Jakobeit, Linus Wedemeyer, Kian Salovic, Johann von Breitenbuch, Chris Kiehlmann, Jonas Reichler, Henry Polle, Bastian Redecker, Adam Bulut. Trainer: Florian Anton Härtel.

JFV A/O/B/H/H: Tom Steffen – Friedrich Tobaben, Lino Starre, Jason Marahrens, Lenn Pauly, Laurens Otten, Thees Borstelmann, Jaron Kaiser, Matti Kaiser, Damian-Rafael Rössel, Leland-Jordan Junge. Trainer: Matthias Stemmann.

Einwechselungen: Samuel Xhaferri (14.), Louis Bienert (25.), Thilo Scholz (36.), Julian Weiß (46.), Marlon Schimke (68.) – Joel Jokers (23.), Aron Studenica (23.), Jakob Gohde (36.), Jan-Lennart Meyer (66.), Marek Corleis (70.).

Tore: 1:0 Bulut (18.), 2:0 Redecker (21.), 2:1 Jaron Kaiser (35.+1.), 3:1 Redecker (60). Gelbe Karte: Junge (67.).

Schiedsrichter: Lennart Kernchen (TuS Wettbergen). Assistenten: Tim-Cassian Engelhardt (1. A./TSV Kirchrode), Gustav Becker (2. A./TuS Wettbergen).
 

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