VGH-Fairness-Cup: Hier gibt's alle Tabellen

01.08.2017

Nein, einen spannenderen Zieleinlauf hat es in der nunmehr 25-jährigen Geschichte des VGH-Fairness-Cups noch nicht gegeben. Die beiden Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst (Bezirk Hannover, Kreis Diepholz) und SV Emmendorf (Bezirk Lüneburg, Kreis Uelzen) lagen auf der Zielgeraden letztlich gleichauf und dürfen sich nun beide die Krone des niedersächsischen Fairness-Champions aufsetzen. Beide Mannschaften sahen in ihren 30 Saisonspielen je 31 gelbe Karten, behielten in puncto Gelb-Rot und Rot aber eine weiße Weste. Der FC Sulingen landete im „Fotofinish“ zwar gleichauf, und doch einen Wimpernschlag hinter den beiden neuen Fairnessmeistern aus Niedersachsen. 26 gelbe und eine rote Karte standen für den Diepholzer Kreisligisten nach 30 Begegnungen zu Buche, der somit ebenfalls auf einen Fairness-Quotienten von 1,03 kommt. Es ist der Makel Rot, der auf dem Siegerpodest nur Platz auf dem dritten Treppchen lässt.

 

Im VGH-Fairness-Cup werden gelbe Karten mit je einem, gelb-rote Karten mit je drei und rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet, zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten.

 

Die Rot-Schwarzen aus Seckenhausen-Fahrenhorst treten in die Fußstapfen des SV Wippingen (1994 und 1995), des TSV Lochtum (2001 und 2002), der SpVgg Oetzen/Stöcken (2007 und 2008) und des MTV Barum (2014 und 2015). Diese Mannschaften konnten ihren im VGH-Fairness-Cup gewonnenen Titel verteidigen. Das gelang nun auch dem Team von TSG-Trainer Dirk Hofmann, dessen Ausbeute gelber Karten sich im Vergleich zum Vorjahr (16 x Gelb) aber fast verdoppelt hat. Für Fußball-Spartenleiter Diego Wagner ist dies aber kein Beinbruch: „Ich halte die Titelverteidigung für fast noch sensationeller als den Erfolg im Vorjahr. Wichtig ist, dass es erneut weder Gelb-Rot noch Rot und auch keine gelbe Karten wegen Meckerns gab. Die Mannschaft hat ihren tollen Charakter mit fairem Auftreten auf dem Platz erneut unter Beweis gestellt. Und das ist es, was wir von ihr erwarten und was uns mit Stolz erfüllt.“ Auch sportlich hat sich die TSG als Aufsteiger in der hannoverschen Bezirksliga 1 gut geschlagen. Das Team um Kapitän Christian Schult belegte am Ende Rang 7 und hatte mit dem Abstieg nie etwas zu tun.

 

Weitaus erfolgreicher aber war der SV Emmendorf, der zum vierten Mal in Folge die Meisterschaft in der Lüneburger Bezirksliga 1 errang. Nur eine 0:1-Niederlage beim Vastorfer SK musste die Mannschaft von Trainer Achim Otte, der inzwischen zum Lüneburger SK gewechselt ist, einstecken. Und auch beim 0:0-Unentschieden bei Teutonia Uelzen II reichte es ein zweites Mal nicht zu einem Dreier. Im Übrigen aber wurden alle 28 weiteren Begegnungen gewonnen und am Ende stand ein sensationelles Torverhältnis von 130:19. Bester Torschütze der Grün-Schwarzen war mit 28 Treffern Kapitän Benjamin Silbermann.

 

„Und nun sind wir endlich auch in die Landesliga aufgestiegen, nachdem uns in den Vorjahren die vorgeschriebene Jugendmannschaft als Unterbau fehlte“, freut sich Silbermann, der den Gewinn des VGH-Fairness-Cups nicht als Zufall ansieht. „Das ist eine super Sache und bestätigt unser gutes Abschneiden in den Vorjahren.“ In der Tat. Der SV Emmendorf belegte in den vergangenen fünf Jahren immer einen Rang in den Top-50 des Wettbewerbes und wurde 2014 sogar niedersächsischer Fairness-Vizemeister.

