Konditionell und regeltechnisch fit: Die Schiedsrichter des Nordens. Foto: Haase

„Herzliche Grüße vom Norddeutschen Lehrgang“ – Die Schiedsrichterinnen aus dem Norden. Foto: Marco Haase

100 Top-Referees aus dem ganzen Norden absolvierten ihre Leistungsprüfungen

23.06.2022

Mehr als 100 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aus vier Bundesländern kamen drei Tage lang zu zwei Leistungslehrgängen in Hamburg zusammen – und diese Referees zählen zu den besten: Sie sind als Unparteiische und Assistenten in den höchsten Spielklassen des Nordens und darüber hinaus im Einsatz, so unter anderem in der Regionalliga, 3. Liga, den Frauen-Bundesligen sowie auch den Bundesligen der Juniorinnen und Junioren. In Hamburg nun absolvierten die Unparteiischen aus der gastgebenden Hansestadt, aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen ihre theoretische und konditionelle Leistungsprüfung. Die Leitung dieser sportlich hochkarätig besetzten Lehrgänge hatte der Norddeutsche Schiedsrichter-Ausschuss mit seinem Vorsitzenden Michael Weiner (Niedersachsen) inne.

Unterstützt wurde Weiner von den weiteren Mitgliedern des Ausschusses, den Obleuten der vier Bundesländer Bernd Domurat (Niedersachsen), Christian Soltow (Hamburg), Norbert Richter (Schleswig-Holstein) und Torsten Rischbode (Bremen). Dabei sorgte Gastgeber Christian Soltow mit der Vorbereitung und Auswahl des Hotels und der Sportanlage in Hamburg-Niendorf für ein professionelles Ambiente.

Im Zentrum des Programms standen die theoretischen und konditionell-praktischen Tests. So hatten die Unparteiischen ihre Regelkenntnis zunächst bei 15 schriftlichen Fragen sowie danach bei 15 Spielszenen per Video unter Beweis zu stellen, die in einem gewissen zeitlichen Tempo beantwortet werden mussten. Und da rauchten dann schon die Köpfe: Ist hier auf strafbares Abseits zu entscheiden? Ist dieses Handspiel unabsichtlich? Foul oder nicht? Reicht bei diesem Foul noch gelb? Ist dieser Fußeinsatz mit ausgestreckter Sohle nicht klar rot? Fragen über Fragen, gezielt ausgewählt nach dem Kriterium, dass eine solche Szene durchaus in den kommenden Spielen vorkommen kann. Ziel dieses Programmpunktes war es auch, eine möglichst einheitliche, berechenbare Regelauslegung zu erreichen. Nach der Theorie dann die Praxis: Bei sonnigem Wetter ging es raus auf das Sportgelände Bondenwald beim Niendorfer TSV.

Am Ende waren die Mitglieder des Norddeutschen Schiedsrichter-Ausschusses mit den Leistungen ihrer Unparteiischen sehr zufrieden. Der Vorsitzende Michael Weiner in seinem Fazit: „Unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind konditionell und regeltechnisch fit – das freut mich sehr, auch weil dieses Niveau nach zwei Jahren Corona-Pause ohne einen solchen Lehrgang im Norden keine Selbstverständlichkeit ist. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere Unparteiischen gut gerüstet und vorbereitet in die neue Saison 2022/2023 gehen werden.“ Michael Weiner dankte auch den Verbandsschiedsrichter-Lehrwarten aus Niedersachsen (Mario Birnstiel und Axel Martin), Schleswig-Holstein (Dr. Michael Mond) und Bremen (Jens Franke) für die reibungslose Organisation und Logistik bei den konditionellen und theoretischen Tests.

Der Norddeutsche Schiedsrichter-Ausschuss richtet seinen Blick nun in die Zukunft, auf die neue Serie: „Wichtig für den Norden ist sowohl bei den Frauen als auch den Herren die Nachwuchs-Förderung, damit wir auch in Zukunft genügend Nachwuchs mit dem nötigen Leistungsvermögen auch für die höheren Spielklassen haben. Denn wir wollen als Norddeutsche auch in den kommenden Jahren in der dritten, zweiten und ersten Liga und auch der FIFA vertreten sein.“

Zukunftsfähig ist auch der neue Bewertungs- und Coachingbogen, der in der neuen Serie bundesweit eingeführt wird und der in Hamburg den Unparteiischen vorgestellt wurde. Diesen neuen Bogen, in dem die Leistungen der Unparteiischen in vielen verschiedenen Kategorien bewertet wird, hat eine Arbeitsgruppe des DFB-Schiedsrichterausschusses entwickelt, in der auch der Vorsitzende des NFV-Verbandsschiedsrichter-Ausschusses, Bernd Domurat (Osnabrück), vertreten war. Neu ist unter anderem das Leistungsprofil, das auf Knopfdruck zeigen wird, in welchen Kategorien die Spielleitungen über dem Durchschnitt liegen und in welchen Bereichen der Referee eventuell noch etwas arbeiten muss – ein Instrumentarium, das auch den speziell den Unparteiischen zugeordneten Coaches bei ihrer Arbeit sehr helfen wird.

Auch Verbandsschiedsrichter-Obmann Bernd Domurat war mit den Resultaten des Lehrganges sehr zufrieden: „Ich freue mich über die bemerkenswerten Leistungen unserer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im ganzen Norden – und natürlich freue ich mich besonders über die guten Ergebnisse unserer Unparteiischen aus Niedersachsen, die auch in der neuen Saison in den höchsten Spielklassen stark vertreten sein werden“, so der ehemalige Zweitliga-Referee, der aktuell als Coach und Beobachter bis zur Bundesliga im Einsatz ist. Domurat weiter im Gespräch mit nfv.de und dem Fußball-Journal: „Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen im Schiedsrichter-Ausschuss. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unsere gute und harmonische Kooperation mit Blick auf das große Ganze auch in den kommenden Jahren so erfolgreich verlaufen wird. Unseren Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern drücke ich für die neue Serie die Daumen, dass sie es so gut machen wie im abgelaufenen Jahr.“ 

Einige weitere Impressionen vom Lehrgang der norddeutschen Unparteiischen finden sich auf nfv.de unter folgendem Link: 

www.nfv.de/verband/nfv-medien/bildergalerien/

 

 

Autor / Quelle: Von MARCO HAASE
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