Sieger und Verlierer: Nach der Partie stehen die Trainer Joe Enochs (VfL Osnabrück, links) und Murat Salar (Arminia Hannover, rechts) auf der Pressekonferenz Rede und Antwort. In der Mitte: VfL-Pressesprecher Sebastian Rüther. Foto: Kemme

VfL Osnabrück zieht in den DFB-Pokal ein

19.04.2017

Jubel und Erleichterung an der Bremer Brücke: Mit einem 2:0 (0:0)-Heimsieg im Halbfinale des Krombacher-Niedersachsenpokals gegen Arminia Hannover hat sich der VfL Osnabrück für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2017/2018 qualifiziert. Damit folgte der Drittligist dem Regionalligisten Lüneburger SK Hansa, der sich bereits vorher im anderen Halbfinale mit 2:0 (1:0) beim Ligakonkurrenten BSV Schwarz-Weiß Rehden durchgesetzt hatte. Das Endspiel steigt nun am Donnerstag, 25. Mai (Christi Himmelfahrt) - und wird im Rahmen des „Finaltags der Amateure“ live in der ARD übertragen. Die Anstoßzeit steht noch nicht fest. Auch über den Spielort wurde noch nicht final entschieden. Als klassentieferer Verein hätte eigentlich der Lüneburger SK Heimrecht, denkt mit Osnabrück aber über einen Heimrechttausch nach.

Die Botschaft der lila-weißen Fan-Choreographie kurz vor Anpfiff war unmissverständlich. „Pokalexpress – Heute das Ticket für die nächste Runde lösen!“ forderten die Ostkurven-Fans des VfL Osnabrück darin in großen Lettern, die in sich noch schmuckvoll den DFB-Pokal einrahmten. „Ich hatte in diesem Moment Gänsehaut“, sagte VfL-Trainer Joe Enochs später. Nach der verpassten DFB-Pokal-Teilnahme im Vorjahr war der Druck auf den Drittligisten im Vorfeld der Partie groß. Doch der Favorit hielt ihm stand, musste gegen tapfer kämpfende und clever verteidigende Arminen dafür aber an seine Grenzen gehen.

Vor 3.041 Zuschauern an der Bremer Brücke, darunter rund 100 Arminia-Fans, kam der VfL-Pokalexpress lange nicht auf Touren und brauchte gegen die zwei Klassen tiefer spielenden Hannoveraner akustischen Anschub. Angetrieben von seinen frenetischen Fans liefen die Osnabrücker immer wieder gegen Arminias Abwehr-Bollwerk an, verzettelten sich dabei aber zu oft und gingen, wenn sie sich denn mal durchkombinierten, leichtfertig mit ihren Chancen um. „Wir haben dominiert, trotzdem war das Spiel bis zum Schluss eng. Arminia hat uns alles abverlangt“, erkannte Coach Enochs lobend an.

Geduld war gefragt. Und gerade als diese Mitte der zweiten Hälfte allmählich erschöpft schien, fiel das für Osnabrück erlösende Führungstor. Einen Schuss von VfL-Kapitän Christian Groß konnte Arminia-Keeper Bastian Fielsch im Strafraum nur zur Seite ablenken, wo Jules Reimerink völlig freistand, zunächst den Innenpfosten traf, den zweiten Versuch dann jedoch entschlossen über die Linie drückte (65. Minute). „Mit dem Tor ist uns natürlich ein Stein vom Herzen gefallen“, so Enochs, der allerdings fast im Gegenzug bei der größten Arminia-Möglichkeit zittern musste. Einen Konter über Dag Rüdiger konnte Marcel Appiah nur in letzter Sekunde klären - der Pressschlag flog nur am Winkel des VfL-Tores vorbei (67.). Die Entscheidung fiel schließlich in der Nachspielzeit durch Ahmet Arslan, der einen Freistoß aus 18 Metern sehenswert in die Torwartecke schoss (90.).

„Wir wollten Osnabrück das Leben so schwer wie möglich machen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen“, resümierte Arminia-Trainer Murat Salar, der sich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft zeigte. „Meine Jungs haben mit viel Leidenschaft gespielt und sich ordentlich aus der Affäre gezogen. Für uns war es das Spiel des Jahres, aus dem wir trotz der Niederlage viel mitnehmen können.“

In Freude über den Startplatz im DFB-Pokal besangen die VfL-Fans nach dem Abpfiff mit einem Augenzwinkern schon den „Europapokal“. Davon ist er freilich noch meilenweit entfernt. Ein Wettbewerb, in dem die Osnabrücker aber auch noch viel erreichen können, ist die 3. Liga – und das würde wiederum auch Arminia Hannover freuen. Denn schaffen es die Osnabrücker nämlich unter die ersten Vier, qualifizieren sie sich über die Liga direkt für den DFB-Pokal. Der DFB-Pokal-Traum wäre für Arminia in diesem Fall also noch nicht ausgeträumt. In einem Entscheidungsspiel gegen den anderen Halbfinal-Verlierer BSV Rehden würde es dann um einen weiteren niedersächsischen Startplatz gehen. Und dann könnte es auch wieder heißen: „Pokalexpress – Heute das Ticket für die nächste Runde lösen!“

 

VfL Osnabrück: Gersbeck – Engel, Appiah, Willers, Dercho – Groß, Arslan – Heider, Reimerink (78. Renneke) – Wriedt (75. Sangaré) , Menga (87. S. Tigges). Trainer: Enochs.

Arminia Hannover: Fielsch – Soumah, Panagiotidis, Gos, Vilches-Bermudez – Schröder (73. Jankir) – Neubert, Kabashi, Petrov, Rüdiger (86. Wagner) – Saade (69. Gust). Trainer: Salar.

Tore: 1:0 Reimerink (65. Minute), 2:0 Arslan (90.).

Schiedsrichter: Martin (Schiffdorf). Assistenten: Mirbach und Mertel.

Zuschauer: 3041 an der Bremer Brücke.

Autor / Quelle: Dominic Rahe
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