 

Fussball.de macht´s möglich. Wirklich überrascht sind sie weder in Seckenhausen-Fahrenhorst noch in Emmendorf gewesen, als die Botschaft vom Fairnesssieg überbracht wurde. In der Halbzeitwertung lagen beide Teams auf den Plätzen 9 bzw. 12 in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Im Internet haben sie dann hin und wieder verfolgt, wie sie mehr und mehr vom Vorsprung des im Winter führenden Trios vom SC Spelle-Venhaus II, dem TSV Apensen und SV Eintracht Afferde abknabbern konnten. Letztere konnten ihren Vorsprung nicht verteidigen und landeten in der Endabrechnung unter exakt 1.000 von den Kreisligen bis zur Bundesliga am Wettbewerb beteiligten Mannschaften auf den Plätzen 12, 9 und 4.

 

Gelbsucht hat andere Symptome. Jan Dahlheuser hat in Seckenhausen-Fahrenhorst mit sechs gelben Karten den mickrigen (Unfairness-)Vogel abgeschossen. In Emmendorf waren es Francesco Sabatino und Marius Meyer, die je vier Mal Gelb und damit die meisten Karten im Team kassierten. Das sind maximal kleinste Fische im Vergleich mit denen, die es wirklich auf dem Kerbholz haben. Davon können sie in der hannoverschen Bezirksliga 4 beim FC Stadtoldendorf ein trauriges Lied singen. 97 gelbe, acht gelb-rote und vier rote Karten hat es in 30 Saisonspielen für das Team aus dem NFV-Kreis Holzminden gegeben. Zusätzlich wurden drei Sportgerichtsurteile gegen die Mannschaft gefällt, so dass unter dem Strich eine 5,7 und damit das schlechteste Ergebnis aller 1.000 bewerteten Mannschaften steht.

 

Die beiden Sieger von Deutschlands größtem Fairnesssieg haben neben einer festlichen Ehrung im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen ein Wochenendtrainingslager an gleicher Stelle gewonnen. Die drittplatzierte Mannschaft aus Sulingen erhält einen Sportartikelgutschein im Wert von 1.500 Euro. Auch zahlreiche weitere Mannschaften gehen nicht leer aus. Denn die VGH-Versicherungen und die Öffentlichen Versicherungen aus Braunschweig und Oldenburg zeichnen zusätzlich zu den drei fairsten niedersächsischen Mannschaften auch in ihren Regionaldirektionen die jeweils drei fairsten Teams aus. Die insgesamt 39 Mannschaften erhalten Pokale und obendrein profitieren ihre Nachwuchsteams. Denn für die Plätze 1 bis 3 gibt es Sportausrüstungen im Wert von 1.200, 800 bzw. 500 Euro für den Nachwuchs.

 

14.642 Spiele sind von den Staffelleitern hinsichtlich der Kartenverteilung ausgewertet worden. Unter dem Strich stehen 58.002 gelbe, 2.225 gelb-rote und 1.381 rote Karten, die die 1.000 niedersächsischen Mannschaften gesammelt haben. Zusätzlich wurden 192 Sportgerichtsurteile bzw. das Nichtantreten von Mannschaften registriert. Das ergibt im Jubiläumsjahr des 25-jährigen Wettbewerbs mit einem Durchschnittswert von 2,53 zum dritten Male in Folge einen neuen Bestwert.

 

Die 20 bewerteten Mannschaften des Kreises Celle (Schnitt 3,2) müssen wie im Vorjahr und insgesamt bereits zum fünften Mal im Vergleich der 43 NFV-Kreise mit dem Makel leben, das Schlusslicht zu stellen. Einen Führungswechsel gab es an der Spitze des Kreisvergleichs. Nach Vorjahressieger Diepholz (jetzt Platz 3, 28 Teams, Durchschnitts-Quotient 2,24) gewannen erstmals die 23 bewerteten Mannschaften des NFV-Kreises Bentheim (2,231) den Kreisvergleich knapp vor Lüchow-Dannenberg (2,232).

 

Die Wohlfühloase der insgesamt 68 ausgewerteten Staffeln bleibt zum vierten Mal in Folge die Kreisliga Lüchow-Dannenberg, deren elf Mannschaften einen Durchschnittswert von 1,63 erzielen. Robuster geht es hingegen in der Bezirksliga 2 Lüneburg (3,18) zu, wo der härteste Fußball gespielt wird.

 

Folgende Listen des Fairnesswettbewerbs können von den Medien per E-Mail an Manfred.finger@--no-spam--nfv.de oder Dominic.rahe@--no-spam--nfv.de bestellt werden: Gesamtliste, Bezirkswertung, Auswertung pro Kreis, NFV-Kreise im Vergleich, Auswertung der einzelnen Spielklassen. Der Versand der Listen erfolgt per E-Mail. Im Falle einer Berichterstattung bitten wir um Zusendung eines Belegexemplares.

