Nicht nur Fußballer staunten auf der CeBIT 1994, als der NFV und Siemens Nixdorf das Sportinformationssystem vorstellten.

1994: Siemens Nixdorf bringt den Fußball ins Datennetz

08.09.2021

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des NFV blicken wir in den kommenden Tagen und Wochen auf die wichtigsten Ereignisse aus der Geschichte unseres Verbandes zurück. Im Jahr 1994 kam es zu einer datentechnischen Revolution.

Für Spieler, Zuschauer und Medien ist Fußball die "schönste Nebensache der Welt" und eine lukrative noch dazu, jedenfalls für die Akteure in den Bundesligen – im Profigeschäft.

Doch ohne eine breite, fast ausschließlich von Amateurkickern, Hobbyschiedsrichtern sowie ehrenamtlichen Betreuern und Schatzmeistern getragene Basis wäre der Fußball nicht der Breitensport. Diese Verantwortlichen standen lange vor dem Problem, wie der Spielbetrieb möglichst effizient geplant und organisiert werden kann.

Doch der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat im Jahr 1994 mit Hilfe von Siemens-Nixdorf eine Lösung gefunden, nämlich das Sportinformationssystem (SIS).

Das Grundproblem war damals die Vielzahl von Vereinen, die im NFV organisiert sind: Es waren mehr als 2500 Vereine mit insgesamt rund 665 000 Mitgliedern. Rund 18 000 Mannschaften absolvierten jährlich etwa 400 000 Punktspiele von der 2. Bundesliga bis zur G-Jugend, den Minikickern, pfeifen fast 10000 Schieds- und Linienrichter.

Schwierig war die Organisation und der Überblick über den gesamten Spielbetrieb. "Die Spiel- und Schiedsrichteransetzung sowie das Führen korrekter Tabellen ist eine Sysiphusarbeit. Dieses gilt weniger für die Landesligen und die vier Bezirksligen. Mengenmäßig unüberschaubar sind jedoch die 47 Kreise mit jeweils mehreren Kreisklassen. Dazu kommen noch zahllose Jugend- und Schülermannschaften", erzählt Karl Rothmund, Verwaltungsdirektor des NFV.

Es fehlte ein verbandsweites DV-Netz, das alle Spielebenen miteinander verknüpft und allen Beteiligten die benötigten Informationen schnell und zuverlässig zur Verfügung stellt. Gemeinsam mit Professor Dr. Hartmut Binner von der Fachhochschule Hannover entwickelte die Siemens Nixdorf Informationssysteme AG ein Konzept für ein Sportinformationssystem, das auf der Basis von Datex J – später T-Online der Deutschen Telekom - arbeitete. Das Konzept war seit 1990 ständig weiterentwickelt und in die Praxis umgesetzt worden. 

Die wichtigsten Module des Sportinformationssystems waren die Spielplanung, die Schiedsrichteransetzung und der Ergebnisdienst. Alle drei Module, so Rothmund, erleichterten den ehrenamtlichen Mitarbeitern ihre Arbeit beträchtlich. Eine Flut von Telefonaten und Papier wurde eingespart. Über Niedersachsen hinaus wurden weitere vier Module genutzt: der öffentliche Ergebnisdienst, das Passwesen, die Sportschule und die Sportverwaltung.

Im Jahr 2002 ging aus dem SIS das heutige DFBnet hervor, von dem heute alle knapp 26.000 Vereine in Deutschland profitieren. 

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