Die große Stärke der Ü 50plus-Oldies vom TuS Ricklingen ist der Zusammenhalt. Foto: TuS Ricklingen

Toller Mix: 100 Prozent Baumwolle und Barca, Arsenal und Co.

12.10.2017

Anfang Oktober steigt auf dem Sportplatz des TuS Ricklingen am Meisenwinkel in Hannover ein ganz besonderes Fußballspiel. Hier treffen sich alle Mitglieder der Ü 50 II-Mannschaft des Vereins zu einem gemeinsamen Kick. Zum Team gehören 30 Männer, von denen noch 17 aktiv an der Ü 50-Punktspielrunde teilnehmen, andere jedoch nur noch am Trainingstag ihre Fußballschuhe schnüren.

Pünktlich um 13.30 Uhr laufen 22 mehr oder weniger schon etwas „ältere Herrschaften“ zum „Spiel der Legenden“ auf. Gut die Hälfte der Spieler kommt aus der Altersgruppe von 70 bis 81 Jahren. Für diese Spieler sind rechtzeitig zum Spiel eigens Trikots mit ihrem aktuellen Alter als Rückennummer als Erinnerungsgeschenk angefertigt worden. Der „Methusalem“ der Partie ist Dieter Klingspohn mit 81 Jahren, „Benjamin“ Adil Yildrim ist mit 50 Jahren dagegen ganze 31 Lenze jünger.

„Man braucht halt seine Pausen“, weiß Peter Kemp, mit 62 Jahren am Spieltag einer der „jungen Wilden“ im Team. Und so geht das Spiel folgerichtig über 3 mal 15 Minuten und endet in der regulären Spielzeit 4:4. In der anschließenden Entscheidung vom Punkt gewinnt dann die etwas jüngere Truppe im Alter von 60 bis 70 Jahren. „Das Ergebnis ist aber nebensächlich. Im Vordergrund stehen das gemeinsame Spiel und vor allem auch das ´gemeinsame Danach`“, so Kemp.

Viele der Kicker im gesetzteren Alter spielen schon seit mehr als 40 Jahren zusammen. „So sind über einen langen Zeitraum über den Fußball hinaus Freundschaften und gefestigte Beziehungen entstanden. Aber die Mannschaft schafft es auch immer wieder, den einen oder anderen Neuen in ihre Gemeinschaft mit aufzunehmen. Das größte Plus dieser Mannschaft ist seit langem ihr Zusammenhalt und die Toleranz, die dem Mitspieler entgegengebracht wird“, weiß Kemp, warum sich alle in diesem Team so wohl fühlen.

Dritte Halbzeit. Nach dem Spiel schwelgen die TuS-Kicker beim gemeinsamen Essen in Erinnerungen und werden sich auch bewusst, dass sie heute da angekommen sind, wo sie als kleine Jungs einmal angefangen hatten. Nämlich damals wie heute spielen sie wieder über den halben Platz und auf kleine Tore. Dafür aber heute mit geballter Erfahrung.

„Einiges hat sich für uns aber auch geändert: Der Atem ist etwas kürzer, der Ball ist heute nicht mehr aus Leder, die Fußballschuhe sind bunt geworden und die Trikots sind nicht mehr aus 100 Prozent Baumwolle. Das alles hält uns aber nicht ab, weiter gegen den Ball zu treten“, sagt Peter Kemp, der beim Training häufig staunt, wenn die einen im Barca- oder Arsenaltrikot auflaufen und dafür von manchem alten Hasen aus der „Reinen-Baumwoll-Fraktion“ milde belächelt werden. Letztere sind halt stolz auf ihre unverwüstlichen Trainingsklamotten, die eine lange Fußballerkarriere überdauert haben.

„Wir werden auch weiterhin in manchen Meisterschaftsspielen in der Gesamtheit über hundert Jahre älter sein als die andere Mannschaft. Wir werden ´versuchen`, mit Siegen und Niederlagen unserem Alter angemessen ruhig umzugehen. Es wird keine Trainerentlassung geben und wir werden mit unserem Kassenwart Rainer Janek in seine 39. Saison gehen“, ist Kemp überzeugt, dass der Ü 50plus-Fußball am Meisenwinkel in Ricklingen sehr wohl eine Zukunft hat.

 

 

Autor / Quelle: pk/bo
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