»Fußballprojekt Hannover«

Eine Kooperation zwischen NFV, BBS 6, Hannover 96 sowie dem Institut für Sportwissenschaft – Leibniz Universität Hannover

Einführung

Bundesweit wird über scheiternde Integration und Gewalt an deutschen Schulen debattiert. Bildung, da sind sich alle einig, ist der Schlüssel zur Integration und zum Ausgleich sozialer Ungleichheiten. Umso schwerer wiegt das Ergebnis der PISA-Studien: In kaum einem anderen Industrieland entscheidet die soziale Herkunft so sehr über den Schulerfolg wie in Deutschland. Kinder aus armen, wenig gebildeten oder aus Familien mit Migrationshintergrund schneiden in den PISA-Leistungsvergleichen durchweg schlechter ab. Die Ursachen sind vielfältig, Gewalt und der Rückzug aus der Gesellschaft nur zwei von vielen Folgen. Hier stellte sich die Frage, welche Strategie zu Integration und Prävention anwenden, wenn die traditionellen gescheitert sind. In einem Modellprojekt, in dessen Zuge der Fußball als Medium schulischer und beruflicher Qualifikation dient, haben die Berufsbildende Schule 6, das Institut für Sportwissenschaft – Leibniz Universität Hannover und der Niedersächsische Fußballverband in Kooperation einen neuen Weg eingeschlagen. Seit dem Schuljahr 2005/06 können Schüler im Berufsvorbereitungsjahr mit Hilfe des Unterrichtsmoduls »Fußball« zusätzliche berufsqualifizierende Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie Schlüsselqualifikationen erwerben. Das Projekt, an welchem sich mittlerweile auch der Bundesligist Hannover 96 beteiligt, wird unter sportpädagogischen, sportdidaktischen aber auch sozialwissenschaftlichen und sozialpädagogischen Aspekten begleitet.

An den Stärken der Schüler ansetzend wird in jedem Schuljahr eine Klasse gebildet, die nicht nur in den allgemeinen Schulfächern, sondern auch in »Fußballtechnik« unterrichtet wird. An dem spezifischen Interesse der Schüler am Fußball orientierend, erleichtert das Projekt den Zugang zur Schule. Die Schüler erfahren die Schule als einen Ort, an dem nicht ihre Schwächen schonungslos offen gelegt werden, sondern als den Ort, an dem ihre Stärken wahrgenommen, gefördert und belohnt werden. Darüber hinaus findet ein zusätzliches Lernangebot im VIP-Bereich der AWD-Arena statt, um über die Attraktivität des Lernortes »Stadion« bei den Schülern eine zusätzliche Lernmotivation zu wecken.

Inhalte

Teilnehmer des Projektes in der »Theorie«.
  • Verbesserung der Integrationsvoraussetzungen durch Steigerung der beruflichen Handlungskompetenzen. Erlangen von beruflicher Handlungskompetenz über den Erwerb fußballerischer Kompetenzen, des Schiedsrichterscheins und des Fußball- und Sportabzeichens
  • Stärkung des Selbstbewusstseins durch die Akzentuierung auf die Stärkung der Teilnehmer
  • Steigerung der Schulmotivation: Über den Fußball das belastete Verhältnis zur Schule überwinden und mehr Engagement für Schule erreichen
  • Förderung der sozialen Kompetenz der Schüler durch Freizeit-, Kultur-, und Bildungsangebote
  • Ganzheitliche Lebens- und Erziehungshilfe: Kooperation mit den Eltern sowie Vernetzung mit anderen Einrichtungen
  • Gewaltprävention: Schüler stellen in einem Prozess ein Regelwerk für den alltäglichen Umgang miteinander auf. Sie selbst bestimmen die Inhalte des Regelwerks und kontrollieren die Einhaltung
  • Die Vermittlung von Kenntnissen in Planung und Umsetzung von Sportveranstaltungen. Das Fußballabzeichen und Soccer-Court werden als Medium der pädagogischen Arbeit eingesetzt
  • Steigerung der Lernmotivation durch die Nutzung des Stadions als attraktivem Lernort.

Verlinkung

Zur weitergehenden Information bzw. Kontaktaufnahme verweisen wir auf die offizielle Webseite der BBS 6. Bitte folgen Sie diesem Link.

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