 

 

Statistiken zum VGH-Fairness-Cup 2016/2017 - Endstand

 

Top in den einzelnen Spielklassen

Die jeweils bestplatzierten Mannschaften belegen in ihren Ligen in der Gesamtwertung aller 1.000 Mannschaften mit den aufgeführten Quotienten nachfolgend genannte Plätze. Zum Vergleich ist die Abschlusswertung des Vorjahres angegeben:

 

LigaVerein2016/172015/16
1. BundesligaVfL Wolfsburg2,29/3802,0/201
2. BundesligaEintracht Braunschw.1,94/2182,44/454
3. LigaVfL Osnabrück2,78/6872,53/485
RegionalligaLüneburger SK Hansa1,82/1682,85/671
OberligaFC E. Northeim1,73/1282,73/618
LandesligenTSV Pattensen1,36/312,13/264
BezirksligenTSG Seckenh.-F. SV Emmendord1,03/1 1,03/10,53/1 1,53/40
KreisligenTSV Apensen1,1/81,07/6

 

Die Teams der Ligen im Schnitt                                  

LigaAnzahlSchnitt
1. Bundesliga12,29
2. Bundesliga22,38
3. Liga12,79
Regionalliga Nord122,76
Oberliga Nieders.162,53
Landesligen652,59
Bezirksligen2742,66
Kreisligen6292,46

 

Die Bezirke im Vergleich

BezirkTeamsSpieleGelb  Gelb-RotRotUnsport lichkeitSchnitt
Braunschweig232651813377558344 402,63
Hannover2406974 13832563365302,53
Lüneburg249716614028544345582,51
Weser-Ems279834616765560327642,48

 

In der Top-50-Tabelle sind: 19 Teams aus dem NFV-Bezirk Lüneburg, 14 Mannschaften aus dem Bezirk Hannover, elf Teams aus dem Bezirk Weser-Ems sowie sechs Mannschaften aus dem Bezirk Braunschweig. Mit fünf Teams stellt der Kreis Lüchow-Dannenberg die meisten Mannschaften in dieser Tabelle. Es folgen mit je vier Nennungen die Kreise Cuxhaven und Hannover-Land.

 

Fairste Liga: Kreisliga Lüchow-Dannenberg (11 Mannschaften)

SpieleGelbGelb-RotRotUnsport- lichkeitSchnitt
2203087601,63

 

Härteste Liga: Bezirksliga 2 Lüneburg (17 Mannschaften)

SpieleGelbGelb-RotRotUnsport- lichkeitSchnitt
54412455238143,18

 

Gesamtdurchschnitt: 1000 Teams

SpieleGelbGelb-RotRotUnsport- lichkeitSchnitt
2900458002222513811922,53

 

Vergleich Endstand 2015/2016 (1003 Teams)

SpieleGelbGelb-RotRotUnsport- lichkeitSchnitt
2916259323237715561482,6

 

Die Ex-Champions

JahrVereinSpielklassePlatzQuotient
1993TuS Celle FCBezirksliga 2 Lüneburg9894,31
1994 + 95SV Wippingen1. Kreisklasse Nord Emsl. nicht gewertet
1996MTV BokelBezirksliga 4 Lüneburg4552,4
1997FC Eisdorf1 Kreisklasse Nord Göttingen-Osterode  Nicht gewertet
1998SpVgg Brandl.-H.Kreisliga Grafschaft Bentheim3082,14
1999ESV Lüneburg1. Kreisklasse Lüneburg nicht gewertet
2000SV HalchterKreisliga Nordharz Staffel 24452,39
2001 + 02TSV Lochtum SG Vienenburg/L.2. Nordharzklasse Staffel 1 nicht gewertet
2003SF LechtingenBeziksliga 5 Weser-Ems371,4
2004TSV Klein BerkelKreisliga Hameln-Pyrmont731,54
2005SV HönischKreisliga Verden4672,42
2006SV Bad Rothenf.Landesliga Weser-Ems8993,43
2007 + 08Spvgg Oetzen/S.1. Kreisklasse Uelzen nicht gewertet
2009FC Ostereist./R.Kreisliga Rotenburg981,65
2010SV ScharnebeckKreisliga Lüneburg201,23
2011SV HeiligenfeldeBezirksliga 1 Hannover941,63
2012Viktoria GesmoldKreisliga Osnabrück-Land Süd261,3
2013SSV Vorsfelde IIBezirksliga 1 Braunschweig7012,83
2014 + 15MTV BarumBezirksliga 1 Lüneburg681,53
2016TSG Seckenh.-FahrenhorstBezirksliga 1 Hannover11,03

