(c) 2016 Helmut Kemme

Fußballer des Jahres

Die Besten aus unserem Verbandsgebiet

Erstmalig wählten 2007 ausschließlich Sportjournalisten den Titelträger. Der Niedersächsische Fußballverband nominiert die Kandidaten und ruft zusammen mit dem Sponsor AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen und dem Verein Niedersächsische Sportpresse zur Teilnahme auf. Bis zu drei Nennungen können die Journalisten abgeben.

Marvin Schwäbe ist Fußballer des Jahres in Niedersachsen

Marvin Schwäbe ist heute Mittag im Saal Niedersachsen des Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen als neuer niedersächsischer Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden. Der 21-Jährige ist in der 1991 begründeten Wettbewerbsgeschichte der dritte Spieler des VfL Osnabrück sowie der sechste Torhüter, der diese Wahl für sich entscheiden konnte. Im Voting der Sportjournalisten hatte sich Schwäbe gegen Maximilian Arnold, Lena Gößling (beide VfL Wolfsburg) sowie Mirko Boland (Eintracht Braunschweig) durchgesetzt. Aus den Händen von NFV-Präsident Karl Rothmund, Jan Seeger (Geschäftsführer der AOK Niedersachsen) und  Jochen Zwingmann (Vorsitzender der Niedersächsischen Sportpresse) nahm Marvin Schwäbe den Siegerpokal und den Goldenen Schuh der Firma adidas entgegen. Zudem einen Scheck über 500 Euro, der an die Nachwuchsabteilung des VfL geht.

„Er ist ein moderner, mitspielender Torwart, der seinen Strafraum beherrscht und im ‚1:1‘ sehr gut ist“, beschrieb Laudator Harald Pistorius die sportlichen Stärken des gebürtigen Hessen, der vor der Saison als Leihspieler von der TSG Hoffenheim zu den Lila-Weißen gestoßen war. Sein Punktspieldebüt für den VfL gab er am 25. Juli 2015 beim Drittliga-Saisonauftakt in Aue. Mit einer fehlerfreien Leistung war er einer der Garanten des torlosen Remis. „Verblüffend war die Ruhe, die Sie ausgestrahlt haben und die eines ihrer wesentlichen Merkmale ist“, erinnerte Pistorius, Sportchef der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), an den ersten von zahlreichen vorzüglichen Auftritten Schwäbes. 

Doch auch außerhalb des Platzes versteht es Schwäbe zu imponieren. Weniger durch Wortgewalt („Es macht Spaß mit ihm zu reden, aber er ist kein Plauderer“), als vielmehr durch Bodenständigkeit und Offenheit. „Dass Sie zum Fußballer des Jahres gewählt wurden, liegt nicht nur an ihren Leistungen, sondern auch an der Art und Weise, wie Sie sich auf Osnabrück eingelassen haben“, sagte Pistorius und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, „dass Sie von Horst Hrubesch im Sommer auf eine längere Dienstreise mit nach Südamerika genommen werden.“ Damit spielte Pistorius auf die Olympischen Spiele in Rio an. Zuletzt zählte Schwäbe zum Kader der deutschen U 21-Nationalmannschaft, die am Zuckerhut an den Start gehen wird.

Lobend erwähnte der NOZ-Sportchef auch Schwäbes Konkurrenten im VfL-Tor, Frank Lehmann, „der ihn pusht und ein guter Kollege ist“ sowie Osnabrücks Torwarttrainer Rolf Meyer, „der vor Schwäbe schon Riemann und Heuer-Fernandes herausgebracht hat.“

„Sie sind einer der jüngsten Preisträger in der Geschichte dieser Wahl. Auf der Ehrentafel, auf der die Sieger gelistet sind, reihen Sie sich ein neben Ron-Robert Zieler, Robert Enke, André Breitenreiter oder Kevin de Bruyne. Sie können stolz darauf sein, mit 21 Jahren bereits auf dieser Tafel zu erscheinen“, sagte AOK-Geschäftsführer Jan Seeger, der den Vorstandsvorsitzenden der Gesundheitskasse für Niedersachsen, Dr. Jürgen Peter, vertrat. 

„Er ist ein moderner Torwart wie wir es von Zieler und Neuer kennen“, erklärte Jochen Zwingmann. Der Vorsitzende der Niedersächsischen Sportpresse berichtete, das Schwäbe und der Wolfsburger Maxi Arnold hinsichtlich der Stimmen zunächst gleich auf lagen. „Doch je näher das Ende der Abstimmungsphase kam, desto deutlicher setzte sich Marvin Schwäbe ab. Er hat ein gutes Standing bei meinen Kollegen und ich hoffe, dass er Niedersachsen in schöner Erinnerung behält.“ Damit ging Zwingmann auf die offene Zukunft des Torhüters ein, der an den VfL zunächst nur für ein Jahr ausgeliehen wurde und dessen Arbeitspapier in Hoffenheim noch bis 2017 läuft. 