 

Zwei Mal top

Insgesamt 68 Staffeln wurden im VGH-Fairness-Cup 2016/2017 ausgewertet. Sowohl sportlich als auch in puncto Fairness top – immerhin 19 Teams glänzten in ihrer jeweiligen Spielklasse gleich zwei Mal:

MTV Eintracht Celle (Landesliga Lüneburg), SV Fortuna Lebenstedt (Bezirksliga 3 Braunschweig), SC Hainberg (Bezirksliga 4 Braunschweig), SV Emmendorf (Bezirksliga 1 Lüneburg), TSV Otterndorf (Kreisliga Cuxhaven), FC Sulingen (Kreisliga Diepholz), SV Eintracht Afferde (Kreisliga Hameln-Pyrmont), MTV Ilten (Kreisliga 1 Hannover-Land), SV Lindwedel-Hope (Kreisliga Heidekreis), SG Ildehausen-Kirchberg (Kreisliga Nordharz 1), TSV Hallendorf (Kreisliga Nordharz 2), SVG Einbeck 05 (Kreisliga Northeim-Einbeck), TuS Haste 01 (Kreisliga Osnabrück-Stadt), SV Teutonia Groß Lafferde (Kreislia Peine), SV Ippensen (Kreisliga Rotenburg), TuS Schwarz-Weiß Enzen (Kreisliga Schaumburg), TSV Apensen (Kreisliga Stade), BW Lohne II (Kreisliga Vechta), SV Barnstorf (Kreisliga Wolfsburg).

 

30 mal führen Kreisligisten

In 30 von insgesamt 43 NFV-Kreisen sind es Kreisligisten, die in der Fairnesswertung vorn liegen. Immerhin in 13 Kreisen nehmen höher spielende Mannschaften die Spitzenposition ein:

die Landesligisten MTV Eintracht Celle (Kreis Celle), SV Hansa Friesoythe (Kreis Cloppenburg), BSV Kickers Emden (Kreis Emden), TSV Pattensen (Kreis Hannover-Land), TuS BW Lohne (Kreis Vechta), die Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst (Kreis Diepholz), Mellendorfer TV (Kreis Hannover-Land), FSV Schöningen (Kreis Helmstedt), SC Harsum (Kreis Hildesheim), SV Fortuna Lebenstedt (Kreis Nordharz), FC Hambergen (Kreis Osterholz), SV Emmendorf (Kreis Uelzen), TV Oyten (Kreis Verden), SV Wilhelmshaven (Kreis Wilhelmshaven)

 

Ohne Gelb-Rot, Rot und Sportgericht

Folgende 57 von 1000 bewerteten Mannschaften haben es geschafft, die Saison ohne gelb-rote und rote Karten zu beenden und auch nicht das Sportgericht zu beschäftigen: SV Emmendorf, TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, SV Eintracht Afferde, TSV Hitzacker, SV Küsten II, BW Lorup, TSV Eintracht Exten, SV Teutonia Groß Lafferde, VfL Breese-Langendorf, SV Mörsen-Scharrendorf, SG Frelsdorf-Appeln-Wollingst, TuS Wustrow, TuS Liepe, SV Viktoria Gesmold, TSV Pattensen, Mellendorfer TV, Piesberger SV, TSV Pattensen II, SF Lechtingen, FC Hambergen, SV Hodenhagen, Germania Walsrode II, SV Ilmenau II, TSV Thedinghausen, SG Estetal, SG Deensen/Arholzen, SV Puma Göttingen, TSV Klein Berkel, SV Olympia Uelsen, SV Barnstorf, SV DJK Schlichthorst, TV Neuenkirchen, TV Welle, VfL Salder, FC Ostereistedt/Rhade, SC Hemmingen-Westerfeld, FSG Südkreis, Sparta 09 Nordhorn, SC Uchte, SV Essel II, SV Carum, TSV Gellersen, VfL Vorhop, SV Lilienthal-Falkenberg, SG Stinstedt II, VfR Wardenburg, TSV Brockum, SG Diepholz, SG Ostercappeln/Schwagstorf, Eintracht Braunschweig, SV Drochtersen/Assel II, VfL Oldenburg, Amasyaspor Lohne, TV Munderloh, BW Langförden, VfR Voxtrup, TuS Müden-Dieckhorst

Autor / Quelle: Peter Borchers
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