„Marvin bringt alles mit. Wichtig ist jetzt, dass er weiter spielt, egal in welcher Liga“, bemerkte hierzu Rolf Meyer. Der VfL-Torwarttrainer hatte im vergangenen Sommer zusammen mit dem Sportlichen Leiter Lothar Gans den Wechsel eingefädelt. „Drei, vier Tage nach unserem ersten Telefongespräch kamen die Eltern nach Osnabrück, um sich alles anzusehen. Lothar hat mit dem Vater gesprochen, ich mit der Mutter. Danach waren seine Eltern davon überzeugt, dass Osnabrück die richtige Entscheidung ist“, berichtete Meyer.

Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratulierte Stephan Manke, Staatssekretär im Ministerium für Sport und Inneres. „Sie haben so manchen Gegner zum Verzweifeln gebracht und sich in Osnabrück einen Namen gemacht. Ich drücke die Daumen, dass es vielleicht doch noch klappt mit dem Aufstieg.“ Dafür müsste der VfL in den beiden noch verbleibenden zwei Saisonpartien vier Punkte Rückstand auf den derzeitigen Dritten Würzburger Kickers aufholen und anschließend die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga gewinnen. 

Und was sagte Niedersachsens neuer Fußballer des Jahres selbst? „Ich bin kein Mann der großen Reden. Ich bedanke mich beim VfL, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, ein Jahr Dritte Liga zu spielen. Mein Dank geht auch an die Mannschaftskollegen, an das Trainerteam, an Lothar Gans, an Uwe Brunn. Sie alle haben mich gut aufgenommen und viel dazu beigetragen, dass ich meine Leistung abrufen konnte.“

Begonnen hatte die Ehrungsveranstaltung mit einer Schweigeminute für Niklas Feierabend. Der 19-jährige Nachwuchsspieler von Hannover 96, der in der kommenden Saison zu den Profis aufrücken sollte, war am Sonntagmorgen zusammen mit zwei weiteren jungen Menschen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. „Wir trauern mit den Familien“, sagte NFV-Präsident Karl Rothmund.

Zum Wettbewerb

Seit 1991 kürt der NFV Niedersachsens Fußballer des Jahres. Waren zunächst alle Fußball-Fans wahlberechtigt, wählen seit 2007 niedersächsische Sportjournalisten den Titelträger. Der Niedersächsische Fußballverband hatte zusammen mit den Partnern AOK – Die Gesundheitskasse in Niedersachsen und dem Verein Niedersächsische Sportpresse zur Teilnahme aufgerufen. Neben einem Pokal erhält Marvin Schwäbe den Goldenen Schuh von der Firma adidas und einen Scheck in Höhe von 500 Euro, der zweckgebunden für die Jugendarbeit des Vereins bestimmt ist.

 
 
 
 

Die Ehrentafel der Sieger

  • 1991: Uwe Groothuis (Kickers Emden) Pate: Uwe Seeler
  • 1992: Petra Damm (VfR Eintracht Wolfsburg) Pate: Jupp Derwall †
  • 1993: Andre Breitenreiter (Hannover 96) Pate: Hans Tilkowski
  • 1994: Josef Menke (SV Meppen) Pate: Bernard Dietz
  • 1995: Stefan Meißner (VfL Wolfsburg) Pate: Horst Hrubesch
  • 1996: Stefan Prause (Kickers Emden) Pate: Bernd Franke
  • 1997: Jörg Sievers (Hannover 96) Pate: Dieter Burdenski
  • 1998: Roy Präger (VfL Wolfsburg) Pate: Manfred Burgsmüller
  • 1999: Gerald Asamoah (Hannover 96) Pate: Johannes Löhr † 
  • 2000: Uwe Brunn (VfL Osnabrück) Pate: Uli Stein
  • 2001: Christian Claaßen (VfL Osnabrück) Pate: Marco Bode
  • 2002: Jan Simak (Hannover 96) Pate: Hans Siemensmeyer
  • 2003: Fredy Bobic (Hannover 96) Pate: Michael Skibbe
  • 2004: Stefanie Gottschlich (VfL Wolfsburg) Patin: Tina Theune-Meyer
  • 2005: Per Mertesacker (Hannover 96) Pate: Max Lorenz
  • 2006: Thorsten Stuckmann (E. Braunschweig) Pate: Horst Wolter
  • 2007: Robert Enke † (Hannover 96) Pate: Horst Podlasly †
  • 2008: Martina Müller (VfL Wolfsburg) Patin: Steffi Jones
  • 2009: Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg) Pate: Marcel Reif
  • 2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg) Pate: Werner Hansch
  • 2011: Didier Ya Konan (Hannover 96) Pate: Sebastian Hellmann
  • 2012: Jan Schlaudraff (Hannover 96) Pate: Kai Dittmann
  • 2013: Mame Diouf (Hannover 96) Pate: Mousse T.
  • 2014: Ron-Robert Zieler (Hannover 96) Pate: Michael Richter
  • 2015: Kevin De Bruyne (VfL Wolfsburg) Pate: Dieter Hecking
  • 2016: Marvin Schwäbe (VfL Osnabrück) Pate: Harald Pistorius
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